Der Kontrollrat hat beschlossen, wieder Münzen prägen zu lassen, um die Kleingeldnot zu beheben. Sowohl von britischer wie von amerikanischer Seite wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß bei einer künftigen Währungsreform das gesamte Münzgeld genau so behandelt werden soll, wie das Papiergeld (und übrigens auch wie alliierte Markscheine). – In einer Verlautbarung der Reichsbankleitstelle wird ferner darauf hingewiesen, daß bei der künftigen Währungsreform alle größeren Bargeldbestände vor dem Umtausch in neues Geld unter Mitwirkung der Steuerbehörden auf rechtmäßigen Erwerb und ordnungsgemäße Versteuerung überprüft werden sollen. Es sei, so heißt es, völlig sinnlos, wenn das Publikum, veranlaßt durch irgendwelche neueren Nachrichten über die Währungsreform, seine Guthaben von den Banken oder Sparkassen abhebe, um sie als Bargeld "sicher" in der Tasche zu haben;

Seit Beginn der Besetzung bis zum 30. Juni 1947 sind im Ruhrbergbau Verluste in Höhe von 1,8 Mrd. RM infolge der gestiegenen Produktionskosten bei gestoppten Preisen entstanden. Wie im Abschlußbericht für die britisch-amerikanischen Kohlenverhandlungen in Washington mitgeteilt wird, sind bisher 1,2 Mrd. RM aus öffentlichen Mitteln zur Deckung dieser Verlust; gegeben worden.

Die Steinkohlenförderung der britischer Zone hat im August einen Rekord erreicht Insgesamt wurden 6,17 Mill. t gefordert gegenüber 6,06 Mill. t im Juli. Die Rohbraunkohlengewinnung betrug 4,73 (4,78) und die Braunkohlenbrikettherstellung 1,03 (1,05) Mill. t. Nach Abzug des Zechenselbstverbrauchs und der Deputate usw. verblieben 3,40 (3,26) Mill. t verkaufsfähige Steinkohle und 1,00 Mill. t Braunkohlenbriketts.

Die Rohstahlerzeugung der britischen Zone stieg von 242 28? t im Juli auf 268 414 t im August. Die Eisenerzförderung betrug im August 254 652 t, gegenüber 248 556 t im Juli. Die Walzstahlerzeugung stieg von 171 320 t im Juli auf 177 709 t im August.

Die Konzernentflechtung wird jetzt weitergeführt. Sie betrifft zunächst die Werke Huckingen (Mannesmann), Hoesch in Dortmund und die Friedrich-Alfred-Hütte in Rheinhausen (früher Krupp). Anfang Oktober sollen die Werke Gelsenkirchen (Mannesmann) und Weitmar (Bochumer Verein – Vereinigte Stahlwerke) "entflochten" werden.

Die erheblichen Kürzungen in der Treibstoff-Zuteilung, die für das laufende Quartal von der Besatzungsmacht angeordnet worden sind, werden nach einer Mitteilung des Mindener Verwaltungsamtes für Wirtschaft mit dem Mangel – an Tankschiffraum begründet. Für das vierte Quartal soll mit einer weiteren Verschlechterung der Treibstoffversorgung zu rechnen sein.

Rückwirkend ab 1 Juli wird-der l0prozentige Devisenbonus auf den Export gewährt.