Eine norddeutsche Erstaufführung Nehmen Sie ein Programm verstehen Sie den Film nicht", sagt der Mann, des am am Eingang des "Capitol" in Hamburg die Karten abreißt, "manche Leute haben sich ein Programm gekauft, nachdem sie den Film gesehen hatten, weil sie ihn nicht verstanden" – man weiß also durch diese bezeichnende Vorkritik unterrichtet, was man zu erwarten hat. Und das Gebotene, nach dem Klischee eines billigen Allerweltsromans zum Film geworden, bestätigt in der Tat die Auskunft des Auguren am Eingang: Ein in den besten Jahren verheimlicht vor feiner jungen Frau unnötigerweise und um sich das Leben schwer zu machen, daß zu seiner Vergangenheit fünf Zuchthausjahre gehören, mit denen er den Mord aus Eifersucht an seiner ersten Frau sühnte, verheimlicht es und hat nicht die Courage, einen zufälligen erpresserischen Mitwisser vor die Tür zu setzen, der der jungen Frau nachstellt. – Dies also bietet uns die Terra-Film als ein deutsches Nachkriegserzeugnie (als wenn es, weiß Gott, nichts anderes Filmenswertes gebe) und wird im Stil der achtziger Jahre unter der Spielleitung von Arthur Maria Rabenalt abgehandelt. Die Ausstattung ist überzeugend, nicht aber ist es das Spiel Gusti Hubers, dem es an Linie fehlt, weniger noch das des so schwammig belasteten Mannes, dem Siegfried Breuer eine unzulängliche Forster-Kopie um den Leib hängt. – Als der Film mit einem Versöhnungskuß zu Ende gegangen war, fragte ein Besucher seine Dame: "Nun, wie hat er ihnen gefallen?" Sie hob die Schultern. "Kino", sagte sie und suchte – damit ihre Enttäuschung in umschreiben. A. Nowakowski