Fritz Jöde und eine Bachwoche

Vielleicht ist es seltsam,daß in unserem Zeitalterder Redner, und Diskutierer es irgendwo eine Gemeinschaft gibt, die ganz im Stillen schafft: den Jugendhof Barsbüttel. Seine Gründung geht auf eine Idee Professor Jödes nein Amt für Schul- und Jugendmusik, Hamburg, zurück und wurde im Mai 1947mit Unterstützung der Jugendämter Hamburgs, Schleswig-Holsteins und Hannovers verwirklicht. Der Jugendhof ist überkonfessionell und ohne parteiliche Bindung und ruft suchende junge Menschen, die auf dem Wege nach einer neuen Innerlichkeit eind.

Das Gebäude des Jugendhofes hat Vergangenheit: vor 1933 Villa eines jüdischen Industriellen, dann Gauführerschule (aus diesen Tagen stammt die „nordisch“ betonte Einrichtung), 1945 Kinderheim. Und heute also Jugendhof, ein Besitz mit Zukunft. Hier versammeln sich in wöchentlichen Kursen Jugendgruppenhelfer, Kindergärtnerinnen, Studenten, die sich in gemeinsamen Musizieren finden, das in jedem Kursus zum Tagesplan gehört. Daß die Teilnehmer (nur 30 bis 35 Bewerber werden zu einem Kursus angenommen) ihr Erlebnis- an die Jugend, an die Kindergärten und Jugendgruppen, aber auch an den Kreis der Familie weitergeben, ist die wesentliche Aufgabe des Jugendhofes. Dort schloß Professor Jöde unlänget eine Bach-Woche ab, die erste, die er leiten durfte seit 1934, als manihm sein Wirken in derÖffentlichkeit verbot. Musik des großen und des heiteren Bach klang von Laien und Musikern, die eines gemeinsam hatten: Jugend undEntschlosenheit, die Kunst ernst zu nehmen, nämlich als einen selbstverständlieben Teil des Lebens. M. S.