DIE ZEIT

Neue Solidaritäten in der UNO

Die Verselbständigung der Kolonialvölker,gestern noch eine bloße geschichtswissenschaftliche Theorie, ist zu einer der unbestreitbaren Tatsachen von heute geworden.

Friedlose Saar

Das Saargebiet, in den von Frankreich einseitig festgesetzten Grenzen, hat auf 5. Oktober den Landtag gewählt, dessen wichtigste Aufgabe darin bestehen soll, den Entwurf einer neuen Verfassung zum Gesetz zu erheben.

Vorwärts mit Stachanow!

In der Ostzone hat man den Sokolowski-Befehl Nr.234. In den Westzonen hat man die Demontageliste. „Hebung der Arbeitsproduktivität und Verbesserung der materiellen Lage“, das sind die Stichworte der neuen Anweisung des sowjetischen Oberkommandierenden.

Kampf gegen das Oberhaus

Reform des Oberhauses – das war der wichtigste Punkt der Thronrede, die der englische König zur Eröffnung der dritten Sitzungsperiode des Unterhauses verlesen hat.

Englands Gewerkschaften

Die englischen Gewerkschaften sind sich ihrer augenblicklichen Macht bewußt. Sie werden sich aber auch in wachsendem Maße darüber klar, laß ihnen schwere Kämpfe bevorstehen, denn Konzessionen, die sich heute leicht erwirken lassen, werden möglicherweise in der Zukunft nicht, so einfach zu erreichen sein.

Dänische Wahl

Die außenpolitische Tragweite der dänischen Reichstagswahlen vom 28. Oktober geht schon aus der Tatsache hervor, daß es die Südschleswigfrage war, über die Ministerpräsident Kristensen.

WOCHENÜBERSICHT

Präsident Truman gab in einer Rundfunkansprache an das amerikanische Volk bekannt, daß er den amerikanischen Kongreß zu einer Sondersitzung am 17.

‚Anerkannte‘ Aggressoren

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen tagt nun bereits seit geraumer Zeit. Es kann kaum gesagt werden, daß alles dort reibungslos vor sich geht.

Flüchtlinge wollen kein Mitleid

Die Kirche hat bereits eigene Flüchtlingshelfer geworben, die als Mittler von Mensch zu Mensch tätig sind. Deren gibt es in Westfalen, wie einer von ihnen mitteilte, schon rund 200, und sie haben sich durchaus bewährt.

Die Mittel der Moderne

Die Frage, wieso der moderne Künstler oft zu einer scheinbar willkürlichen „Deformation“ der natürlichen Escheiuungsform kommt, geantwortet der Maler Paul Klee in seinem im Verlage Beusch.

Abbild und Sinnbild

Die Auseinandersetzungen um die moderne Kunst und insbesondere um ihre letzten, dem Publikum oft unzugänglich erscheinenden Beispiele, wie sie einige Ausstellungen in jüngster Zeit darbieten, kreisen fast ausschließlich um den Gegenstand, um das Abbildliche.

Natur und Kunst

Fablo Picasso hat seine Ideen über die Malerei nur gesprächsweise formuliert. Zwei dieser Gespräche wurden von Beteiligten festgehalten.

Zwei Demokratien

Es gibt zwei Demokratien: Die eine bewundere ich, und die andere verabscheue ich. Die erste ist die politische Demokratie, die auf der Annahme beruht, daß alle Bürger das Recht haben zu entscheiden, was für eine Regierung sie haben wollen.

Kleine antike Schätze

Hamburg hat das Glück, daß es in seinem Museum für Kunst und Gewerbe einige erstrangige Werke antiker Kleinkunst, zumal aus der klassischen Zeit des fünften Jahrhunderts, aufbewahrt, die augenblicklich in erlesener Auswahl gezeigt werden.

Kunstwoche am linken Niederrhein

Daß in den Städten München-Gladbach-Rheydt der Theaterleiter Fritz Kranz und der Städtische Musikdirektor Romanus Hubertus von der Verantwortung für die Aufgabe einer aktiven Kulturpflege durchdrungen sind – dafür gab eine Woche moderner Kunst beredtes Zeugnis.

Thomas Stearn Eliot

Das Theater der kleinen, doch für das heutige Deutschland so bedeutenden Universitätstadt Göttinnen hat T. S. Eliots "Murder in the Catedral" oder, wie es Rudolf Alexander Schröder verdeutscht hat, seinen "Mord im Dom" gemeinsam mit Köln uraufgeführt.

Träume eines Kunstkritikers

Dem Kunstkritiker träumte: er stieg eine Treppe empor, die kein Ende nehmen wollte. Nach einer Weile kam ihm von oben herab ein Mensch entgegen: der hatte zwar kein rechtes Gesicht, aber dieses Unfertige strahlte vor lauter Begeisterung.

Der Papst über die wahren Aufgaben der Kunst

Es ist die Leidenschaft einer recht ausgeübten Kunst, durch die Darstellung der Schönheit den Geist zu einer Höhe jenseits der Fassungskraft der Gefühle und jenseits des Reiches der Materie zu erheben, bis zu Gott, dem Höchsten Gut und der absoluten Schönheit,-von dem alles Gute und alle Schönheit ausgeht.

Notizen

Carl Zuckmayer sprach bei der Eröffnung der "Freien Volksbühne" der drei westlichen Zonen Berlins, die in Anwesenheit von Ricarda Huch stattfand, über die Notwendigkeit des Volkstheaters und schied dabei die Theaterpolitik aus.

Bluthochzeit

Die Summe unserer Existenz, durch Vernunft dividiert, wird niemals rein aufgehen, sonimmerein wunderlicher Bruch bleiben.“ Diese Maxime Goethes trifft den Wesenskern, der Tragödie des spanischen Dramatikers Federico Garcia Lorca, die in der Regie von Hermine Körner im Kammertheater der Württembergischen Staatstheater zu Stuttgart ihre deutsche Erstaufführung erlebte, Spanien, das in seiner Kunst von je seine eigenen Wege ging – Wege, die immer dem Irrationalen näher lagen als der Ratio und dem Intellekt –, bleibt sich auch in diesem Dichter treu.

Neue Lektüre

Mit der Herausgabe dieses monumentalen Werkes des im Frühjahr 1947 verstorbenen Altmeisters der deutschen Amerikanisten sich die Universität Hamburg ein hohes Verdienst erworben.

Deutsche Legende und päpstliche Revolution

Den Spiegel und die abgekürzte Chronik – wenn nicht des Jahrhunderts, wie Hamlet will, so doch unseres Jahrzehnts –: das will Hermann Mostar in seinem neuen Schauspiel "Meier Helmbrecht" bieten.

Radio-Olympia enttäuschte

Die in England veranstaltete Radio-Olympia hat ihre Tore geschlossen. Sie sollte die erste bedeutende Funkschau Europas nach dem Kriege sein.

Wenig Stühle, knappe Tuche

Die Tuch- und Kleiderstoffindustrie der britischen Zone, die linksrheinisch vorwiegend im Aachener und M.-Gladbacher Bezirk, in der Gruppe Rechtsrheinland hauptsächlich zwischen Wupper und Ruhr beheimatet ist, hat sich von den Rückschlägen des letzten Winters etwas erholt.

Kurze Wirtschaftsmeldungen

In der Ostzone sind gegenüber 1938 durch die Arbeitsämter 20 v. H. der Bevölkerung mehr erfaßt, da heute auch selbständige Gewerbetreibende, mithelfende Familienangehörige.

Kalorientausch?

Im Schweizer Konsortium hat dem Zweironenamt fär Ernährung und Landwirtschaft ein interessantes Tauschgeschäft vorgeschlagen.

Kommunizierend

Derfranzösische Außenminister Bidault erklärtekürzlich, daß Frankreich seine Zone möglicherweise mit der anglo-amerikanischen Zone vereinigen werde, wenn die Londoner Außenministerkonferenz nicht die Wirtschaftseinheit Deutschland herbeiführe.

Wirtschaftsstimmen zur Demontage

Allgemein kann festgestellt werden, daß sich die Wirtschaft bemüht, sachlich an die Demontageliste heranzugehen und Pauschalurteile zu verneiden.

Neues Geld für alte Schulden?

Der Verfasser, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Dr. F. Brehmer (Bremen), geht von dem sogenannten Mindener Gutachten zur Geldreform aus, das – zunächst als vertraulich, bezeichnet – aus unbekannten Gründen Ende August veröffentlicht worden ist.

Föderalistischer Zellstoff

Zwischen Nord und Süd spielt sich seit Monaten ein stilles, aber darum für die Gesamtinteressen nicht weniger verderbliches Tauziehen ab, das zugleich die Grenzen sichtbar macht, die der Macht der bizonalen Wirtschaftsverwaltung noch immer gezogen sind.

Hoffnung in Flensburg

Nachdem auf der Exportmusterschau in Flensburg Abschlüsse im Werte von 4,2 Mill. Dollar ge- – tätigt worden sind, ist nunmehr auch die offizielle Eröffnung in Anwesenheit hoher englischer Gäste; wie Sir Cecil Weir und Gouverneur de Crespigny, erfolgt, und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Lüdemann wünschte ihr zum zweiten Male Glück auf den – Weg.

Der Geist von Hermannsburg

In den Pausen dieser nicht gar pausenreichen Versammlungstage in Hermannsburg, nachdem, wie der Tagungsleiter sagte, "der heidnische Gong" zum Mittagessen und zur Erholung gerufen hatte, konnte man – was nicht viele der Akademie-Gäste taten – das Dorf durchschreiten.

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