Im Februar 1848 erschien das von Marx und Engels verfaßte Kommunistische Manifest. Der Schluß lautet: „Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. – Mögen die herrschenden Klassen vor einer Kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“

10 Februar, München. Aufruf des Königs: „Jetzo da die Bürger sich ruhig zurückbegeben haben, ist’s meinVorhaben, daß statt erst mit dem Wintersemester bereits mit dem Sommersemester, die Universität wieder eröffnet werde, wenn bis dahin Münchens Einwohner sich zu meiner Zufriedenheit benehmen. Das Wohl der Bürger liegt mir am Herzen; das bewies ich seit mehr denn 22 Jahren. Ludwig.“

Freitag, 10. März, München. In der Nacht hat sich die Gräfin Landsfeld (Lola Montez) in Männerkleidern ins königliche Schloß begeben; sie wird dort erkannt und muß die Residenz eilends wieder verlassen. Fürst Öttingen-Wallerstein wird als Regierungschef entlassen und durch Graf Waldkirch ersetzt.

Montag, 13. März. Wien. An der Herrengasse treten die niederösterreichischen Stände zusammen, während sich draußen die Menge staut und verschiedenen Rednern lauscht; sie fordern Ausweisung der Jesuiten und Fernhaltung der Russen. Um eine vermeintlich gefangengehaltene Deputation des Volkes zu befreien, wird das Ständehaus gestürmt. Ein Uhr mittags fallen beim Vorgehen des Militärs gegen die Menge die ersten Schüsse. – Man berief die Deputation zum Eintreten; welcher Anblick: Mitten im Saale stand Fürst Metternich, umgeben von Bürgeroffizieren. „Meine Herren“, sprach der Fürst zu ihnen, „wenn Sie glauben, daß ich dem Staate einen nützlichen Dienst durch meinen Rücktritt erweise, so bin ich mit Freuden dazu erbötig.“ – „Durchlaucht“, erwiederte einer der Bürgeroffiziere, „wir haben durchaus nichts gegen Ihre Person, aber alles gegen Ihr System und darum müssen wir ihren Rücktritt mit Freuden begrüßen.“Fürst Metternich sagte hierauf mit einer für einen solchen Moment fast unbegreiflichen Ruhe und Würde: „Ich erkläre Ihnen nochmals, daß, da ich nach Ihrer Meinung dem Staate durch meinen Rücktritt nütze, ich solchen mit Freuden effektuiere!“

Samstag, 18. März, Berlin. Um zehn Uhr wird die aus Köln eingetroffene, Deputation vom König empfangen und ihr die Erfüllung ihrer Wünsche zugesagt, ebenso um zwölf Uhr eine Abordnung der Berliner Stadtvertretung. Nach ein Uhr erscheint das in der Nacht zuvor vorbereitete Patent über die beschleunigte Einberufung des Landtages und das neue Pressegesetz. Der König zeigt sich der begeisterten Menge auf dem Balkon des Schlosses. Truppen dringen aus dem Schloß hervor, um den Schloßplatz zu räumen. Dabei fallen zwei Schüsse, die das Volk in Erbitterung und Kampfwut versetzen. Fieberhaft werden Barrikaden errichtet. Ein Transparent mit der Aufschrift „Ein Mißverständnis“, das zuerst herumgetragen und dann zu einem Fenster des Schlosses, herausgehängt wird bleibt ohne Wirkung. Der König schlägt das Ansinnen bürgerlicher Deputationen: die Truppen zurückzuziehen, ab. Alsder Stadtkommandant von Pferel nicht zu finden ist, wird erseines Amtes enthoben und durch General von Prottwitz ersetzt. Gegen Abend entspinnen sich blutige Barrikadenkämpfe der Truppen gegen das Berliner Volk, die bis ins Morgengrauen des nächsten Tages fortdauern; die Truppen haben 20, das Volk 200 Tote.

Freitag, 31. März, Frankfurt. Das vom Siebenerausschuß einberufene „Vorparlament“ von über 300 Männern tritt in der festlich geschmückten Stadt zusammen. Nach der Eröffnungssitzung im Kaisersaal des Römers zieht die Versammlung unter Glockengeläute und Kanonendonner in die als Sitzungssaal hergerichtete Paulskirche.

Montag. 9. April, Berlin. Der für seine Polenfreundlichkeit bekannte General Willisen wird zum Vorsitzenden der deutsch-polnischen Reorganisationskommission ernannt, und reist nach Posen ab. „Ich habe mich nie von der Ansicht losmachen können, daß unsere Herrschaft über Polenauf nichts anderem beruhe als auf der Gewalt, und daß sie mithin unermeßlichePflichten auferlege, vor allem aber, die der ewigen Milde, des beständigen Vergebens und Vergessens.“