Ob das nidht eln tollkühnes Uriternehmen för einen Deutsdien wat, in England, dem klassischen. Land der Internate und pMc sdtooh, eine Sdrale sät gründen? Der Ma nn, der dieses Experiment im Jähre 1934 wagte, war zuvor Gründer wnd Leiter der Schul Salem in Baden gewesen: Kur? Hahn. Als Hitlef ini Herbst 1932 den Mördern voa Potempa efa Hutdigungstelegramm gesandt hatte, da gab es fürvHahn nicht nur keinen Zweifel, sondern auch keinen Kompromiß mehr und so ging ein Rundschreiben i an die alten SaJemer heraus, ia de es hieß: "Salem kann nicht neutral bleiben! Ich fordere die Mitglieder des Sa Iemer Bundes auf, die In einer SA- oder SS Tätigkeit sind, entwedei ihr Treueverhältnis zu Hitler oder z Sakm zu löse Nun, Kurt Hahn wurde entsprechend ak "Fr eimaurei" wnd "Großjude" "gebraadmarkt" uad prompt nach der Machtergreifung erfolgte die tätliche Rache. Haha wurde verhaftet und es war noch ein Glück, daß er eia. Jahr splrep Deutschland denH idten kehren konnte, So gründete er auf einem alten Landsitz in Schottland seine Schule, die den Namen Gordonstoun Schoo! trägt. Fünf Schüler waren es am Anfang "lieute siad es zweihundert, und su Ihren "Ehe maligen" gehört Philip Mountbatten, Duke of Edinborougt, e>ne Tatsache; die ttidit wenig zur Popularität dieser Schule beigetragen hat. Es ii eine großartige Dandschaft, dort oben, fast an der luttersten Spitse Europas, eine Meile von der Kaste entfernt. Tief Mriein io <Ien Mssaf Firth spüka die Wellen der See, Steilklippen und"Ozean — Begrenzung nd Weite zugleich. Fruchtbare Ackerland ad dana die unendliche Einsamkeit schottischer Moore uad Hügelketten, im Hintergrund de Silhouette der Sdineebirge- das tat die Landschaft von Gorcbnstoan SAon etliche Kilometer, ehe man des Park betritt begegnet man einzelnen Jungen oder Grppen von Schillern die zürn Sportplatz oder zu den beHadsbarteö Dörfern wandern. Frisdie, lustige Gesichtet. Die Haare wehen im Winde der die nacktea Beine rot geWasen hat. Der Dreck der aufgewühlrea Weg spritzt auf, wenn ein paar Unermüdliche ststn DaneilaurV ansetze. Und dana steht mtt üleurzücti vor einem großen alten Bau au lein siebzehnten Jahrhundert. Viele Stimmelä dwirre, d srchelesansier, uad eilig Schritte laufen die Treppe hinauf, die Hure entlang. Die Telefonzentrale, ein großer Klappenschrank in der. Eingangshalle, w ird von eit?<"n Schüler bedient — aber das i kein beliebter Job wie äer wegweisende Seci?ehEialtrige ebenbei bemerkt dennoch erfüllt es iha mit Stolz, daß "man- hier viele Ding selber tut, wofür man anderwärts Angestellte and Aufsiditsesonal braudii" In der Tut, ist eine gewis Form der Selbstverwaltung das Charakteristikum <lieser Schule, der es wie Kort Hahn dann im Gesptädt betont — vor Ifetn aaf die Erziehung gesamlef Mensdien und brauchbarer Staatsbürger ankoiKsac i Darum m$ee es" hier bdcte gebea: Lefoei MI Kwrt rMin ist schlank und Hochgewachsen, die Schultern sind ein wenig hodigezpgen und der Kopf vorgebeugt, eiö Schädel, der im Detail von Stirn und Backenknochen sehr ausgesprochen mp- , deliiert ist — prägnant, aber nicht kantig, so ak hätte Barkch ihn entworfen. Hahn ist unglaublich, aktiv und intensiv, er entwickelt seine Ideen während er die Schulanlage zeigt und erläutert, mit jugendlicher Verve und Eindtmglicbkeit und in so schlagenden Formulierungen, daß für jedermann und offenbar für Menschen jeder Nationalität gleichermaßen überzeugend wirkt, "Die Velt geht nidit an mangelndem Wissen, sondern an dem, Mangelan Charakter zugrunde sagte er. Und, indem er an Churchills Worte voa "der Finsternis, die sich über England breite, anknüpft, fügt er hinzu: " Die v Universitäten dieses Landes sind "zwar Stätten hoher Geistig e t, und die Kirchen eia Quell frommer Weisheit, aber, der ecfite Gerechtig- keitssinn der Staatsbürger, der das Regulativ der Politik darstellt, ist müde gewordea. Die Zivilcourage hat nicht Sduitt, gehalten mi£ dem Mut der Soldaten auf den Schlachtfeldern, und darum konnte- es geschehen, daß die Atlantik Charta preisgegeben, wurde ohne daß <3te dinstLdien Staatsbürger sidi auflehnten. Und deshalb kann die Sdiule sich nicht damit begnügen, eirt paar hundert Kindern den übHdiea Wissensstoff zu vermitteln, ihr oberstes Ziel ist, ehrEicke, verantwortungsbewitßte Menschen zu erziehen!" Vieles ist eigenartig, was Kurt Hahn beim Rör dgang durch Gördonstoun Sdiool erläutert: Da eiö Grundprinzip der Erziehung das- Vertrauen ist, Sollen die Schüler nidit nur das Objekt dei Erziehung sein, sondern sie werden dazu angehalten, Forderungen an sidi salbst zu stellen. Freilich sägt Ä:r Headmaster, daß er sich der Gefahr einer berforderung durch "blindes" Vertrauen vollauf bewußt sei. Er hat ein woMabgewogenes- uad durchdachtes System entwickelt, daß, auf Vertrauen begründet, aßmähhck eine Kooperation nvischen Erzieher und Schüler härbeiführt mit einem stetig wachsenden Anteil der Sslbsterziehpng. Dazu dient der sogenannte Tranringsplan, der "die unterste Stufe einer komplizierten Hierarchie darstellt uad Privileg und Bürde zugleich "verleiht "Er ist eine Art Rechenschaftsbericht über die Erfüllung- gewissem Pf lichten und die Einhaltung bestimmter Regeln, der von jedem Schulet an jedem Abend ausgefüllt wird. Beileibe keine komplizierte "Gewissensfofschtinj sondern einfache, klare Fragen, die mit Ja oder Neia m beaatworte H sind. Beispielsweise: Hat der SdAr seine Sportiibcmgea gemacht? Hat er kalt- gedaSchtT Diese Rechenschaft legt er v sich selbst ab, und nieraand inspiziert def Plan, es sei denn m ganz ungewdhnUdien FäHen Äfcaüchr Gedanken, die um das Problem Jer Selteterziehfinf kreisen, liegen auch dem Versuch zagruade, Kinder ad junge Menschen almäfellch m Träger yon VeraatworSelbstverwaituwg der Schal zu wachen Vom Stubenältesten bis zu der obersten Spitze, dem sogenannten Wächter, nimmt der Grad der Verantwortlichkeit ständig zu. Die eigentlichen Hüter der Ordnang aber sind die sogenannten Farbenrra genden, ein Gremium, das seine Mitglieder selber stählt und eine Art Parlament darstellt; sie sind Üafür verantwortlich, daß die Gesetze der Schule und wenn man es einmal so sehen will: der Geist lkses Ordens — und als solchen empfinden die Sdiüler ganz, öffensidbtlidi ihre Gemeinschaft — ;ewahrt wird.

Während dieser, Erläuterung haben wir einen Teil der großen Anlage durchwandert. Vier verchiedette Häuser bieten Unterkunft und Unteriditsräurne, de ohne jeden Luxus, ja fast sparlaüisdi einfach sind. Verwöhnt werden die Junges ffenbar nl dit. Sie müssen selber ihie Betten nachen, Schuhe putzen und gewisse Hilfen im jfaushalt feisten. Zwar gibt es eine Anzahl Reitjferde, aber auch sie werden unter der Aufsidit <ines Fachmannes von den Jungen, die sie jeweils leiten, versorgt, und das bedeutet: um sechs Uhr safstehea und die Freizeit auf die Pflege der Tiere erwenden. Es gibt ferner einen zweimastigen see- Sichtigen Schoner, mjt dem an Wochenenden Fahrten unternommen werden und in den Fefien sogar Leisen bis Norwegen, Aber auch der Schoner triHgf wieder besondere Pflichten, und die Manniiaft muß sich um eine nautische- Ausbildung benühen, bei der hohe Anfofderungen gestellt verden. So gibt es viefe (Aöglidikeite =ur Ei veiterurrg yon Spezialkenntnfesen und Fertigkeiten i besonderen Arbeitsgemeinschaften fpr technische, kttnstkrisdie und wissenschaftlich Disziplinen. "im Internat", sagt Hahn, ,jrruß in ein lebendiges Verhältnis zu der Landsdiaft, in der es steht, gsbracht werden; dann kann die Sdiule zwn Zentmm des ganzen Distriktes werden. Dafür müssen Lehrer und Schüler die Geschichte uad die Gewohnheiten des Landes kennen, die Vogelwelt and die Vegetation Wirklich äst offenbar ein sehr natürlicher Kon4skt mit dem Leben ,draußen" hergestellt: einige Sdiüler sind an den dafür vorgesehenen Nachmittagen bei den Handwerkern der umliegenden Dqrfer als Lehrlinge beschäftigt; andere haben für eine arbeitslose Familie, die bisher in einem Zelt JebteT ein Haus gebaut; und alle miteinander feiten während der Erntezeitden Bauern bei der Arbeit. Es gibt ferner verschiedene Organisationen, in denen die Sdhüler nach freier Wahl nachbarliche die unter der Führung einiger a selber das Auto und die Motorspritze bedient Und pflegt und man sieht ihnen an, daß dies s ein aufregende Geschäft ist das die Beteiligten mit Stolz erfüllt. Und da ist das gefährlichsteMnd darup beliebteste Unternehmen: die Küstenwadte zu der etwa dreißig Jungen gehören. Wenn Sturm aufkommt, müssen sie dt "Ktisteawache n def Steilküste übernehmen Die Hütte dort haben sie selber gebaut, aber die Raketensignal- und Tekfonankge 11 von der zuständigen staatlichen Stellt eingei 41vrichtet wsrden. All dies ist also nid HIV zur Beschäftigung dei SAüler erfunden woiden, es sind vielmehr Erfordernisse des tägliche n Getsiemschaftä lebens, die sie ak werdende Staatsbürger erfüllen. Denn Kurt Hahn weiß, daß eines der Urbedürtnisse des jungen Menschen darin besteht, steh zu befahren uad sich einzusetzen — Wiinsdie, die nur alku oft von der "Bewährung auf dem Schlachtfeld träumen. Und von dem Einsatz des Lebens für das Vaterland. Warum sie nidit umprägen in einen sinnvollen Dienst an der Gemeinschart? In eitten ritterlichen- Samariterdienst, bei dem die Errettung eines Sdiirfte aus Seenot mehr Befriedigung gibt als der Trau m, eine Überraadit von Feinden zu töten! "Das Christentum muß wieder zur T%t werden", sagt der Headmaster von Gördonstoun Sdiool, "Religiöser Unterricht bleibt eine Oberflächenangelegcnhett, wenn rtidit die praktische Übuög dazukommt, wer die Menschen nicht lieht, kennt Gott nicht!" Hahns Pläne fliegen hoch und seine Ziele sind weitgestedct, denn seine Gedanken gelten einer europäischen Brüdersdiaft, die keine Utopie "mehr ist, sobald es gelingt Ernst zu machen mit einer diristhdhen Weltansdjauung. Es ist sdiön zu wissen, daß eine soldi? Sdiule des neuen Mensdien dort oben im Norden Englands besteht sowie sie zuvor und auch heute nodi im Süden Deatedilands, in Salem, wirkt. Und es ist eine Hoffnung: zu denken, daß voraussichtlich zwei weitere- Schulen Kurt Hahns und zwar in Holstein und irgendwo in der amerikanischen Zone" ad vielleicht auch weitere m andepe n Ländern gegründet werden. Heilende Insekt innvtien des großen europäischen Chaos.

führung der rVÜlitärdienstpflid durchzusetzen und noch