Gegen den Vorwurf des Schweizer Theologen Karl Barth, daß die Kirche Luthers für Nationalsozialismus, Staatsvergottung und Zusammenbruch verantwortlich sei, wandte sich während der Tagung "Evangelische Woche" in Flensburg der Präsident der Kirchenkanzlei der Evangelischen Kirche in Deutschland, D. Hans Asmussen. Er lehnte die Herführung einer weltanschaulichen Entwicklung auf der Linie Luther über Friedrich den Großen und Bismarck zu Hitler ab und faßte seine Ausführungen dahin zusammen, daß in Luthers Lehre und in den lutherischen Bekenntnisschritten nichts enthalten sei, was sich in Hitlers Lehre wiederfinde oder keimartig wesentliche Lehren Hitlers, in sich schließe, daß ferner alle Kirchen und die außerkirchliche Welt Deutschlands und des Auslandes den letzten 400 Jahren Irrwege gegangen seien, von denen sich die Kirche abwenden müsse, und daß niemand vor ein menschliches Gericht gestellt werden könne wegen einer irrigen Gesinnung, wenn diese nicht zu verbrecherischen Taten, geführt habe. Nach Betrachtungen über die historische Entwicklung und die Spaltung des kirchlichen Lebens durch den Reformator kam D. Asmussen zu dem Schluß: "Die Entscheidung über den Sinn dieser Zeit fällt auf eine ganz andere Ebene, und diese Entscheidung gilt dann für Zeit und Ewigkeit.

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Ein sächsisches Barockmuseum in der Moritzburg bei Dresden wurde der Öffentlichkeit übergeben. Es zeigt in 40 Sälen und Kabinetten des Jagdschlosses August des Starken, das sich nach Kriegsende in einem trostlosen Zustand befand, Gemälde, Stilmöbel, Porzellane und eine große Geweihsammlung aus den Restbeständen des Jagdschlosses und der Dresdner Sammlungen. Aus der berühmten Porzellansammlung August des Starken sind alle China-Meisterwerke verschwunden.

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In Düsseldorf beginnt am 31, Oktober, die Presseausstellung des Nordwestdeutschen Zeitungsverlegervereins.

Werner Egks Oper "Circa", die von der Frankfurter Oper zur Uraufführung erworben wurde, ist vom Probenplan wieder abgesetzt worden, da die Spruchkammerverhandlung gegen Egk, von deren Ausgang die Aufführung der Oper abhängig ist, noch nicht abgeschlossen ist.

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