Georg Friedrich: Amerikanisches Wörterbuch. Crohn, De Gruyter & Co. (Universität Hamburg).

Mit der Herausgabe dieses monumentalen Werkes des im Frühjahr 1947 verstorbenen Altmeisters der deutschen Amerikanisten sich die Universität Hamburg ein hohes Verdienst erworben. Auf Grund eines 50jährigen Forscherlebens hat der Verfasser die aus denJndianischen Sprachen Nord-, Mittel- und Südamerikas in den europäischen Sprachschatz übernommenen Worte zusammengestellt; analysiert und ihrer Herkunft, Entstehung und Bedeutung nach klargelegt. Es ist ein Werk, das immenses Wissen mit wissenschaftlicher Tiefgründigkeit verbindet und daher als grundlegend zu bewerten ist. Sprachforscher. Ethnologen und Historiker können aus ihm tiefe Einblicke in die Kulturgeschichte des vorkolumbischen und kolonialen Amerika gewinnen. Fr. Termer

Ediths Klipstein: Die Bekanntschaft mit dem Tods, Roman. Claassen und Goverts, Hamburg.

Charakteristisch ist, daß hier gesagt wird, die Bekanntschaft mit dem Tode, „die erste und entscheidende Bekanntschaft, die wir mit ihm machen“, sei oftmals wichtiger „als das was wir dann das Ende eines Menschen nennen“. In solchem Wort klingt jene Vertrautheit mit der Fragwürdigkeit allen menschlichen Daseins auf, die als Wurzel und Kern dieses gewichtige und abgeklärte Gegenstück zu Editha Klipsteins bedeutsamem Entwicklungsroman „Anna Linde“ und ihrem während der Kriegsjahre edierten Gesellschaftsroman „Der-Zuschauer“ durchregt. Ein reich facettiertes Aufgebot genau und doch auch hintergründig gesehener Gestalten vermittelt ein farbensattes Abbild großbürgerlicher Gesellschaft im Südwesten Deutschlands um das Jahr 1925, Es ist das Bezeichnende dieser Epoche, daß sie ungeachtet der Schrecken des ersten Weltkrieges die Apokalypse des zweiten fahrlässig heraufbeschwor. Deshalb entringt sich einer der Gestalten das Geständnis; „So. standhaft wie heute haben wir noch nie versucht. unsere Seelennot zu leugnen.“ Eben solche Verleugnung ja bereitete den Boden für jene Saat des Gräßlichen das seither – seit dem mit der Jahreszahl 1925 gegebenen Grenzpunkt – so fürchterlich hat aufgehen dürfen.

(Casimir Edschmid: Lesseps Das Drama von Panama, Verlag: Der Greif / Walther Gericke, Wiesbaden.

Diese auf knappestein Raum verdichtete und erstmals vor elf Jahren publizierte Chronik von der Vorgeschichte des Durchstichs der Landenge von Panama zählt bereits zur Bibliographie jenes Kanalbaus. Einer der größten Finanzskandale der Weltgeschichte erfährt hier eine schlüssige Detaillierung auch im Psychologischen. Markant und konzis im Stil, im Sprachlichen von kristallener Nüchternheit, zehrt auch dies aufschlußreiche Gegenstück zu Edschmids Südamerika-Buch, von der Vertrautheit des Autors mit Landschaft und Örtlichkeiten.