I.

Polizistisches

EinesTages als der Frieder den Weg aus dem Zuchthaus allein gefunden hatte und dachte: „Ich will früh den Zuchtmeister nicht wecken“, und als ihm schon auf allen Straßen Steckbriefe voranflogen, gelangte er abends noch unbeschrien an ein Städtlein an der Grenze. Als ihn hier die Schildwache anhalten wollte, wer er sei und wie er hieße und was er im Schilde führe: „Könnt Ihr Polnisch?“, fragte herzhaft der Frieder die Schildwache.

Die Schildwache sagte: „Ausländisch kann ich ein wenig ja, aber Polnisch bin ich noch nicht darunter gewahr geworden.“

„Wenn das ist“, sagte der Frieder, „sowerdenwir uns schlecht gegeneinander explizieren können.“ Ob kein Offizier oder Wachtmeister am Tor sei? Die Schildwache holt den Torwächter, es sei ein Polack an dem Schlagbaum, gegen den sie sich nicht explizieren könne. Der Torwächter kam zwar, entschuldigte sich aber zum voraus, viel Polnisch verstehe er auch nicht. „Es geht hie zu Land nicht stark ab“, sagte er, „und es wird im ganzen Städtel schwerlich jemand sein, der kapabel wäre es zu dolmetschen.“

„Wenn ich das wüßte“, sagte der Frieder, und schaute auf die Uhr, die er unterwegs noch an einem Nagel gefunden hatte, „so wollte ich ja lieber noch ein paar Stunden zustrecken bis in die nächste Stadt. Um neun Uhr kommt der Mond.“

Der Torhüter sagte: „Es wäre unter diesen Umständen fast am besten, wenn Ihr gerade durchpassiertet; das Städtel ist ja nicht groß“, und war froh, daß er seiner los ward. Also kam der Friederglücklich durchs Tor hinein.