Das Rätsel um den Nachlaß des Dichters Stefan George ist durch Professor Robert M. W. Kempner, den amerikanischen Ankläger in Nürnberg, und die Familie des am 20. Juli 1944 hingerichteten Klaus von Staugfenberg aufgeklärt worden. – Nach dem Tode Stefan Georges in Locarno im Jahre 1933 hatte die Familie, von Staffenberg, die zum Freundeskreis des Dichters gehörte, den aus Schriften und Bildern bestehenden Nachlaß vor dem Zugriff des Propaganda-Ministeriums auf ihr Schloß in Reutlingen gerettet. Man wagte es nicht, den Nachlaß dem von George testamentarisch bestimmten Erben Dr. Böringer in Genf zu übermitteln. Nach dem Attentat vom 20. Juli beschlagnahmte die Gestapo bei einer Durchsuchung des Stauffenbergschen Besitzes die Dokumente, brachte sie nach Berlin und stellte sie später im Völkerschlachtdenkmal sicher. In den sinnlosen Kampfhandlungen der letzten Kriegstage verbrannte eine große Anzahl der Bilder und Manuskripte.

Dr. Hans Schmidt-Isserstedt hat aus Mitgliedern des Sinfonie-Orchesters des Nordwestdeutschen Rundfunks ein Kammer-Orchester gebildet, das in der kommenden Saison vier Abonnements-Konzerte in der Musikhalle, Hamburg, veranstaltet. Es sind Werke von Friedemann, Philipp Emanuel und Joh.Seb. Bach, Mozart, Schubert, Ravel, Schönberg, Blacher, Milhaud und Debussy zur Aufführung vorgesehen. Die Aufführungen werden durch den Rundfunk übertragen.

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Die Schauspielschule des Deutschen Schauspielhauses, Hamburg, eröffnet im Oktober ihr neues Schuljahr. Die Aufnahmeprüfung findet Ende September statt. Anmeldungen (vor allem die von männlichen Bewerbern) nimmt das Sekretariat der Schule entgegen.

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Ein Einakter aus dem Nachlaß von Gerhard Hauptmann ,,Die Finsternisse" ist in Amerika als Privatdruck erschienen. Das Stück soll ein Requiem für Max Pinkus, den Freund und Mäcen des Dichters, sein und verurteilt auf der Grundlage tiefer Religiosität den Antisemitismus.

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