Carl Zuckmayer sprach bei der Eröffnung der "Freien Volksbühne" der drei westlichen Zonen Berlins, die in Anwesenheit von Ricarda Huch stattfand, über die Notwendigkeit des Volkstheaters und schied dabei die Theaterpolitik aus. Das Volk nannte er "die Menschengemeinschaft all derer, die guten Willens sind". Aufgabe der Volksbühne sei es, ihnen aus dem "Weltvorrat der Literatur" und den Werken werdender Dichter die erhöhte Wirklichkeit der Kunst darzubieten. "Das Übel der Intoleranz kann man nicht mit umgekehrter Intoleranz ausrotten!" erklärte Zuckmayer unter dem Beifall des Auditoriums. "Macht die Volksbühne zum Hort einer neuen Menschlichkeit, zum Sinnbild eines glücklicheren Volkes!" –

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Über die bedenkliche geistige und materielle Lage des westdeutschen Theaters sowie über Mißstände im deutschen Theaterleben der Gegenwart sprach der Leiter des "Theaters im Westen" in Düsseldorf, Walter Dirk. Insbesondere wies er auf die Schäden hin, die durch herumziehende "Pfuscher"-Bühnen verursacht werden und kritisierte den fehlenden Mut der westlichen Theater, Stücke von russischen Autoren aufzuführen.

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Im Mittelpunkt der Londoner Richard-Strauß-Festspiele stand ein von dem Komponisten selbst in der Albert Hall dirigiertes Konzert, dessen Programm die zwei symphonischen Werke "Don Juan" und die "Sinfonia Domestica", ferner die "Burlesken für Klavier und Orchester" sowie ein Neuarrangement des "Rosenkavalier-Walzers" umfaßte.

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Als Chefdirigent des großen Kölner Rundfunkorchesters wurde der junge Schweizer Dirigent Jean Meglan aus Genf vom Nordwestdeutschen Rundfunk verpflichtet.