Der amerikanische Kriegsminister Royall erklärte vor dem außenpolitischen Ausschuß des Senats, daß es ohne den Marshall-Plan keine andere Möglichkeit geben werde, als die amerikanische Armee zu verstärken. Deutschland habe es am nötigsten, unterstützt zu werden, da es sich im Brennpunkt der Nachkriegsschwierigkeiten befinde. Die deutsche Industrie sei in ihrem gegenwärtigen Zustand nur ein „totes Gewicht, an dem ganz Europa ziehen muß“.

In einem Bericht der von Präsident Truman eingesetzten Luftfahrtkommission wurde der Ausbau der USA-Luftflotte auf wenigstens 70 Geschwader gefordert. Wenn die Vereinigten Staaten dies Programm bis 1952 nicht durchgeführt hätten, bestünde die Gefahr, daß Amerika dann von einer fremden Macht aus der Luft angegriffen werden könne.

Die USA beabsichtigen nicht, als Gegenleistung für ihre wirtschaftliche Europahilfe militärische Stützpunkte zu verlangen, erklärte Außenminister Marshall,

Auf der Sitzung des Atomausschusses der UNO wurde erneut festgestellt, daß die Standpunkteder USA und der Sowjetunion ebenso unvereinbar seien, wie im vergangenen Jahr. Die Sowjetunion fordert nach wie vor, daß die Herstellung der Atomwaffe verboten wird, bevor eine internationale Kontrolle über die Atomenergie-Produktion eingerichtet werde.

Der sowjetische Vertreter im Wiener Kontrollrat, General Kurasow gab eine Erklärung ab, in der erdie Westmächte auf das heftigste angriff, weil sie die Rüstungsfabriken innerhalb ihrer Besatzungszonen die während der Hitlerzeit gigantisch ausgebaut sein sollen, nicht zerstört hätten. Außerdem hielten sich jugoslawische „Quisling-Truppen“ sowie ungarische, bulgarische und polnische Kriegsverbrecher immer noch in Österreich auf.

Alle Verhandlungen über die gemeinsame Benennung eines Kandidaten für den Gouverneursposten von Triest wurden zwischen Italien und Jugoslawien endgültig abgebrochen, da keine Einigung erzielt werden konnte.

Der italienische Außenminister, Graf Sforza, erklärte ineiner Rede, daß Italien weiterhin bei der UNO dafür eintreten werde, die Treuhänderschaft über seine ehemaligen Kolonien zu erhalten. Den Marshall-Plan bezeichnete er als Befreiung Europas von ausländischer Herrschaft. Sforza sagte: „Ich fürchte eine amerikanische Vorherrschaft in Europa viel weniger, als die Möglichkeit, daß die USA zu ihrer Isolationspolitik zurückkehren.“