In Frankfurt am Main wurden auf einer Tagung mehrere Vorschläge der Militärgouverneureder Westzonen von den Ministerpräsidenten und Vertretern des Wirtschafts- und Exekutivrates sowie der Zweizonenverwaltungen beraten und mit kleinen Veränderungen angenommen. Danach soll die Zahl der Mitglieder des Wirtschaftsrates verdoppelt, eine zweite Kammer gebildet; der Exekutivrat umorganisiert und eine Länder-Unionsbank geschaffen werden.

Die einflußreiche britische Wochenzeitschrift "Economist" bezeichnete die Umorganisierung der deutschen Zweizonenverwaltung als eine "halbe Maßnahme". Obwohl die neue Organisation eine Verbesserung, gegenüber der gegenwärtigen untauglichen Struktur darstelle, sei sie angesichts der wirklichen Erfordernisse der Lage in Deutschland immer noch lediglich ein Kompromiß. Die britische und die amerikanische Regierung seien nicht imstande gewesen, genügend. Mut aufzubringen, um der russischen Propaganda und der deutschen Ängstlichkeit zu trotzen.

Der Vorsitzende der SPD, Dr. Schumacher, erklärte in London vor Pressevertretern, daß es für das deutsche Volk schwer sei, vertrauensvoll in eine demokratische Zukunft zu blicken, solange die Einflußsphären der Alliierten Land und Volk zerschnitten. Die Siegermächte: könnten am meisten für die Demokratie in Deutschland tun, wenn sie ihre Funktionen, als Militärregierung beenden und sich auf die bloße Besetzung beschränken würden.

Die deutschen Zeitungen in der Sowjetzone kritisierten scharf die Frankfurter Beschlüsse. Der Berliner Sender erklärte, daß in Frankfurt zweifellos eine westdeutsche Regierung gebildet werde. Die Herren aber die sich in Frankfurt dazu hergegeben hätten Deutschland zu zerschneiden, sollten sich merken, daß sie eines Tages zur Verantwortung gezogen werden würden. Denn dies, was sie täten, sei Landesverrat.

Die französischen Botschafter in London und Washington sind in den britischen und amerikanischen Außenministerien vorstellig geworden, weil die französische Regierungüber die Frankfurter Vorschläge nicht vorher unterrichtet worden sei. Verschiedene Vorschläge seien für Frankreich "unwillkommen", da die deutsche Zentralgewalt dadurch bedeutend verstärkt würde.

Die Debatte im amerikanischen Kongreß über das –europäische Wiederaufbauprogramm wurde von Außenminister Marshall mit einer Erklärung vor dem außenpolitischen Ausschuß des Senats eingeleitet in der er die Annahme des Programms bis spätestens 1. April forderte. Die Summe von 6,8 Mrd. Dollar für die ersten 15 Monate stelle ein Minimum dar. Ein Scheitern des Planes oder seine Ablehnung, durch den Kongreß würde die Sicherheit der USA bedrohen. .

Präsident Truman erklärte bei der Vorlage desHaushaltsplans 1948/49, daß die USA unter Umständen wieder aufrüsten müßten, falls Europa einer totalitären Herrschaft verfallen würde. Er sagte, daß die Ausgaben für das europäische Hilfsprogramm weit geringer seien als für eine Wiederaufrüstung. Der Haushaltsplan sieht Ausgaben in Höhe von 39.7 Mrd. Dollar vor. Für militärische Ausgaben sind 11 Mrd. Dollar vorgesehen.