111zonalen Ausstellung Das Bühnenbild der Gegenwart", die utiläHgst in Sdingeti veranstaltet wurde und qn der allerdings eine erltcbli&c Anzahl von Bühnenbildnern zeit- unJ :enei: bedingtfr Schwierigkeiten ivtgc nicht haben teilnehmen kennen. Jiitr der Zijrichcr BühnenMdfcsialter Teo Ono der sich außerhalb des Wettbcwgrbfs an der SJiau beteilig!hatte, einen Vonnig über die Situation dc< Theaters m den curopJis&c;! Ländern, demvir die folgenden Aufführungen entnehmen.f™ äs " französische Theattr eifuhf in der. Zeit von "- 1933 bis zur Gegenwart einen ungeheuren Einfluß durch die Maler. Künstler- wie Matisse,, Picasso, Dufy, Derain und Leger wurden von " Regisseuren und Choreographen geiufen. Und die Farbe brach in die französische Bühne ein. Die Tläche, der Hintergrund als optische, stimmungs mäßige Basis, dominierte übet das Räumliche und Architektonische auf der Bühne, Farben. Linie erwiesen sich als überlegeneres optisches Atisdrucfamittel gegenüber Raum und Plastik. Mit einer aufsehenerregenden Unbekümmeitheit und Fein nervigkeit wurden stärkste bildliche Wiikungcn erzielt bei einem Nichts an Pappe oder Leinwand. Es war vor allem Berard, der dann die Spitze hielt. Aber auch andere,wie Dautor, Blandie, Hugo und Cassandre, holten mit modernster Handschrift Wirkungen aus Prospekten hervor, die an gewaltige Barock Perspektiven erinnerten. Natürlich bestehen dabei Beziehungen zu den literarischen. Formen der aei tgemäft:n dramatischen LiteVatur, die in leidenschaftlicher, zugjeich geistreicher und geschlossener Weise sich mit der Zeit auseinandersetzt: die Werke eines Giraudoux Cocteau, Claudel be weisen dies. Im Gegensatz zu, ihnen ist es Sartre. der bewußt dem Regisseur und Bühnenbildner als " überschätzten Erscheinungen"entgegentritt. England ist das Land des größten Erneuerers des Bühnenbildes, eines Künstlers, von dem wir alle gelernt haben: Gordon. Graigs. Seither wissen wir, wie wir uns gegenüber den Werken eines Pnestley. eines Ehot oder eines Thornton "Wilder, zu vei> halten haben. Sie lassen die bekannten BühnenbildAuffassungep nidit mehr m, denn diese Stücke gehen über die bekannten realistischen Formen weit hinaus. Es ist interessant, daß neben dem " Old Vick" Theater die- Rührigkeit vieler kleiner, nicht kommerzieller T hcater in, London sehr lebhaft ist, und daß d; ese Theater in der letzten Saison die stärksten Erfolge hatten Hier ist der Verzicht auf den Aufwand wirksam geworden. Und so hat steh auch Benjamin Britten den Kontinenter obert mit der Abkehr von Aufwand und Äußerlichkeiten. Die Mannigfaltigkeit, Vielfalt und der Reichtum des russischen Theaters ist bekannt. Männer wie Stanislavsky, Meyerhold, Tairoff sind Begriffe und wegweisend geworden. Neue Versuche, Pflege der Tradition, künstlerische Qualität, allgemeine Liebe tmd öffentliches Interesse haben dem russischen Theater eine- Popularität und Breite gegeben, die einzigartig sind. Die" Verschiedcnaitigkeät und Reichweite des russischen Theaters umschließt prunkvollste und einfachste Ausfühiungeni Experiment und Tradition, Klassik und Aktualität. Repräsentation und Diskussion, Nationalitäten Theater und Jugend Theater. So ist es möglich, daß man in Moskau das gleiche Stück in drei verschiedenen Theatern verschieden auffaßt und inszeniert sehen Tcann. Das Bühnenbild kennt dabei alle Skalen des Ausdrucks, von der prunkvoll gemalten Kulisse bis zu rein räumlichen Lösungen, vom konstruktiven Dekor bis zur symbolischen Andeutung. Außergewöhnlichist hier aie. Entwicklung undJVerwendung der Bühnentechnik ","" Im tschechischen Theater ist vor allem eine besondere Experinieatierfreudigkeit bezeichnend: Atisdruck eines gen : Theäterlebens. Es wird ein Art realistischer Konstruktivismus giepflegt mit intensiver Einbeziehimg, der Bühnentechnik,d iesbesond ers In,dem" Btirian Theater" mit Bunan afe ;Aütor. Regisseur, ßühneiibildiier und Darsteller." Sein Theater bedient sich- in bisher hie gekannter Form der Beleuchtungs- und LichtentwickktiTg. Das Licht ist bei ihm wesentlicher Träger der Inszenierung, aber es is t auch hier bezeichnend, daß er vom Jieater des technischen Aufwandes fortstrebt tind dem Darsteller eine entscheidende Rolle " zuweist Was das italienisch! Theater betrifftso, dürfen Avir Überraschungen erwarten, ebenso was den italienisAen Filtn angeh t, der heifteüberragend, ist " xind dessen aüßerordentl ichcr realistischer Mut und Icün stlerischer Glaube im Theater seinen Nfeder : schlag finden wird. Eines"zeigtsich, allgemein : wir erleben nicht eine Flucht von der menschlichen Wirklidikeitsbeziehung fort in die Abstraktion wie J918, sondernein Streben zum Menschlichen hin, Das Näherrücken, das Entdecken des Nachbarn liegtin der Zeit und ist Voraussetzung unserer Existenz geworden Diese Entwickhing hat auch injtalien die sinnvolle Verwertung der vergangene !! Exper iinente, gesunde Distanzierting von den äußeren Mitteln und von einer übertriebenen Bühnen ;: techiiik und die Besiniiuttgauf dieeinfachen Mittel ; d_es Theaters zur Folge ; Bedingt durch die Umstände von 1933 fiel dem Theater in Zürich iniRahmea derdeütsdisprachigeH Bühne einebesonaefe Aufgabe zu: es wurde zur Tribüne der freiheitlichen aüßerdeütschen Literatur. Hinzu kam, daß in glücklicher Weisesich die mensch- liehe mit den kulturellen Aufgaben verbinden durfte. Wir waren auch in der Schweiz betroffen, vom Ge sAehen de? Zeir rirnd, getragen von einei; anti faschistischjen Halfung: so zwangen uns die Ereig-" nissie in Deutschland zur: ständigen Auseinander setzüng mit allem, was sich in Deutschland abspielte. Diese Auseinandersetzung war der Motor nsererEntwicklung ,, denn wir konnten" nicht The:.

:atei: spielen, distanziert von der Zeit, sondern in engster Verbindung, mit ihr. Es ergab isich zwangsläufig, daß wir die jne risdiliehen und die dichte rischen Probleme auf der Bühne zur Diskussion "sre]ken, ttrjd, es erwies sich:, daß diese A ; der Zeit nicht zu tennen waren von unseren: künstlerlsclieft; Aufgaben. In dieser wohl selten >erlebifen Verbindung von künstlerischer Är beit und geistiger Auseinandersetzung spielte auch die prak- tiscJie köl legiak Hilfe eine froße Rolle. DefRe gisseür in der Schweiz mußte sichunter dem Zwang der zeitlichen SchwierigkeiTen in ökonomischer "Welse auf Sinn und Wesen" des Stückes konzentrieren, der Bühnenbildner mußte den fiiatjgel anMitteln durch phantasievoile Ausnutzung der ein fachs fen TWaterhilfen ersetzen, und der:bis dahin typisierte Schauspieler erlebte an "äer" Vielfa ]t der Aufgabe eine umfassende künstlerische Reichweite: Wir fänden ,daß das Wort:und das Stück: nich bloß Partitur des Regisseurs, sondern, das Entscheidende ; waren; wir fanden, daß : der Schauspieler keine ; Mariowette; sondern der entscheidende Vermittler (des Worte) der<Bühiie ist dies in einer neigte sich das- bedrückte Herz" des Menschen dem, Wort des Dichters in" ergreifender Weise zu. Die Reaktionen waren lebhaft, von stürmischen, : liiiigenssenen. D_einohstratiönen für die Dichter, bis zu Skandalen. Regisäeürund Bühnenbildner hatten im "Rahmen dieses Theaters eine dienende Aufgäbe, . Der Bühnenbildner mußte wfe der Schauspieler bei wie : der Scha tffipieler im Gruade, seifte Aufgäbe stets neu zu lernen, " ; ,Lind doch müssen" wir wissien, dafi da s Theafer " aush, :ohne Technik auskommen kann, sosehr wit wissen, daß der gute Sdmu sViel er auch vor einem ; Niehfs an Deföration mit der Kraft seintr Person- ". liehkeit denZuschauer bannt. Diese Erkenjinifeseschmälern nicht die Bedeutung unseres Berufe >Bthnenbiider, sondern erholien ijin und machenir !i efen : ; ä"!s; ; Shn siibnier. Farblidifi Wirkungen wurden nach teilen Selten hin ausprobiert, auf Holz, auf Lein- wand, die mit, Materialien vom Ssegras bis zu Bfiim ea ohne Dekor§, mir mit "Liebt abgestattet, wurden gebaut, Dekorationen nur aus Draht1919 unternahmen wir Versuche mit farbigen " Nebeln, Versuche, die Burian mitschweremNebel- niiii Luftregulierung fortsetzt " Es ergab sich interessanterweise, caS derRundhorizontam Wenigsten Verwendet wurde, weil er sich im tiefsten Grunde k theaterfremdesElement erwies. Räumlich und plastische- Lösungen hielten sich Sie Waage mit maiefisch farbigen. Unsere Bühne war ein Brett ratkms Etat für ein" Jahr entsprach den Kosten einer einzigen Ausstattung"; wie sie damals in Deutschland gepflegt- wurde. Virtuosität, bm~ baltische Aufmachung, Äußerlichkeit sind der. Tod . Jeder Kirnst. Besinnung, Entfall und Einfadiheit Jcöflnen der Sdiwierigkeiten" Herr werden" und. füireiTin der Anwendung der Mittel zum Theater im reinsten Sinnezurück. Wir erleben es dabei ®iich heute immer wieder, wie bereitwillig sich das Publikum dem Zauber unserer We lt auslieferte, tarean. Ernst und Qualität dahintestellen;. Wie b efelüdcend und im besten Sinne- naiv akzeptiert das Publikum das Verzaubern und "Vortäuschen mit den einfadisten dekorativen Mitteln auf der Bühnef Allgemein herrscht im Ausland;die Auffassung, ÜU8 die Chancen zu einer grundlegenden Erneue ruag des. Theaters in Deutschlandgroß s ind, weil die Formen nicht mehr findige. Konstruktionen des Köpfchens sind, sondern einer harten Wirklichkeit entspringen und damit gelebt. Formen sind Bei dem großen Nebeneinander von Möglichkeiten, können sich die interessantesten Entwicklungen am Theater ergeben. Sie sollten als eine ungewöhnliche . Erscheinung auf "das liebevollste beobachtet werden " " "