Friedrich Reck Maleszewen: „Bockelson“, Droemersche Verlagsanstalt Wiesentheid,

„Bomben auf Monte Carlo“ – ein fesselnder Roman zur Unterhaltung, in Zeitschriften vorabgedruckt und im Film nachgespielt; dann war es allmählich stumm geworden um diesen zugleich packenden und eleganten Erzähler, und man war der Meinung, er habe das Schreiben aufgegeben. Bis man nach der Kapitulation erfuhr, daß er noch im Februar 1945 im KZ Dachau durch Genickschuß „liquidiert“ worden war als unversöhnlichen Gegner Hitlers, dem er in seinem „Tagebuch“ einen abgrundtiefen Haß gewidmet hatte, (diese erhalten gebliebenen Aufzeichnungen veröffentlichte der Bürger-Verlag. Lorch und Stuttgart) In „Bockelson“, der „Geschichte eines (anderen) Massenwahns“ schildert er Anfang und Ende der Wiedertäuferbewegung im „Münsterischen Zion“; sie dient ihm als das grausige geschichtliche Gleichnis einer Gegenwart, zu der er nicht nur in einer „literarischen Opposition“ stand.

Stefan Hirzel: Peatalozzi,Erich-Schmidt-Verlag, Berlin,

Wenn sich die verantwortlichen Staatenlenker der Welt von den Lehren dieses größten Erziehers aller Zeiten lenken ließen, würde es keine unglücklichen Völker geben. Und die Menschheit glücklich zu wissen, war der geheime Wunsch Pestalozzis. „Ein Menschenleben für Menschenwürde“ – damit umreißt der Untertitel des Buches eine Lebensdarstellung, zu der die Erscheinungen Casanovas und Cagliostros ebenso gehören wie die heute auch von uns ganz besonders empfundene „Begeisterung für die Kartoffeln“, der „Sicherheitspflanze“, deren Verbreitung Pestalozzi ebenso klug wie eindringlich vertrat wie die Überzeugung, daß die Kinder in erster Linie den Eltern gehörten.

Joachim Gerstenberg: Das mit Troja war anders, Verlag „Der Standpunkt“ Stuttgart.

Troja – angeblich der Entführung einer Frau wegen vor annähernd 2000 Jahren belagert und zerstört. Und heute untersuchen Dichter und Literaten die Problematik seines Schicksals: „Die Troerinnen“ des Euripides, von Werfel um- und verdichtet; von Jean Giraudoux zu der zwei Akte währenden Behauptung erhoben „Der Trojanische Krieg findet nicht statt“; und schließlich läßt Joachim Gerstenberg abgründig-launig in seinem Roman um Helena, die er „Polyandra“. – die Vielmännige nennt, und Paris, der sich als unverwüstlicher Sanguiniker erweist, uns wissen, daß es in dieser „Komödie einer Liebe“ anders gewesen sei und daß hinter dem überlieferten Scheinmotiv jenesKrieges eine verfehlte Außenpolitik gestanden habe – hübsch zu lesen und beileibe nicht ausschließlich im flachen Gewässer leichter Unterhaltung plätschernd. A. Nowakowski