Auf unseren Artikel „Auf kaltem Wege“ (Nr. 1, III. Jahrgang, vom 1. Januar 1948) erhielten wir von der Robert-Bosch-GmbH, Stuttgart eine richtigstellende Entgegnung, die sichmit der Haltung der Firma Bosch in der Frage „Bosch-Werk, Homburg (Saar)“. und ihrem Kampf gegen Übermächtige außerdeutsche Einflüsse befaßt. Darin heißt es u. a.:

„Wir haben zu keiner Zeit den Wunsch gehabt, im Saargebiet ein Werk zu errichten, weder allein, noch mit den Franzosen zusammen. Dagegen bemühte sich der französische Sequester unseresin der französischen Zone verbliebenen Eigentums, uns an der Errichtung eines Werkes an der Saar zu beteiligen, wobei die Garantie des von Bosch einzubringenden Eigentums zugesichert wurde.

Obgleich die Errichtung eines solchen Werks weder im allgemeinen noch im Firmeninteresse lag, durften wie nicht von vornherein mit einem glatten „Nein“ antworten, um nicht unser Eigentum in der französischen Zone im Wert von vielen Millionen Mark zu gefährden. Wir mußten ferner Rücksicht auf unsere Forderungen auf französischen Requisitionen nehmen, deren Wert ebenfalls viele. Millionen beträgt. Ein weiterer Gesichtspunkt war, daß wir Halbzeuge, Fertigwaren und Rohstoffe in großem Umfang und zu bedeutenden Werten aus den französisch besetzten. Gebieten beziehen und hierbeiauf den guten Willen der Franzosen angewiesen sind. Bald nach Beginn der offiziellen Besprechungen haben wir, in völligerÜbereinstimmung mit der für uns zuständigen Militärregierung, der französischen Militärregierung, eine Reihe von Bedingungen als Voraussetzung einer Beteiligung gestellt, deren erste das Einverständnis der Amerikaner war.

Im November 1946 ließ Frankreich zu unserer größten Überraschung 1400 Maschinen. mit Zubehör an die Saar abtransportieren. Da man sich zu unseren Bedingungen nicht geäußert hatte, benachrichtigten wir im Januar 1947 den französischen Sequester, daß wir unsere Beteiligung an der Errichtung des Saarwerks ablehnten. Spätere Versuche, uns doch noch zu bewegen, blieben erfolglos.

Am 6. November 1947 verfügten die Franzosen die Ausgliederung unseres an der Saar befindlichen Eigentums unter Anwendung des französischen Dekartellisierungsgesetzes; innerhalb einer Woche wurde der als „Gegenwert“ festgelegte Betrag von 9,9 Mill. RM auf unser vom französischen Sequester verwaltetes Kontoin Reutlingen überwiesen.“

Entsprechend dem Ansehen von Bosch in der Weltwirtschaft ist an sich der Darstellung des Unternehmens nichts hinzuzufügen. Es sei nur noch festgestellt, daß die französische Militärregierung noch „kältere Wege“ beschritten hat, als wir nach unseren Informationen annehmen durften. -n