Die Auflockerung des deutschen Außenhandels macht langsam Fortschritte. Die Ausfuhr ist zwar 1947 hinter der Planzahl von 350 Mill. Dollar zurückgeblieben; der Wert der Exporte belief sich insgesamt nur auf 222 Mill. Dollar. Aber im letzten Quartal, konnte immerhin ein Wert von durchschnittlich monatlich 30 Mill. Dollar erzielt werden, was dem Plan entspricht. Für das neue Jahr lassen sich die Bemühungen der JEIA um einen weiteren Aufschwung vorerst an drei Beispielen erkennen. Die Erteilung von Rahmenlizenzen, die ob 10. Februar .erfolgen soll, wird das wichtige Kleingeschäft in Fertigwaren wesentlich vereinfachen können. Bis zur Gesamthöhe von 10 000 Dollar können von Firmen mit einer Rahmenlizenz genehmigte Artikel zu festgelegten Preisen ohne Einzelerlaubnis exportiert werden. Auch der Ackreditivzwang soll nunmehr in Fortfall kommen, und an Stelle des Akkreditivs dürfen Sicherstelhingen gegen Dokumente erfolgen. Auch diese Erleichterung wird gerade für kleine Abschlüsse sehr begrüßt werden. Bisher scheiterten viele Abschlüsse daran, daß die ausländischen Käufer entweder nicht über diese Kreditmöglichkeiten verfügten oder aber nicht bereit waren, die Kosten für ein Akkreditiv zu tragen, das bereits bei der Auftragserteilung erfolgen mußte und daher bei längeren Lieferfristen oft eine erhebliche Verteuerung für den ausländischen Käufer bedeutet. Sodann ist endlich eine Rohstoffeinfuhr in Höhe von 100 Mill., Dollar für das erste Quartal 1948 grundsätzlich genehmigt worden, nachdem lange, allzulange die Exporterlöse sich bei der JEIA sammelten, ohne daß nennenswerte Importfreigaben erfolgten,

Aber der Wunschzettel der deutschen Ausfuhrwirtschaft ist damit noch nicht erschöpft. Er umfaßt nicht nur den Wunsch, endlich in den Genuß des Devisenbonus A zu kommen und endlich eine Klarstellung über den Devisenbonus B. der für die Belegschaften bestimmt ist, herbeigeführt zu sehen. Er betrifft auch die Frage, ob der Devisenbonus nicht über die bisher vorgesehene Höhe von 10 v H. erhöht werden könnte. Er enthält ferner den Wunsch nach Luftpost Verbindungen und nach schnellerer Entscheidung über Auslandsreisen für Geschäftsleute.

Er umfaßt schließlich auch das wichtige Problem der Preisgestaltung für den Export. Eine Hamburger Firma weist uns auf eine unterschiedliche Preisfestsetzung für England, die Dominien und die USA einerseits, für die übrigen Länder andererseits hin. die Preisdifferenzen von 20 bis 25 v. H. zwischen den beiden Listen enthält. Es handelt sich um eine Reihe von Solinger Fabrikaten deren Preise von der dortigen Handelskammer zusammen mit der JEIA-Zweigstelle festgelegt worden sind Es ergibt sich dabei das ungünstige Bild. daß für ein Hartwährungstand, wie die Schweiz, die Preise um 20, in einigen Fällen 25 v. H. höher liegen als für die USA. England und die Dominien, wobei diese Preise in der Schweiz als zu hoch abgelehnt werden, das Direktgeschäft also nicht zustande gekommen ist. Da? schließt jedoch ein indirektes Geschäft durch englische oder amerikanische Firmen nicht aus. Denn ausschlaggebend ist das Bestellerland nicht das Empfängerland. Eine Firma, in London oder in New York könnte also die Solinger Artikel zu den niedrigen Preisen kaufen und sie mit Aufschlag zur Direktlieferung von Solingen in die Schweiz bestellen, so daß der Zwischenhandelsgewinn der deutschen Exportwirtschaft verlorengehen würde.

Preisdifferenzen kennt man im Außenhandel seit vielen Jahren, und billigere Angebote in begehrter Währung könnten zur Förderung der deutschen Ausfuhr und damit zur erhöhten Beschaffung von Rohstoffen durchaus vertretbar sein. Die umgekehrte Differenzierung, wie sie in diesem Beispiel vorliegt, scheint, aber nicht den deutschen Ausfuhrinteressen zu entsprechen und erklärt den Wunsch der deutschen Exporteure, selbst, und zu Weltmarktpreisen ahschließen zu dürfen. eg.