Ansprache vor Theater- und Filmautoren

Es ist die Leidenschaft einer recht ausgeübten Kunst, durch die Darstellung der Schönheit den Geist zu einer Höhe jenseits der Fassungskraft der Gefühle und jenseits des Reiches der Materie zu erheben, bis zu Gott, dem Höchsten Gut und der absoluten Schönheit,-von dem alles Gute und alle Schönheit ausgeht.

Die Kunst, die wahre Kunst, die gleich weit entfernt ist von jeder unbestimmten Gefühlsseligkeit, die in eitlen Träumen oder unverständlichen Symbolismen den Kontakt mit der Wirklichkeit verloren hat, die von knechtischem Realismus, der bloß am Gegenstand und an der materiellen Tatsache, klebt, ohne dem Geist zu erlauben, sich davon zu lösen, diese Kunst macht durch das Spielder Formen, der Schatten und Lichter, durch die Melodie beim Singen oder durch Betonung und Ausdruck beim einfachen Sprechen den Gedanken durchsichtig und harmonisch und weckt und deutet gleichzeitig die Gefühle und Leidenschaften, die verborgen im Herzen der Menschen schliefen oder gärten. (26. August 1945)