Von Else Lasker-Schüler

Die Lyrikerin Else Lasker-Schüler, einst eine vielgerühmte, vielumstrittene Vertreterin des Expressionismus, ist nach ihrer Emigration in Jerusalem gestorben, voller Heimweh nach dem Lande ihrer Herkunft. 1943 wurden ihre neuen Gedichte unter dem Titel "Mein blaues Klavier" in Jerusalem zusammengefaßt. Die Widmung der Verse richtet sich an die "unvergeßlichen Freunde und Freundinnen in den Städten Deutschlands" und an alle, die, wie sie vertrieben, nun in der Welt zerstreut sind. Kein Wort der Anklage, nur unsägliche Trauer. Die Verse sind ein Zeugnis unerschütterlicher Liebe zu dem angestammten Boden. Die folgenden Gedichte sind dem Band entnommen.

Die Verscheuchte

Es ist der Tag im Nebel völlig eingehüllt,

Entseelt begegnen alle Welten sich –

Kaum hingezeichnet wie auf einem Schattenbild.

Wie lange war kein Herz zu meinem mild...