Bisher ist der Begriff „Schiffahrt“ im deutschen Sprachgebrauch mit Seeschiffahrt identisch gewesen. Die Abhängigkeit Deutschlands vom Außenhandel und der dringende Wunsch, seine Kosten in Devisen recht bald durch die Genehmigung einer deutschen Seeschiffahrt vermindern zu helfen, sollte auch keine Änderung dieses Sprachgebrauchs zulassen. In Süddeutschland scheint man jedoch diese Notwendigkeit und die ihr zugrunde liegenden sachlichen Begebenheiten nicht recht einzusehen. Der Leiter der Verwaltung für Verkehr, Professor Frohne, hat in seinen (sehr zahlreichen) Entwürfen zur Neugestaltung dieser Verwaltung die Zusammenfassung von Seeschiffahrt, Binnenschiffahrt und Wasserstraßen zu einer Hauptabteilung vorgeschlagen. Er scheint dabei die Unterstützung seiher süddeutschen Freunde gefunden zu haben. Sollteetwa die Mainlinie eine Grenze für Schiffahrtseinsicht darstellen? Angesichte der gleichartigen Exportinteressen aller deutschen Länder und Zonen wäre dies sehr bedauerlich. Deshalb finden sich sieht nur die deutschen Reeder, sondern auch die Senate von Hamburg und Bremen, die Verkehrsminister von Schleswig-Holstein und Niederneisen. die teilweise mitbetroffene Hochseefischerei und auch der Zwangspartner der unerwünschten Ehe, die Binnenschiffahrt einig in der Ansicht, daß die bisherige Regelung, die Aufteilung In zwei Hauptibteilungen Seeschiffahrt and Binnenschiffahrt auch fernerhin beibehalten werden, sollte.

Angesichts so weitgehender Einmütigkeit aller direkt Beteiligten sollte es doch wohl ein Leichtes sein, einmal nicht zu reorganisieren, sondern die bisherige Ordnung fortbestehen zu lassen. Dann brauchten sich die Vertreter der deutschen Seeschiffahrt nicht mit internen Streitfragen zu beiasten, sondern könnten sich der Aufklärungsarbeit aber die Notwendigkeit einer deutschen Seeschiffahrt zunächst mit gescharterten und später vielleicht auch einlegt wieder mit eigenen Schiffen zuwenden. in