Den wirtschaftlichen Anschluß des Saarlandes bereite Frankreich durch eine Verbreiterung der Produktionsbasis vor. War früher die Saar ein Land der Kohlengruben und der Montanwerke, so ist man heute bemüht, Unternehmen, die sich mit der Produktion von Halbzeug und Fertigwaren befassen, zu installieren. Firmen der Elektrotechnik, „es Maschinenbaus für Grubenbedarf, der Herde- und Ofenfabrikation, des Kraftfahrzeugbaus, der Textil- und Strumpffertigung werden neben Schuhfabriken und großen Reparaturwerkstätten lizenziert. In wenigen“ Jahren wird sich die Liste des saarländischen Fabrikationsprogramms um mehrere Seiten verlängert haben. Da sich die Fertigungsanlagen großenteils am Standort der Rohstoffe befinden, scheint der wirtschaftliche Aufschwung gesichert, wenn der Saar – auch unter französischer Regie – der deutsche Markt offenbleibt, mit dem sie in alter Tradition verbunden ist. Das freie Geschäft wird heute durch von den Alliierten gelenkte „Kompensationen“ ersetzt. So bezieht die benachbarte französische Zone Stahlprodukte gegen. Schwarzwälder. Papier und Saarkohle. sowie Industrieerzeugnisse gegen pfälzische Tabake und – Lebensmittel.

Es wäre verfrüht, bereits von einer wirtschaftlichen Blüte des Saargebietes zu sprechen. Aber wenn es. gelingt, die nötigen Fachkräfte heranzuziehen und den Wiederaufbau – Saarbrücken ist zu 70 V. H. zerstört, und das Land lag im Westwallbereich – voranzutreiben, dann wird die Saar als erstes deutsches Land, wenn auch unter fremder Regie, einen „europäischen Lebensstandard“ erreichen. W z