Die in England veranstaltete Radio-Olympia hat ihre Tore geschlossen. Sie sollte die erste bedeutende Funkschau Europas nach dem Kriege sein. Aber die Erwartung, daß diese Messe in der Weltöffentlichkeit einmal die technischen Fortschritte des Rundfunkwesens demonstrieren würde, hat sich nicht erfüllt. Das wird in England mit bitterer Enttäuschung notiert.

Hunderte neuer Rundfunkempfänger, Plattenspieler und Fernsehempfänger zeigten in ihrer Konstruktion gegenüber der Vorkriegszeit keine wesentlichen Änderungen und Verbesserungen. Nicht einmal ein einziger neuer Röhrentyp wat zu entdecken. Auch auf dem Gebiet des Fernsehens war – mit Ausnahme eines Fernsehgroßproduktionsgerätes – keine wesentliche Neuheit-zu verzeichnen, die sich erheblich von dem Stande vor etwa sieben bis acht Jahren abhob. Gleichfalls ist es um alle laut propagierten Fortschritte der Schaltungstechnik undKonstruktionsverbesserungen Rundfunkapparate still geworden. Die Preise sind in die Höhe geschnellt und teilweise doppelt sohoch wie vor dem Kriege.

Radargeräte mit 150 Röhren und wahre Fernseh ,,Maschinen", die den Flug der feindlichen Bomber beobachten, halfen, versprachen andere. Friedensergebnisse für die Rundfunktechnik. Ingenieure träumten seinerzeit von kühnen Plänen. Sie rechneten mit Aufgaben für die Serienherstellung von Fernsehern, die es der Masse ermöglichen sollten, an dem neuen Wunder dieser neuen Technik teilzuhaben. Aber es blieb bei den Träumen. Das Fernsehen ist auch heute immer noch nur für eine kleine Schicht erreichbar.

Man fragt sich unwillkürlich, wo die Ursache für diesen Stillstand in der technischen Entwicklung zu suchen sein mag. Der Krieg hat zwar die Technik mit Siebenmeilenstiefeln vorwärtsgetrieben, trieben, die Fortschritte sind jedoch dem Frieden bisher nur begrenzt nutzbar gemacht worden. Die Hochfrequenztechuik nutzte man als jährliche Waffe und dadurch erklärt sich, daß viele ihrer Errungenschaften und ihrer Erfindungen noch in den Safes ruhen. Und doch wäre es die Aufgabe der Friedenswirtschaft, sie für den Friedensbedarf zu verwerfen und auf diese Weise die Rundfunkindustrie zu befruchten. K. D.