Ein zeitgenössischer Dramatiker, Julius Maria Becker, hat un längst in einem Vortrai eitft Parallele zwisclier dem Schicksal des TheIxmerkötKgs und desh n sercs Volkes gezogen. Lrannte uns das OedipusVolk, mein um d.

Deutschen zu pesch:mp ren sondern um das Maide- Unheils und de r Le den zu umreißen, d:, über uns Hereingebrocht r.

seien. So aber wie de.

ins Unglück gestürzte, zum Bettler in der Fremde gewordene Oedipus vom Schicksal ausersehen ward den unseligen Brudeistreit m Theben — zwischen Polyneikes und Eteokles — zu beenden (das Orakel hatte veikündet diejenige Parte werde siegen, in deren Mitte OecTpus erscheinen werde), könne auch für die vom Bannstrah! ge troflvnen Deutschen dei Fluch sich zum Segen verwandeln und aus dem Bettle: volk das bindende Ghed in der Oe meinsehatt der euopäische i Völker w eden — Ist e cmehi al< neu Zufall daß Düsseldorfs neuei GeneraPntendam Gusui Gründgens an den Beginn dei W;>iferspKrze n.

gerade dvs gewaltig Thema teilte und m;t licher Vorahnungen verklärte Wort ausrief: ,Nicht in:tzuhas<en, mitzulieben bin ich da"? Uns scheint Die Beziehung zum Gegenwärtigen schafft gleich der erste Auftritt, aL aus dem Kömgspalast, mit allen Zeichen des Entsetzens und der Erbajmung, noch in der Blüte herrscherlicher Schönheit, Oedipus herausstürzt und ich zu den eingekleideten Gestalten niederbeugt, die da, hingestreckt auf den Palast >hr Gesicht, zu Tode erschöpft vom Hunger und schmucklosen der Angst vor der Pest, in ihrem Jammer liegen, Tragödie ist ungeheuerlich. Ein Übermaß des Leidens ist Oedipus bestimmt, der Schritt um schauerliche Gewißheit wird, daß die Wurzel alles die eigene Mutter geheiratet und mit ihr Kinder, zu Ansehen und sogaiRuhm gelangten Gastregisseur Karlheinz Stroux (Wiesbaden! das ganz und gat Llrgründtge, m Zuticfst Menschlichen lotende Geschehen aus dem Abgrund absojuter Zeitlosigkeit zu heben. Der pausenlose Ablauf dei tragischer) Handlung war wie von Fcueratem über webr, von einer Intensität des Ausdrücklichen, einer Wucht des Leidenschaftlichen, wie wir es hier, geschweige im weiten Umkreis, lange nichtmehr erlebten. Das, archaisch strenge, von wenigen hellen Säulen vor dunklem Vorhang, einer seitwärts in mündenden Treppe und einem Zeus Altar auf dem Vorplatz bestimmte stilvolle Bühnenbild Herta Böhms unter- , stützte die Absichten des Spielleiters vortrefflich dessen künstlerischer Wille auch die einheimischen Kräfte zu einer Hingabe und Intensität zwang, dk für ihre weitere Entwicklung und Steigerung das beste erhoffen läßt. Darstellerisch und als Sprecher, zwischen dem Ensemble und den Hauptdarstellern stehend, vermochte Peter Esser als blinder Seher Tdresias vor allem im Zusanwienspiel mit Gründäens, seinem früheren Schüler, zu er schüttern und den hohen Sprachstil der Dumontlindemaim Schulc, deren TraditionsMtcr er in langen fahren geblieben ist wiederum zu legitifnieien.

Grandios waren Spiel und Widcrspie! zwischen Gründgens und der Flickenschildt: Wir erlebten die hohe 1 Schule künstlerisch bewußten Theatejs. Mit einer fremd, fast rauh klingenden Stimme und eines maßvollen, überaus eindringlichen Ge- bärdcnspiache tiaf Elisabeth Flickenschildt die königlichen, Akzente der Jokaste mit souveräner Überlegenheit. Griindgens als Oedipus aber war das Ereignis de? Abends. Gewiß, er besitzt Gegner, die in seinem Spiel reine, hochgezüchtete Artistik, in seinem Komöctiamentum eine Dosis Hexenmeistere: sehen, Hirnakrobatik jfinex sich selbst spiegelnden Narziß Natur, Hypertrophie der Sensibilität! Das klingt all t s viel gescheiter, als es ist, und selbst wenn ein Quentchen Wahrheit darin steckte, wird solches Vorurteil dem Phänomen seiner mimischen- Kunst kaum gerecht, E stimmt: kein Wort, keine Silbe noch Bewegung ist Ki ihm unkontrolliert, er verliert" ich nie, et weiß um jede Nuance, er verfügt TsrohS über den sensibelsten Kunstintellekt unter den führenden Darstellern, aber ist dies nicht geiade seine Stärke? Könnte er sei Publikum in den Bannkreis der Empfindungen reißen, wenn er selbst über die Kräfte der Empfiridungtn nicht verfügte? Wie erkläit sich der Strom von Magie, der sich dem Zuschauerraum mitteilt, wenn Gründgens nur in Erschemutig tritt? Wenn er den Raum durchmißt. Raum gestaltend, mit herrscherlichem Schreiten, tänzerischem Fliegen, wenn er nach der Selbstblendung, fast an einen Grotesktanz Harald K reutzbergs erinnernd, ein auf dem Grat zwischen Tragik und hintergründiger Komik balanciertes Maskenspiel aufführt, ehe er sein schaurig entstelltes Antiitz mit schwarzen Augenhöhlen enthüllt, damit altgriechisch archaische Tempelktirsst zu wilder Klage, zu aufheulend dämonischer Transparenz verdichtet? Man muß es sehen, wie er um von dem Unglücksboten die grausame Wahrheit zu hören, auf beide Knie sich niederhockt find sein Haupt an die Brust des alten Hirten, fast hilfesuchend wie ein Kind in den Schoß der Mutter, lehnt oder beim Abschied von den kleinen Töchtern als Blinder Töne findet, die wohl vom Kunstveistand kontrolliert, dennoch Abgründe vereinsamten Gefühls aufzureißen vermögen. Er gibf das erschütternde Bildnis des preisgegebenen, leidenden Menschen. Und welch geiiiäler Regieeinfall: als Jokaste, noch Gattin, den müde hingestreckten, seines ganzen Verhängnisses noch nicht bewußten Mann in ihre Arme nimmt, sind berder Bewegungen plötzlich die des Wieeens, so wie eine Mutter ihr Kind in den Schlaf wiegt; wir wissen es auf einmal, das furchtbare Orakel hat sidi unentrinnbar erfüllt. Am zweiten Abend folgte Mozarts "Figaro in der Einstudierung von Gründgens; dem tragischen Menschheitsdrama tiefer Schuldverstnckung und unermeßlichen Leidens also folgte die musikalische Komödie eines "tollen Tages", jenes von politischen und sozialkritischen Intrigen und amourösen Händeln gespickte Spiel, "nach Beaumarchais von fern- LrbrettKten Da Fante für ai e Musik <es göttlichen Amade zubereitet Sollte bef der Ausahl dieser unsterblichen Oper auch die geistvolle TEatsadh nd amüsante Erkenntnis mitgespielt halten, daß der listenreiche Figaro so etwas wie die Rolle;ein verhindertenOedipus zu spielen tat? I>a8 erzwar nicht mit; einem" Vatermord belastet 4cch ran- 6m Haar — und nicht einmal ohne eigene- SdiulÄ- a seine durchaus, ;noeb tempera ; soiwarzgesdidtelte Mama "Märzellma sein Süsamieben :sa die staades, sdaes "ritten Standes" bewußte" Brust drücken datf iindti zu Seitensprüngeh neigende spanische" Grande wieder. des Wertes seiner angetrauten gräflichen" Genianiiii "inne wird. Sei, wie, es ei, aecli ebi Zufall ist löitunter unübertrefflich als tuaitrede pteisir, ob. wohl wirihn nicht im Ensemble von Grüridgeiw vermuten;, "auf alle Fälle isiseirie hfijbsche lenken, eine " köstlichere Darbietung &k diese . iaum möglich Als Bühnenbildner sensatio tecvmaa hatte sieK ö rändgeris den Maler Robert Pudlich gesichert, denMei&ter ph antasiereichen fafbzaubers und sensibelster Illustration: In den elegauten weniger- panischen als französischen, ßürch ein Treppcrihaws verbundenen Sdiloßräumen, dardi. " deren Fenster- und "Jalousien jParkatiaosphär, grüngolden mit Sorinenschein sich misdie nd ein , drang, bewegten sich 2ie mozartliffeen. Liebenden , mit kecker Freiheit und nobler Lässigkeit " Ihr ; ": Spie! und iKre Bewegungen sprühten von koaiö- mit s pätromäritischer. Finesse ausdeuteten " (Grund " ienO Die Hauptpartien, mit Ausnahme vielleicht. de? etwas "blassen. Grafen, warenbrillant besetzt: te ihrer Spitze hinreißend gesanglich Biid spiel gejfet" Helmut Fehn ab Figaro und Carla Spletter duzierte Orchester musizierte unter Heinrich "Herzenslust und so gelöst wie selten. Die Begei sföhrag des Publikums stand dem Erfolg der QeJipiis Auffähruag vom Vorabend nicht nsci. Griracigens war viel umj übelt; ;- 5- v