Ein wahre Begebenheit in einem Satze

Frau- A... tags zuvor von zwei Männern, und die Schlüssel der von ihr Verwahrten Wohnung der verreisten Frau B... ersucht, damit diese eh für die Nachbarin bestimmtes stattliches Sofa abliefern könnten, wozu sie sich auch gern bereit fand – sie ließ das neue Möbelstück in die geräumige Wohnküche der Frau B... tragen und verriegelte dann hinter den Männern wieder sorgfältig die Etagentür – traute ihren Augen kaum, als sie am nächsten Morgen, nach Betreten der ihrer Obhut übergebenen Zimmer, um dort, wie sie es der Freundin versprochen hatte, täglich ein wenig nach dem Rechten zu schauen; entgeistert feststellen – mußte, daß die beiden Räume, von deren tadellosem Zustande sie sich am Abend überzeugt hatte, bis auf den letzten Bildernagel leer geräumt warer, mit Ausnahme eines am Knauf des offenstehenden Fensters befestigten Seilendes; ein Umstand welcher den sogleich herbeigerufenen Kriminalbeamten, nachdem unter Würdigung aller Einzelheiten die Verdachtsmomente gegen Frau A... sich als gegenstandslos erwiesen hatten, zu der zweifellos richtigen. Vermutung brachte, daß der listenreiche Einbrecher, (wie weiland die alten Griechen. im „Trojanischen Pferd des Ulysses), in Bauche des Sofas verstehet und von seinen Komplizen in die Wohnung hineingeschmuggelt, diese während der Nacht in aller Gemütsruhe leer geträumt hatte, indem er unter Benützung eines kräftigen Seite sämtliche Möbel, Teppiche und Bilder aus dem Fenster hinaus in die Hände der wartenden Helfer herabgleiten ließ, Um dann, nach vollbrachtem Schurkenstreich, auf dem gleichen luftigen Wege die nunmehr unmöblierte Wohnung der Frau B... unbemerkt zu verlassen.

„Gerd Vielhaber