fanche 1- prallte vor ihm zurück so scheuea Pferde im Zwielicht, und keiner weiß,warum. Um ihn war ein leerer Raum, dann stand, mehr eint Wachspuppe a! ein !ebenckr: Dt. Sandbrenner. Fast sechstausend Schädel hatte er bislang kunstvoll geöffnet,e, haue gemeßeft gebohrt Geschwülste herausgehoben, hier geschnitten, da geschnitten Dr. Sandbrenne wußte i, iel von den Funktionen des Lebens,gewiß. Im Mittelhirn,m der Vierhägejplatte, da meldeten die Augen, was sie eibhckten, dem Hirn. Nu>- was er selbst weit hinter den Dingen ah das st eg aus tausend Grabhügeln, und jedes Kreuz daiai>f war ein steinerner Schrei. Auch das Zurechtfinden un Raum saß in der Vieihügelplarte dann hockte sichei da auch der Irrtum, wütig wie warmer Sekt hnter dem Pfropfen. Wer lenkte also sein Messer durch die feine Spinngewehehauf bis zum Hirn? Dort saß alles Leben, das unhembehe gehaßte,gefürchtete. so gehebte he: rliche Leben, aber bloß als Hirn war es so still we vier Mittelpunkt de Taifuns. Der Krieg k~ M ihm Schadtf über Schade!geliefert, wie W einnachten d:e Nüsse>be, aachdie Waffenruhe, mit dem ifljcKVrndem Siiberstreif auf den aufgepflanzten Rijonettea. Leierte noch Schädel. Immerhin, sectstausend Menschen konnten wieder laufen,sehen, prechen hören ale Lähmungen ent> chv anden Sechstausend Menschen repariert. von sein? Hand, und Dr. Sandbrenners Augen glüht ft nicht vor Triumph. Er wußte nun, daß Zu viele Hirne. Tausende. Millionen waten in Unordnung kehl Messer konnte sie meh<"putzen. Selbst sein eigener Schade!, er grübelte immer wütiger darüber nach, brauchte em Großreinemachen. Nein,e hing nicht allein vom Hrn ab es war das Blut elarjn, Die Abgi linde des Bluts hatten sich,geöffnet, da hall kein Mescr, zui Not vielleicht messerscharte; Denken "" Die Frau war he :mgekehn. Zunächst angekündigt mit hastig besteilten Botschaften verstörter fremder, immes noch flüchtiger Menschen. Ich lebe? Lebst du auch?" Düse Botschart war die letzte Freude in seinem Leben gewesen, eine so blanke, giell zuckende Freude, ein o jähes Hochbrennen seinei Liebe, das ihn erst nach geraumer Zeit cke Furcht übe:fiel. Er witterte Ur heunliches hinter diesem hinausgeschleiidertcn Wort , lch lebe! Lebst du auch?" Nach Wochen erst kamen spärlich Brjefe, in ihnen stand, was das Schicksal verhängt hatte. Dr. Sandbrenner hatte Zeit, sich zu wappnen, tr stand wie ein Mann. Er focht. Sein Gegner was genau so findig, so tapfer, so hinterhältig, so edel orachsüchtig, und so durch Liebe geschwächt w ie er selbst, tr kämpfte ja mit sich selbst.

Er, der soviel Schädel geöffnet hatte, wußte wcml, wo alle Bindung des Mannes zur Frau in der grauen HirnmaäSe saß. Er hätte es, körnehengioß vorsichtig herausnehmen und auf eine Glasplatte legen können: da seht her in diesem Gran sitzt alle Liebe. Doch in der Wartezeit, bis die Frau heimrand, erkannte er was er einstmals in der Einheit mit dem einzig geliebten Wesen der Welt nie geufet hatte: in aller Liebe "trat der Mann nicht der Frau, sondern nur sieh selbst gegenüber. Die Frau war an allem, was geschehen, ohne Schu !d. Erbarmen hätte: sie beleidigt. Und Bewunderung? Warum hatte sie ihr Leben nicht "von sidi geworfen. da sie als Mensch zum Tie- hinabgeschleudert wurde? Weder beim ersten Wiedersehen, noch später, wurden Worte darüber gewechselt, was ihre Briefe klar mitgeteilt hatten. Dei Schmerz einte Mann und Frau, der Schmerz, den jeder beim anderen fühlt Die Frau hielt das Kind an der Hand. Er starrte es an mit jenem prüfenden Blick, mit dem er bei seinen Operationen die graue Hirnmasse zu durchpflügen pflegte. Was bewog denn die Frau, ein Kind, inmitten tausendfachen Todes von der Gewalt gezeugt, aufzuziehen, mit jedem Herzschlag an den schändlichsten Sturz erinnert zu werden, in jedem Lächeln, in jedem Griff, in jedem Aukchrei den Teure! wiederzuerkennen, nicht einen Teufel nein hunderttausend in Gestalt? Warum hatte sie dieses keimende Leben ncht ausgerottet, bevor es zum Atmen gelangte? Wa hattesie"denn gehindert, das Kind auszusetzen, als e zur Welt gelangt war? Es einfach dem Schicksal vor die Füße geworfen: da nimm deinen Bankert ,? Unfaßbar, was in einem solchen weiblichen Wesen vor sich ging, wenn es zur Mutter wurde. Leben sollte das Kind. Leben, mit emer dunklen Stimme- gesprochen. "Leben", in jenen Briefen mit einer hachgeschleuderten, aus allen Bahnen brechenden, steilen, in den H mmcl hochgejagten Schrift niedergeschrieben. Leben wer befahl es ihr? Sie konnte es ihm wohl nicht sagen. Wie aber konnte ei es ihr dann sagen, was ihm zu töten befahl? D ;eses Kind trug nicht seine Züge, es trug nicht das geliebte Antlitz der Frau. Fremd und ungeheuerlich war es mitten in ihr beider Lben eingesetzt worden. Die Augen waren trippelnde, schwarze Vögel in einer g< ibl:chen Wiese, es schlitzte sich an den Augenwinkeln mit Vogelfuß. Die Haut war gelblich und von innen durchleuchtet, die Backenknochen, standen hervor. Blauschwarzcs Haar über allem gelben Brand Ein Gewächs aus allen Wüsten der" Weh vom Sturm hergewirbelt, jetzt noch in wunder" barer Blüte und von fremder Schönheit. Nur rf%r den Teufel dahinter wußte, konnte diese. Süße begreifen. Die Frau aber nahm dieses Kind ans Herz und lächelte ihm zu. Säe lächelte! Konnte sie es denn nur einen Herzschlag lang vergessen! daß sie deshalb durch- alle Höllen geschleift worden war? Wollte sie denn >hr Leben lang Her Hölle zulächeln? Ihm trat m diesem Kind der uiewige Feind: die Gewalt entgegen, "Faulend Masken trug Jie Gewalt jedes honigsüße Wort konnte sie uki alle Weh als Netz werten, jede Liebe "heucheln, ieden Gott besehwöien, und jede Lüge :n eine Anklage verwandeln. Am gefährlichsten abci verbcrg sich die Gewalt hinter den anseht "digen Kindern. Ja. auch hier wuchs det Feind empor um wieier zur Gewalt zu werden, jetzt gar noch behütet von der Frau Gar noch von ihm selb t gefüttert getränkt. gekleidet nd aufgezogen. Um dei F:au willen? W:e ?. In der Liebe zur Frau trat dei Main sich selbst doch gegenüber — wars nicht so? Zog er dann das Kind etwa um seine fwjl!en auf seinen Feind: die Gewalt, den ewigen Femd, stut ihn bereits als Kind zu erwürgen? Moral? We salbungsvoll redeten ungeprüfte Leute davon! Wei n allen Höllen lebte, hat feuerfeste Moral.

Tagaus, tagein, enggepreßt in den Bahnen mit diesem zähnefletschenden streitsüchtigen Infekten pack, das erst beim Verlassen- der Wagen < weils als Mensch entpuppte, fuhr Dr. Sandkcnner zur Klinik. Stets durch dieselben Tiümmerfeider, durch dieselben Ruinen mit ihrem zerlpschten Himmel dahinter. Nicht geschah, ak daß ab und zu eine Fassade einbrach. Dahinter war das Nichts. Dr. Sarvdbrenner wurde noch schweigsamer. Am Mittag stand Dr. Sandbrenner aut dem Balkon das Kind spielte im Garten. Die Frau ;chaute umuhig herauf" und drängte das Kind an sidi mit einer Bewegung d:e den Mann erbitterte. IVas er an der Frau so Beliebt hatte, die geschmeidigen fließenden Bewegungen, de Gesten von lebhaft anrührendem Reiz es war m einem Augenblick zetrupfr. Empörend lächerlich w a r es. Wie eine kriegerische Flenne nach dem Bu said tan b ng sie das Kind und äugte zum Baikon empot. ;ch jeborgert bleiben solite. Die Frau wunderte sich also über so viele Menschen, denen sie aut der Straße begegnet war, fahle abgezehrte, schleppende, fahrige und apathisch? Menschen; aber allen gemeinsam war es, daß ihre Lippen sich bewerten. Nur niemandem sprachen sie zu es Set denn zum Unächtbaren.

"Vor langer Ze ;i" sagte Dr. SandbiermeF, abet es klang, als spräche er selbst zu einer unsichtbaren aber drängend waltenden Zuhörerschaft , begann es, daß Leute oi üch hmmurrnckcn, einige waren es nur ert, dann abei : mmei mehr. Als man glaubte, aller Schrecken sei nun vorbc, hone jedoch dieses leise Reden nicht aut es urde bald von neuem genährt. Doch dies erscheint mir nicht als das bemerkenswert Seltsame. Verwunderliche! ist es doch, daß die Leute lischt laut, ganz laut sagen, was sie bewegt, es hinausschreicn, laut in alle, alle Öhren — Di. Sandbrennei wußte, es hatte wenig Sinn der Frau begreiflich zu machen, wo es aus dem Stummen tauter spiach aas au;- allen geschäftigen, geschmierien Zungen. Diec unbegreifliche Frau war einem andeien Wissen gefolgt, da sie in dem Kuid den ewigen Feind an andere Geschlechter eitergab Diese Törin glaubte &:eetwa, sie könne, was wieder Gewalt werden würde, ins Gute einschmelzen statt e>auszurotten? Die Gewalt, das ewige Tier, würde sich nur noch mehr unter jeder neuen menschlichen Haut tinsichtbai machen. Warum jagten de Frauen danach mit einem sinnlosen ewigen Neuanfang die Besserung zu versuchen? Was sonst ging in der Frau denn vor sich? Er würde es nicht finden, wenn er auch ihren Schädel aufmc ßeln und danach graben würde. Dieses Verfahtcn so kunstvoll vo > ihm zur Meisterschaft gebracht, hatte niemals Geheimnisse aufgedeckt, sondern nur neue geschaffen. Wem er noch hundirUau<; cnde auimciiVln wu. Je ja wenn ei m alle Köpfe de Weit hineinsehen konnte, nichts wategeholfen, da ei n seinen e gencn nicht hinemsehen konnte in dem es ,Toten,loten"sehne, urn aller Gewalt ungsherum ein Inde zu machen, warnend die Frau ihj, Loben,leben"sang.