Im Schweizer Konsortium hat dem Zweironenamt fär Ernährung und Landwirtschaft ein interessantes Tauschgeschäft vorgeschlagen. Angeboen weiden Fleischkonservcn (amerikanischer Herkunft, ia WeißbJechdosen), argentinisches Gefrierfleisch, ferner ursprürglidi für den britischen Markt bestimmte "KanuKclhärften"; dazu kommen größere Posten n verbrauchafertigen Fetten. Im Kompensaiionswege soll Deuts Aland dafür Magervieh liefern: bis zu 1000 Stück sogenannte Wurstkühe", jin Jenen ia in den Westzonen nach der schlechten Raukfutterernte und dem Veitrocknen großer Weideiächea zur Zeit wahrnattig kein . Mangel besteht (Die Enahrungsverwaltung macht sicli seit ger tutner Zeit schon Gedanken darüberwie der — relativ! — fiberrddilicfae FieischanfaJl aus den jetzt einsetzenden Schlachtungen durch Konservierungsaktionen verschiedener Art auf die im Frühialit I°48 beginnende Zeit dcs Mangels übertragen werde kann ) Das Schweizer Angebot füi dies Geschäft, das Zug um Zug und rein ""bargeldlos" abgewickelt werden soll, lautet: für je tooo Tonnen Lebendgewicht = 542 Tonnen reines Teti cdcr 190 Totinen Büchsenfleisch (mit 16 v. H. Fettgehalt). Das wäre immerhin eine Verhand- lengsbasis. Das letzte Wort haben freilich die Besatzuagsmäditc Das holländische Angebot, den Westzonen gröBere Mengen Gemüse zu liefern, ist we man weiß. an ihrem Einsprach gescheitert. Nach der offiziellen Lesart nird zwar noch weiteivethandeit — aber der Herbst ist nicht die rechte Jahreszeit für große Lieferungen an Frischgemüse. Ursprünglich war von 290 ooo Tonnen die Rede; später sollte ein Kontrakt über 160 000 Tonnen abgeschlossen werden. Auch 20 ooo Tonnen "Äpfel — Fallobst — wollte man billigst" liefern, Anfang August wurden die ersten Sendungen mit Gemüse abgefertigt, 30 Waggons mit rurwä 100 Tonnen Mohren und Tomaten, auf die Nachricht hin, daß das Geschäft nach maa_telangen. Verhandlungen nun endlich perfekt sei. Leider war das sieht der Fall. Die Folge ist, daß — nach holländischen Schätzungen — damals rund fOOOO Tonnen Gemüse allein Sm Grenzbezijk >erro< et sind.

Was im voiige : fahre möglich war — damals sind, wie man weiß, beträchtliche Mengen an holländischem Gemüse nach Westdeutschland gegangen —, Ist also in diesem Jahre offenbar nicht geglückt. Die offizielle Lesart- der Besatzungsitisdite lauret: infolge der Devisenknappheit könne mau nur fiodiwerri£e Lebensrnittel aus ä?s Nachbarländern kaufen. Nach einer holländischen Darstellung, die wir mit allem Vorbehalt wiedergeben, lautete das Angebot dahin, daß die Gemüselieferungen, ?itf Dollarbasis berechnet, durch Bezug l deutscher Industriewarcn kompensiert werden so II, ten. Die Gegenvorschläge der Militärregierung hierzu sollen gelautet haben : 1 der Preis für die Lieferungen an Gemüse wird sich nach dem Preis einer Mehlmenge jleid en Kalorienwertes richten; 2 es werden nur solche deutschen IndustrieWaren zum Export nach Holland zugelassen, die "für die unmittelbare Belieferung dritter Lander seitens der Militärregierung nicht in frage kommen; 3 def holländische Anspruch auf Gegcaliefe jungen entfällt, wnr die deutschen Industrie waren nicht innerhalb von sechs Monaten nach , Holland geliefert werden konnten.

Das wären nun :P der Tat — vorausgesetzt, daß sie korrekt wieder geebci sind — ganz unmögliche Bedingungen. Wenn auf dieser BacL verhandelt worden ist, war es nur schade um Zeit and Kinhe; die Verhandlungen mußten dann fieiliA swaagsläufig scheitern. Weder, kann man Gemüse nach Kalorien handeln, noch die Gegenlieferungen — Holland legte "vor dllem Wert auf Koks und aiit die Ausrüstung seiner Gai tenbaubetrebe iWaimhäuser) mit Kesseln. Rohren usw — willküiliÄ beschränken; vollends unmöglich ist die Klausel. daß bei Nicbtzuscandekonimendes Gegengeschäfts 4er Zahlungsanspruch kurzfristig verfallen solle. Man nH d die Hoffsumj baben dürfen, daß es der Frankfurt- Wirtschainsrat in absehbarer Zeit doch noch durchsetzt, bei Verhandlungen über Lebensmittelangebote ?:i Deutschland (oder vielmehr zunächst ön dievereinigten Westzonen) unmittelbar eingeschaltet zu werden. Die bisherige Praxis icr mir geeignet, nötig Verbitterung jand Miß"trwueit ru schaffen. G, K,