Donnerstag, 6., April Donaueschingen. Eine Volksversammlung bezeichnetdas vorgesehene Einrücken großhessischer, württembergischerund bayrischer Truppen als Kriegserklärung gegen das Volk“.

Mittwoch, 12. April, Frankfurt. Der deutsche Bundestaganerkennt die antidänische provisorische Regierung von Schleswig-Holstein.

Wien. In derösterreichischen Armee wird der Stock abgeschafft.

Samstag, 23. April, Straßourg.Die von Herwegh in Paris aufgestellte deutsche Legion verläßt Straßburg in einem von der französischen Eisenbahn unentgeltlich zur Verfügung gestellten Extrazug und nimmt in Bangenheim am Rhein Quartier; die Waffen, die man vergessen hat, mitzunehmen, werden nachgeschickt.

Zürich, 1. Mai, Gottfried Keller in seinem Tagebuch: „Doch nein! nein! Es wird Sommer, heißer, glühender Sommer! Das neunzehnteJahrhundert, das verhängnisvolle,läßt uns nicht zuschanden werden. Und haben wir nicht seine sommerliche Mitte erlebt? In zwei Jahren zählen wir 1850. Was kann da nicht alles reif werden und sich vorbereiten zur großen Wendung unsererGeschichten!“

Montag, 5. Juni, Frankfurt.Ludwig Feuerbach in einem Brief an Otto Wigand: „...Der Majorität fehlt es nicht an Geist und Mut, aber an Einigkeit und praktischem Takt. Sie wird unterliegen, aber ihre Sache siegen, jedoch nicht im und durch das Parlament, sondern außer demselben. Die einzigen Mächte, auf die ich hoffe, die dem Parlament noch Geist und Mut einhauchen, könnten, sind die Furcht und die Eitelkeit:Die Furcht vor dem Volk, wenn nichts Energisches geschieht, und die Eitelkeit den Geburtsfürsten gegenüber die Rolle von Wahl-, oder Volksfürsten spielen zu wollen, die Eitelkeit, der Souveränität.

Freitag, 16. Juni, Prag. Fürst Windischgrätzsetzt auf sechs Uhr abends denBeginn des Bombardements der immer noch aufständischen Stadt an. Kapitulation der Aufständischenund Einmarsch des Militärs.