TG 1 iho:: Roosevelt, de ; S0!m des verstorbener Präsidenten da Vereinigte! Staaten, ftiaaldia D. RooseveTt, hat unter dei ÖbiMctirift "Wie et ei sät" Aufzeichnungen üljei Erlebnisse. Gedanken wn d Gespräche mir seinem Vatei veiöffentlidit. A! Sekretär und Vertrauter des Präsidenten hatte er Gelegenheit, an den Konferenzen, die während des Krieges unter den "Gio&en Drei" stattgefundea faatsea teilzunehmen. Wie er irj Seiner Einführung ad Schlußbetrachrung des Btdies, das im FalkenVerkg, Zürich, erschienen ist näher erläutert ist er KI dem Entschluß, darüber zn berichten, eist dunfi die Ereignisse dei letzten Zeit veranlaßt worden ,Die Rede Wiaston Churchills in Fulton", idueibt et "ist mit daran schuld. Die Verhandlungen im Sicherheitsrat und die Ideen, die dort zutu Ausdruck kamen, hatten ebenso ihren Einfluß. Da Anwachsen des amerikanischen Atombombenlagers ist eia zwingender Giund;" all die Zeichea zunehmender Uneinigkeit uater den" führenden Nationen dei Welt, all die gebrochenen Versprechen, all die wiedeierwachende Machtpolitik" des gierigen und verzweifelten Imperialismus spornten mich zu meinein Unternehmen an, — Weil ich daran zweifle, daß wir nur unbewußt abgewichen nd, weil ich überzeugt W a daß wir mit Gewalt weggeschoben wusden von Leuten, die es besser wissen sollten dansn irar es für mich wiche?, dieses Buch zu schiciben — Ich wußte welüie Voraussetzungen für den Aufbau des Weltfriedens inein. Vater erkannt hat; ich wußte, Rrelche Wege dazu führten, Ich vußte von den HLbiiwchangsn nd Versprechungen " Seiaes Vaters Arbeit mit dem Ziel, einen Trirfc iAefl Weltfrieden zu gestalten, habe gut begönne a, pJbrr nach Franklin Raosevclia Tod sei sein tspfefew Werk irgendwie vergessen worden. Die eigentAe Aufgabe sei, die Grunde dafür herauszu6nden. rarm man in Begriff sei, den Frieden zu verlieren. — "Warcm es ein allgemeines Gesprächsthema bei 4M Coctail Partie ia Washington ist, daß, wir t%EJ3 st noch vor 1948 Krieg mit der Sowjetalaa liaiben werden, bevor die Sowjets ihre eigenen Atombomben fertiggestellt tabea" Vantwartlidi für die gegenwärtige Politik der a2P i? aten dit Roosevelt junior die ierajsdiplcffliaten, denen ein Vater nie getraut , und die Reaktionäre der beiden großes ParTiea des Kongresses; Männer, die der Auffassung i, tau es wichtiger sei, für die Zukunft Stellung sä beziehen, ab gemeinsam für die Zukunft zu arbeiten, Man sollte sich K !I gan~ nüchiern de? Tatsache bewußt sein, meine der Veifasasr daß die Militärs die Naclilaiegspolitik der Vereinigten Satea übernommen hätte".

Die dem Buche zugrunde liegenden Tebuch aühdduiimgen umfasset! den Zeitraum oa der Uateizeichnung der Atlantik Charta bis air Kon ferefn ia Jalta. Die proriissische Einstellung de Jtwgen Roosevelt ist bekannt. Sie gibt — zusammen mit eiaem etwas peinlichen Mangel an Ernst — den Ton dieser Aufzeichnungen an Es ist auf— faiieid, wie stark der Gegensatz Roosevel—Churchill herausgearbeitet wird und wie sek demgegenüber die Einigkeit mit Stalin betört wird. Tiotzdem gewährt des Tagebwdi dem kritischen Los; einige interessante Einblicke in die BeZichungen der "Großen Drei" während d;s Krieges. Ober die Gründe, warum Präsident Roosevelt auf der erste Konferenz mit ChurchiH im August 1941 im Hafen von Argentia auf der Ausarbeitung und Veröffentlichung der Atlantik Charta so sehr befanden hat, und über seine Einstellung zum Krieg überhaupt, erzählt Elliott Ropsevek- u "a, folgendes: Ak wir beide allein blieben, kam ßieisj Vate> auf die Hintergründe dieses Treffens z spiedien "Das britische Empire stellt auf dem Spiel —" sagte er "Das ist nicht allgemein befcasnt Die britisdien und deutschen Hankiess haben für eine recht geraume Weile so ziemlich. des ganzen Welthandel in ilirc Taiche, gesdiaufelf, Tiocz der Tatsache, daß Deutschland deif letzten Krieg verloren hat. Demnach war die Situation für unseren Handel nicht, besonders günstig. Ertes wissen wir aber", fuhr er fott "wir können BUS nicht leisten, gierig zu sein und uns vur deshalb für die eine oder andere Seite entscheiden, weil sie uns größere Gen innchanceii veispricht Veigessen wii keinen Augenblick, daiJunsder Nazismus verhaßt ist und da3 unsere natürlichen Interessen und unsere Herzsn auf selten der Brite sind" Wir müssen nur den Briten von Beginn an za verstehen geben, daß wir nicht nur ein Freund sein wollen, der gut genug HC, ihnen aus der Patsche z helfen, und den man dann sdilieBlidi ganz vergißt. ChuwMl sagte m, daß r nicht Seiner Majestäts Premierminister sei, um der AufIÖSUUJT des britischen Empire z präsidimn. Ich denke" als Präsident der Vereinigten Staaten zu sprechen, daß Amerika nicht gewillt ist, England in diesem Krieg z helfen, damit es nachher fortfährt tück6idii:s!s auf" den Koloßialtölkern herumzureiten Dann beiiditet eit Verfasser ober eine Unterhaltung Rooserelfs irit Pietaiernjiaister Churchill. , Natürliife"; sagte meist Vater, leichthin, "wird ine der Voraussef ungen für einen dauernden Fileden eine HiSgS;A 3f gioiSi Freiheit des Handels s£ffl. Keme_kiiföfKdjeit Sdvauker für den Ha" de! —" fuhi nie!! Vatet fott "Möglidist wenig Abkoinracn übe; Vowügsbehandlung. Möglichkeitesi fiir eme Ausdehnung der Wirtschaft. Offene Märkte ffii einen gesutiÜeu WetbeWerb " Die Handelsabkommen dos britisdien Empires " begann 0!iiifcr>i!f feicrlidc. Mein Vater unterbrach ihn: Ja, von diese>r Handelsabkommen des- Empjres ist die Rede. Wegen dieser, Handelsabkommen sind die Völker Indiens und Afrikas, die Kolonialvölker des Nahen und Fernen Ostens so seh; rückständig " "Herr Präsident? England wird nie und rühmst auf- seine Vorzugsstellung im Verke hf mit den britischen Dominien verzichten Der Handel, der England gra8 gemacht hat, soll fortbestehen, ad zwar unter Bedingungen, die Englands Minister vorschreiben " "Der Friede", sagte mein Vater ara %de der Unterhaltung, "darf keinen Despotismus irgendwelcher Art bestehen lassen. Der Friede setzt die Gleichheit der Völker voraus, Gleidihdt du Völker bedingt eine möglichst große Freiheit des kommerziellen Wettbewerbs. Wird jemand bestreiten, daß der Versuch Deutschlands , den Handel in Zentra!ei üpa zu behe;rschen, eine der wesentlichen Ursadies des Krieges war?" Abschließend rief Cfaufdiili: "Herr Präsident! Ich glaube, Sie gehen darauf aus, das Empire auszuijchalten. Ahittwtzäetn, trotzdem wissen wir, daß Sie imsen einzige Hoffnung iud. Und Sie wissen, daß wir es wissen. S;e wfescn daßwir wissen, daß. ohne Amerika das Empire nicht standhält " Ellfott Rooseveli eraihlt, wie sein Vater die Absidit hatte, siA fe die Freiheit der Kolonie einzusetzen. Aw einem Diner während der. Konferenz in Casablanca habe sich folgendes Gespräch iwisdicn seine Va cr vtid dem Sultan von Marokko entwickelt . Da Suiten drückte den dringendem Wunsch aus die größtmögliche Hilfe für sein Land aufzubringen, um ihra loderae Er piehungsmetEoden and eia modernes Gesundheitswesen, zu sichern. Vater erfcläite daß der Sultan d;es nur erreichet: köiae, wenn er nicht außenstehenden Interesseateti gestatte, Konzessionen ia die Hände zu bekommen, die das Land um Seinen ganze Reichtum beraubfett. Per Sultan fragte, was Vater ihm rate würde in bezuji auf die künftige französische Regierung: Vater bemerkte ermutigend, ds& die- Nadifcriegsszeiierie und die Vorkriegsszenerie sich scharf voneinander unterscheiden würden, besonders im Zusammenhang mit de Koloniälfrage. Der Sultan erkundigte ich höflich was Vater meinte unter "sich scharf voneinander unterscheiden". Vater ließ eine Bemerkung über die bisherigen Beziehungen zwischen französiädien und britischen Finanziers fallen, die gemeinsam mit von ihnen "eingesetzten Syndikaten den Zweck verfolg tenr die- Reichtümer aus den Kolonien zu saugen — un_d schließlich kam r nodi at fdie Frage eventueller Ölvorkommen in Fransösisdi Marokko zu sprechen Der Sultan stürzte sich eifrig auf dieses Thema Und erklärte sich persönlich bereit, für die Ent wicklung soldier Quellen und Kräfte zu arbeiten und dafür- zu sorgen, daß da Erlös jm Lande verbleibe; dannschüttelte er traurig seinen Kopf und beklagte den Mangelan tüchtigen Wissenschaftlern und- Ingenieuren juntei 1 seinen Landskwten, Experten und Technikern, die fähig wäieu, die un- erschlossene Erde selbständig auszuwerte und zu entwickeln, Vater schlug vor, daß marökkanischeIngenieure und Wissenschaftler, natürlich auf der Bssis eirJes gegenseitigen Erziehungsaustausches, zum Beipi! auf einigem führendem Universitäten in den Vereisigten Staaten; unterrichtet und vorbereitet werden könnten. Mit seinem Wasserglas spielend, verfolgte Vater diesen Punkt weiter. Ei erwähnte, daß es für den Sultan vielieidn das beste wäre, wenn er Firmen — amerikanische Firmen — verpflichten würde, die das Entwicklungsprogramm, das er im Kopfe habe, gegen eine Entschädigung auf prozentualer Basis pnsführen würden . Die Verhandlungen über die gemeinsame Krieg führung sind nidit immer leicht gewesen. Hier schildert. Elliott Roosevelt seinen Vater als den Vermittler zwischen den Interessen Großbritanniens und der Sowjetunion. Nadi den Angaben des Verfassers habe Churchill immer wieder versucht, die" Europainvasion statt im "Westen, auf dem Bjrlkan. zu beginnen, oder wenigstens beide Operationerf zusammen zu starten. Folgende Unterhaltung Rosevelts mit seinem Sohn gibt darüber Aufschluß: "Um einen Krieg zu getffouen, müssen wir, meist ine schwierige Einigkeit mit einem Alliierten aufrechterhalten und gleichzdtig eiasn anderen scheinbar vernachlässigen. Wir werden zu enem strategischen Kompromiß gezwungen, der hödistwahrscheinlidi die Russen verärgert, was uns später zwingt, einen Kompromiß zu schließen, der sicherlich die Briten kränken wird. Die Schwierigkeit liegt darin, daß Churchill zu viel ah d e Nach kriegszeit denkt und sich überlegt, wit Großbritamiien dann dran sein wird. Et mödite die Russen ndit stajk werden lasseh. Wann immer der Pieinierminister von einer Invasion auf dem 1Balkan sprach, wußte jeder im Saal, was er wii Mich meince, näniSidi, daß es ihm vor allem 1 da rauf ankömmt, nach Mitteleuropa vorzustoßen, um die Rote Armee von Österreidi und Rumänien, wenn möglich sogar Von Ungarn fernzuhalten. Stalin wußte es ich wußte, es, jedermann wußte es! Es mag sein, daß die Russen in Europa eine starke Stellung einnehmen werden. Ob sich das, als ein Übel erweisen wird, "hängt, von einer ganzen Menge von Faktoren ab " Ein Zwischenfall der ein treffendes Licht wirft auf die verschiadenen Temperamente der "Großen Drei", enthält die Schilderung des Banketts ia Teheran, das Stalin seiner) Gästen gab. Gegen lade der Mahlzeit berichte!: ElliottRoosevelt erhob sich Stalin, um seinen soundsovielten Trinksprudi anzubringen, und zwar handelte es sich diesmal um die nationalsozialistischen Kriegsverbrecher, "Ich trinke auf die möglichst rasche Justiz für alle deutschen Kriegsverbrecher, auf die Justiz einer Erediießung SE!bteälu !n g. IA trinke auf unsere Entschlossenheit, sje sofort rsadi der Gefangennahme za erledigen, und zwar alle, und es, müssen ihrer mindestens, 50 000 sein " Blitesdinell sta:id Chirrchill auf: "Ein solches Vorgehen" — rief er aus — steht in schroffem Gegensa tz zu der britischenAuffassung vom Recht. Das britische Volk wit4 nie und nimmer einen soldien Massenmord billigen. Ich Benutze die Gelegenheit, um zu erklären, daß nach meiner Auffassung niemand, ob Nazi oder rudit, in eine summarischen Verfahren von einer Erschießiingsäbrejiung erledigt werden soll, also ohne Durchführung eines gesstzlichen Verfahrens und ohne Berücksichtigung der vorliegenden Tatsadaeß und Beweise " — Ich beobachtete Stalin: Er sdiien sich köstlich zu amüsieren, wenn auch sein Gesicht ernst blieb. Er zwinkerte jedodi verdächtig mit den Augen, als- er die Herausforderung des Premierministers annahm hd dessen Argumente in verbindlichem ton zerpflückte, Schließlidi wandte sich Stalin an meinen Vater und fragte ihn , um seine Meinung — Vater konnte seine Heiterkeit nur mitMühe verbergen, hatte jedoch des Eindi udc, daß das Gesprädi eine allzu peinliche Wendung annahm und hielt es für angezeigt, eine scherzhafte Note anzubringen "Es scheint", so begsna er, "wie üblich meine Aufgabe zu sein, ia einem Streit zu vermitteln. Es ist klar, daß eift Kompromiß zwischen Ihrer Auffassung) Herr Stalin, nd derjenigen des Premierministers meinte guten Freundes, gefunden werden maß. Wir köanen vielleicht sagen, daß wir uns nicht auf 50 000 , sondern auf eine kleinere Zahl, sagen wir run<l 49500 Kriegsverbrecher einigen, die summarisch hingerichtet werden sollen " — Glücklicherweis" war das Dinet bald darauf zu Ende, A B.