Mitwestlichen Mitteln bekämpftdie östliche Planwirtschaft ihren Kaufkraftüberhang. In der Sowjetunion sind im Verhältnis zum Geldangebot zu wenig Konsumgüter vorhanden. Die Erklärung hierfür liegt in den mangelnden Kaufmöglichkeiten während des Krieges und im Mehrverdienst der Rüstungsindustrie, wie es alle am Krieg beteiligten Länder erlebt haben.

Nunmehr faßt die Sowjetunion Währungsreform,Abschaffung der Rationierung und Rückkehr zur freien Konsumwahl zusammen. Das Bargeld wird im Verhältnis 10 : 1 eingetauscht, Sparguthaben bis zu 3000 Rubel behalten ihren vollen Wert, bis zu 10 o00 Rubel werden 3 : 2, über 10 000 Rubel 2 : 1 zusammengelegt. Geld in Kooperativunternehmen und Kolchosen wird im Verhältnis5 : 4 gekürzt und Staatsanleihen mit Ausgabedatum vor 1947 werden in „Einheitsanleihen“ 3 : 1 getauscht. Die Auslandsobligationen bleiben unberührt.

Gleichzeitig wurden die Preise neu festgesetzt. West-Rußland, die Großstädte Leningrad und Moskau und der weite Osten erhalten getrennte Preise. Dies drückt sich zum Beispiel bei Weizenbrot aus: der Westen zahlt 6.20, der Osten 7,80 Rubel. Allgemein ist zu sagen, daß sich die Lebensmittelkosten – in neuen Rubeln ausgedrückt – um rund 50 v. H. senken werden. Löhne bleiben unverändert.

Das Ziel Moskaus, das Notengeld zu verringern und das Bankgeld zu kürzen, wird begleitet von einer Ausdehnung des Handels zu staatlich festgelegten Preisen, da man sich bewußt ist, daß nach der Abschöpfung der „freie Markt“ nicht mehr von der breiten Masse infolge der Geldverknappung benutzt werden kann. Dies wird in einem Kommentar der „Prawda“ hervorgehoben, um zu beweisen, daß die Finanzreform in der Sowjetunion nicht auf Kosten des Lebensstandards der arbeitenden Klasse erfolgte. -w.