Die Demontage einer Hüttenwerksanlage auf Reparationskonto wird in einem Gutachten zur Demontage des Kruppschen Hüttenwerkes Borbeck als der unwirtschaftlichste Arbeitsprozeß bezeichnet, der denkbar ist, da es praktisch unmöglich sei, die demontierten Teile im – Empfangsland wieder in dem ursprünglichen Zustand wirtschaftlich. zu errichten. Diese Schlußfolgerungen sind im Hinblick auf die vorgesehene Demontage der größten deutschen Hüttenwerke (August Thyssen Hütte und Reichswerke) besonders aktuell Dieser Untersuchung zufolge stellt die Reparationslieferung von Hüttenwerken nur einen Rohstofftransport von Eisen- und Metallschrott dar. Denn derartige Anlagen bestehen fast ausschließlich aus Öfen, Eisenkonstruktionsbauteilen und Energieverteilungsanlagen, während Maschinen nur einen kleinen Prozentsatz ausmachen.

Bevor mit der Demontage in Borbeck begonnen werden konnte, müßten nicht weniger als 35 000 t Mauerwerk herausgehauen und abtransportiert werden. Da die Einrichtungen soweit zerlegt Verden müssen, daß beim Verladen das Eisenbahnprofil eingehalten wird, müssen alle Bauteile entnietet werden: Millionen, von Nieten mußten gelöst werden. Übrig blieben praktisch nur Profileisen und Bleche. Der Arbeitseinsatz für die Demontage in Borbeck betrug in der Spitze 2800 Mann. Mit den Arbeiten wurde bereits im Frühjahr 1946 begonnen. Bis heute sind etwa 50 000 t versandt worden. Fachleute schätzen, daß die Demontage erst Anfang 1950 beendet sein wird. Allein bei der Markierung Waren 60 Techniker etwa 14 Monate tätig; 25 000 qm Papier wurden verarbeitet. Für den Transport bis zum Seehafen Hamburg wurden bisher etwa 2500 Waggons und 20 Schleppkähne. in Anspruch genommen. Der Abbau des Werkes Borbeck wird einen Kostenaufwand von mindestens 20 Mill. RM verursachen, d. h. mehr als 200 RM je Tonne; Diesem Aufwand steht eine Bewertung von nur etwa 9,5 Mill. RM gegenüber. Diese moderne Hüttenwerksanlage wird also im Durchschnitt nur mit 100 RM – je Tonne bewertet. Es zeigt sich überhaupt, wie es in der Untersuchung weiter heißt, daß bei den von den Militärbehörden vorgeschriebenen Bewertungsverfahren Hüttenwerke besonders schlecht abschneiden. Nur transportable Eisen- und Stahlteile werden bewertet. Nicht, erfaßt werden dagegen Fundamente, Hafehanlagen sowie die Montagekosten und Installationskosten.