dem amerikanischen Militär trtbtrnat Nr. 6 in Nürnberg schwebt zur Zeit ;der Prozeß gegen 24 leitende Männer der IG Färtenindustrie. An der Spitze derAngeklagten steten Prof. Karl Krauch und Geheimrat Hermann Schnitz. Die am, f. Mai 9XJ zugestellte Anklageschrift wirft den Angeklagten Vorbereitung eines Angriffskrieges dufch Beteiligung und Unterstützung der Hirler schen Angriffspläne vor, ferner Pljinlerunf in den besetzten Gebieten durch Übernahm der dort beheimateten chemischen Fabriken scwie Sklaverei und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch Beschäftigung und- schlechte Behandlung von Fremdarbeitem und KZ Häftlingen. Voa August bis Dezember 1947 fand die Beweisaufnahme für die Anklage statt; Dabei suchte die Anklage durch umfangreiche Zeugenvernehmungen und Dokumentenvorlage larzutun, daß leitende Männer der LG durch die Beschäftigung von. Auschwitzer KZHäftlingen im dortigen Buna Werk der IG von den Greueln im Auschwitzer KZ wufften und dahalb mitschuldig an ihnen seien. Augenblicklich befindet sich Üer Prozeß im Stadiiim der Beweis- aufnähme für die Verteidigung, diä kurz vor Weifa , , , nachten nach AbechluB des Änklagevortrages ihr Verteidiger jeweils für ihr Mandanten die Grundlinie derbeabsichtigten Verteidigung dem Gerächlöffenkgten. Für die Gesamtverteidigung wurde gemäß den amerikatdscfisn Erozeßvorschriften eine sogenanate wte iögebtacht, in der das Gericht gebeten warde, die Angeklagten schon in diesemProzefetadfiiim zu den AnKIage punkten "Vorbereitung eiaes Angriffskrieges"und "Plünderarig", soweit die Länder Österreich und Tsehedioslöwakei in Frage kommen, feizuspredien; dä der Beweisvortrag der Anklage, diese Verbrechen den Angeklagten nicht sehlüäsfg zur Last gelegt" habe "- . Dieser Prozeß "verdient größte Aufmerksamkeit inder deutschen Öffentlichkeit. Er entscheidet nicht nur über das Schicksal des Angeklagtes, sondern, so darf angenommen werden; auch über die Aöfrechterhaltung oder Modifizierung;, jener Gesetze, die faeteits gegen lie IG erlassen worden sind, die Kontrollrategesete Nr. 9 vom 30: November 1945 und Nr. 55 vom 26. Januar1946 und die Geer#l Order zur Durchführung des Kon ; trollratsgesetzös Nr. 92 vom 5; Juli 1945. Dfess Gesetze bilden die rechtliche. Grundlage für die Beschlagnahme des gesamten Vermögens der 10 und für das Verbot aller Rechtsgeschäfte miif ihre Aktien; Schuldverschreibungeji oder sonstigen Vermögenswerten " jede "zukünftige Bedrohung, seiner Nachbarn od<?r des Weltfriedens durch. Deutädilandunmögliiza Machen und mitRücksicht, auf die Tatsache , daß. die IG Färbenindustrie sich, wissentlids und in hervorragendem Maße mit dem Ausbau und "der Erhaltung- des deutschen Krigsf>otentials: be ia6t hat, erläßt der Kontxolliat>" Unddif Präambel zur DurchfuhrurigsveTOTdnung zum Gesetz NT, 52 enthält folgende Feststellungen: "Daß <Iie IG beim Aufbau undder Aufreiterhaltung des deutschen Kriegsapparätes eine- riditige Rolle gespielt hat, daß die IG durch ihr über die ganze Weit verbreitetes Kartensystem und durch ihr Geschäfe gebafen sich an Deutädilands Streben nach Weiferoberung durch Störung des. Wachstums der Iiidu "strie uid des Handels anderei"Nationen und durchSchwächung ihrer Verteidigungskraft wissentlid beteiligt hat ;", Obwohl die Präambeln uncl die einzelnen Ahklagepunkte dss. Nürnberger Veffahins nicht- gleichlautend sind, haben doch beide Vorwürfe dieselbeBasis. Deshalb ist anzunehmen, daß das Nürnberger Urteil im IG Prozeß mittelbar , die deutsche wirtschaftliche. Zukunft der chemischen Industrie inweitem Umfang bestimmen ward. Äbei : spielt dse; Frage, wieweit ;: der Konzern i n seine einzelnen. Betriebe aufgelöst! werden soll, keine wesen didbe Rolle., " Anj w ? nigsten Verspüren Bisher die Werke der ehemaligen IG selbst und- ihre Belegschaften di Auswirkungen der gesetzlichen Maßnahmen. Unter alter öder, euer Leitung, welche durch- deutedje Treuhänder oder durch Administrationen oder . K ontrpl(offiziere d erzUstänctigeh"Besatzurjgsmä cKfe beaufsichtigt werden; arbeiten die meisten dieser" Werke, soweit nicht KriegäschädenHerätellutigsyerbp tej schwebetide oder düi;chgefühf"ie:"J)ejhQtv. tagen "sie daran verhindern. In der Ostzone sind die großen WerkeLeuna, Schkepau : BitterfeH und Wölfen aus der Liquidationsmasse der "wrtoöfc" tio " befindlidben IG ausgesdiieden und in ein Sowjet A G " umgewandelt worden, wobei es für uns Deutsche riisht ersichtlichist, ob diese Lira Wandlung mit oder" lohne Zustimmung der Westmädite erfolgte. In den Westzonep sind noch keine jaeuen Itecbtäsubjekte, als Tfiger: der Werke ge : bftdct" worden, ujid die zunächst bestehende. Ab sieht des Verkaufs dieser Werke oder ihrer S>zia!isierimg ist noch, nicht verwirklicht. Schwer betroffen durch die Beschlagnahme des IG Vermögens vsind zur Zeit die IG Gläubiger.

Unter ihnen geht es allerdings den IG Aktionsren zunächst nicht schlechter als den Aktionären der meisten deutschen Aktiengesellschaften, dener > Kevfte der Wert ihrer Aktien und dessen Realisierbarkeit völlig unbekannt ist. Bemerkenswert- ist jedodi daß der Kreis der IG Aktionäre außv!r- ordentlich groß ist, da die IG ein Unternehmen war, bei dem die Inhaber großer Aktienpalöck weit hinter den Zehn, wenn nicht Hunderttausen den von kleinen Aktionären verschwanden. Stärk stens betroffen durch die Blockierung des IG Vermögens sind die zahlreichen J ieferantengiäubiger, deren Forderungen ettva eine halbe Milliarde Reichsmark betragen und- deren Aussichten auf Befriedigung vollständig von der wahrscheinlich auf dem Ausgang des Nürnberger Prozesses basse renden endgültigen Regelung der IG Redujverhäjltnisse abhängig sein wird. Die Hauptleidtragenden aber sind die rund 25 000 Penslonäce der IG die in der russisch besetzten Zone überhaupt nichts Erhalten haben und erhalten. In der amerikanischen Zone wurden zwei Jahre keine Pensionen gezahlt, und neuerdings erhalten dort die Pensionäre stark gekürzte Pensionen. In <3ei britischen und französischen Zone wurden sek dem Juli 1945 sehr verkürzte Pensionen ausbezahlt. ::?fordeningen n die I0i deren Gegenwert ndi ta den von dar. IG" hierfür bereitgebaltenen Bankgwl haben zur Verfügung stünde, jedoch erkennt diu amerikanische Verwaltung der ZG te disstHaiim keinerlei Forderungen gegen die IG aus der Zelt vor der, Beschlagnahme an ; Für 4ie wirtschaftliche Lage eines jeden Deut? sehen aber wird eä von Bedeutung sem, ob gewisse Hejstellu ngsverbote, zum Beispiel von synthetl sdiero. Kaatsdiak und. Benüin, aufrechterhaltet bleiben oder, gelodcert werden Die oben zitiertes Präambeln der. Kojntrollratsgesetze belegen die IS. mit dem- Odium des FriedentÖrers und we rfen ihir" Mifbraudi ihrer ;Prodktiotts ikapazitä ten- vor. Bs ist zwzttgeben laß diese Produktionen: ein gewisse Kdegspotential darstellen sie sind aber ebenso sehr : Friedeiöproduktionen, unddemverarmtes lind übervölkerten Deutschland kann es niditglelchgültig sein, ob es emmalseme De vken für" , Kautechak tod Benzin ausgeben niu& oder ob et diese Dinge füt den Friedensbedärf selbst herätel" len darf, um die Devisen f ü r Nshrungsmitrelimporte kei zu machen, lii dieseta Zueammephang wird der ", Feststellung 3es Nürnhef- ger Urteils, ob die I@: "Treiber zuni Angriffskrieg war oder, nicht, einmal , groß Bedeutung sukommen Eine überragende Beden- tung endlich, xird "das. Uo teil im IG tProzeß"für dea deutsdisn- Export haben, ! Es sei; daran erinnert, der"Export der IG ein , sdiließl i ch des !. Ertrages.

ihrlr ausländischen Betei . Hgungen dein Deutsdjea . Reich im letzten Friedenft jähr, mehr als eine halbe" Milliarde Rej ciismark aa Devisen einbrachte Dafür das ziikünftigeDeutsch lar d mehr denn je der rigcwr Kraft wdi tieren oder sterben", so " : vitaler Bedeutläng sein für " jeSen einzelnes! Deutschen, ob dasNürnberger. Urteil die in den Präambeln. zürn KbntroUratsgesetz Nr. 9 und zur GenetatOrder Nr. 2 Biedergelegten VorwSrfe gegen die Tätigkeit der JG i m Ausland : bestätigt und somit eine Wiedeietnschaltung der Firma ödet ihrer Rechtsnachfolger in den Weltmarkt unmöglich macht. Im Interesse jede Deutschen wollen wir hoffen, daß das Gericht in, seinem Urteil die Tatsache würdigt, daß die IG schon einmal, nämlich nads dem eisten Weltkrieg, vor den Trümmern ihres Auslandsgeschäfte!! und stand es iar zwischea den Weltkriegen selbst durch äußerste Ansfreagungen in allen- Sparten ihres Tabrikationsprograsnms nicht gelungen war ihre früher Position wieder zu erreichen, so daß der Vorwarf, die IG habe ein deutsches WeWwrrsAaftsstreben unterstützt, ungerechtfertigt erscheint. Ebenso ist aa hoffen, dsß das Gejicht sich nicht der Meinung anschießt, die IG habe in Völkerrechts widriger We ;se in ihrem Auslandsgeschäft ausländische Firmen beliindert, sondea? daß das Gericht s A daran erinnert, daß die IG ein geachteter Partner großer nternafionaler Abkommen, wie de Hvdrier Abkommens mk Standard Oil, der amenicanidsen Magnestumverträge oder der europaisdiei Farbenkartelic gewesen ist. Dies sind aur einige richtige Punkte materieller Art, über die der Ausgang efes Prozesses entscheiden wlid. Jeder Deutsche sollte wissen, daßer , die Wirkungen cles Uteik und der Gesetzesvor- schriftea eines Tages am eigenen Leibe zu spüre 1.

; claS