A§ wir vor H lagert über, neue Tendenzen auf den Wekgetreidemärfcten berichtete, mußte noch ein Fragezeichen hinter die Prognose gesetzt werden, Inzwischen sind" die Erwartung vollauf bestätigt. Weizen, der Mitte Januar in Chikago noch 315 Doilarcents je bwshel notierte und bäi Ende Januar auf 297 cents abgeschwächt war, ist seit Anfang Februar jäh gestürzt und lag Mitte dea Monats "bereits bei 241 cents. Der Maispreis sank parallel und auch die anderen Getreidemärkte sind stark gedrückt. Es blieb jedoch nicht beim Getreide; der Einbruch erfaßte rasch immer weitere Produkte, und zog schließlich nicht nur sämtliche Warenmärkte, sondern auch die Aktienbörsen erheblich In Mitleidenschaft.

Daß sogar einige Einzelhändler schon ihre Lebenroltfelpreise herabgesetzt haben, ist nicht nur typisth für die besonders große Reagibilitlt dei ffierikänischefi Wirtschaft, sondern auch für die besonders große Unsicherheit der amerikanischen Öffentlichkeit. Man trwartete einen Rückschlag, eigentlich schon seit Kriegsende und fülte sich bei dem stattdessen ohne Unterbrechung anhaltenden Boom nicht ganz wohl, zumal die Preise seit langem als überhöht galten. Für 1948 hatte sich die Wirtschaft daher schon weitgehend auf eine Abschwächnng eingeste&r und so kommt höchstens die Schärfe des Einbruchs überraschend.

Die weitere Entwicklung läßt ich grar no ch nicht übersehen aber bisher kann jedenfalls "nicht von einer Krise, geschweige dejm von einer Katastrophe gesprochen werden, sonder nur von einer Korrektur "DaS sich daraus- eine allgemeine Wirtschaftslähmung entwickeln wird, ist nicht sehr wahrscheinlich Di amerikanischen Konsumenten haben Geld urid einen noch immer erheblichen aufgestauten Bedarf aus der Kriegszeit, und auch in vielen anderen Ländern ist man durchaus kaufkräftig und kauflustig. In einigen Monaten wird feriier Westeuropa wieder s oweit mit Dollars ausgerüstet sein daß sein Bedarf als Nachfrage auf dem amerikanischen Markt erscheinen" wird. Denn an der Verwirklichung des MarshallPlattes kann jetzt kaum mehr bezweifelt werden — der gegenwärtige Preisrückgang wird nicht zuletzt uf den Dolkrmangel der europäischen Länder, zufückgefiKrt, Während der Marshäll PIan den Vereinigten Staate bisher als Opfer und inflationistische Gefahr erscheinen mußte, wird er nun zar willkommenen Stütze der heimischen Konjunktur Der Hauptgrundfür den Preissturz, dürfte in der flrtterschätzung der Weltgetreideeraten und Vorräte zu suchen sein und damit zusammenhängend in der Überschätzung des Mangels in der Welt. Aus diesem Grund scheinen Farmer und Händler ia dea Staaten größere Mengen zurückgehalten z haben. In den letzten Wochen ist nun Rußland mit großen Mengen, überwiegend Futtergetreide, über raschend auf dem Weltmarkt aufgetreten, nd auch Argentinien, dessen VorrjSte sich, als unerwartet groß heraUsstefiterT tätigtebemerkenswerte~~H& ~ Schlüsse. Gerade erst vor kurzem wttrde einzäritesbedeutendes Abkommen mitEngland über Maland vor, allem- Fleischlieferungen getroffen, dessen Einzelheiten jedoch noch nicht bekannt sind. Die Bedeutung des Umschwunges ist kaum zu Verschätzen. Die Lage aller Länder, die darauf angewiesen sind Lebensmittel, Rohstoffe und Maschinen in den Vereinigten" Staaten zu kaufen, hat sidi in den letzten Tagen wesentlich gebessert. Das feetrifft vor allem die westeuropäischen Staaten, deren geringe Dollar- und Goldreserven entsprechend an, Kaufkraft gewinnen. Das gilt auch für die Doftarsummen, die die JEIA i vergangenen Jahr versäumte für Rohstoffeinfuhren in die Doppelzone auszugeben —, ein- gewisses Glück im linghwk (Allerdings ständen auf dem JElA Konto heute wohl schon erheblich größere Dollarbeträge, wertn die so dringend notwendigen Rohstoffe rechtzeitig ingefühn und die Fertigprodukte schnell und freizügig exportiert worden wären ) Die Einfötwder westeuropäischen Länder wird fertiger und ihre Einfuhrüberschüsse werden zunächst Lkiner. Wieweh sicltdie Preisseiikunf tefi , uf Fertigware" nd damit dann auch auf jfare Exporterlöse auswirken- wjrd "ist noch nicht zu übersehen. DSL" die internationaler! Lebensrnittel- und Rohstoftpreise in den vergangenen Jahren wesent Mi stärker1 gestiegen sind als die Preise ftriertigwaren, ist jedoch zu erwarten, daB diese Jets auch von dem Rückgang nicht so ehr, betroffen werden. Die Vermutungspricht akp dafür, daß die Baisse in USA zuin Ausgleich der westeuropäischen Handelsbilanzen beitragen sräd — Auch die künftigen Doliarerlöse und die Gelder der Marshall HÄ feigen im Wert, wenn die amerikanischen Preise fallen. Dies wird sich hoffentlich auch bei der kttnftigen Versorgung derBizone auswirken. Aber auch für die Vereinigten Staaten selber bedeutet der Preisfall zunächst eine- große, Entlastung. Der ständige Preisauftrieb wurde von" der Bevölkerung als recht drückend empfunden und fühcte zwangsläufigzu immer weiteren Lohnforderungen. Ein allgemeiner Rückzug der Preise würde 4iee inflationistische Abwärtsbewegung voraussichtlich zum Stillstand bringen, ohne daß die so sehr unbeliebten RationJeruagstnaßnahmen nd di Preis- und Lohnkontrollen eingeführt werden müssen, Präsident Truman erklärte zwar vor einer Woche, die Gefahr einer Inflation bestehe für 4Ä teerikanische Wirtschaft nach wie vor. ES sei noch zu früh, fuhr er fort, um die Auswirkungen dieser £reiSTückgänge übersehen zu tonnen. Dod bertthitea " sie die Notwendigkeit seines Anti Inflak>ns pTOfranjmes in keiner Weise Man wird abwarten müssen, ob diese AuffasSBng~~nicfit durA die Entwicklung fiberholt wird und ob insbesondere aicht der Kongreß nun alle Staatsetegriffe noch entschlossener ablehnen wird. Der amerikanische Preisrückgang fällt wirklich wie ein Sonnenschein in diese graue Welt. Auch die Russen sind ganz glücklich. So lasge habe sie $un schon auf die Krise in dea Vereinigtes Staaten gewartet und sie wollte und wollte doch nicht; kommen. Daibei hing soviel davon ai, sie war so ein wichtiges Element in de außenpolitischen Berechnungen. So wichtig, dafi Professor Varga, der prominente sowjetrussische NationaJökonom mitsamt einigen Kolkgen in Ungnade fiel, ak si einten, diese Kris werde vorläuEg nicht kommen. Nun endlich s cheint dem Kreml jedoch das heiöareehme Unglück Skr die Vereinigten Staaten Hereingebrochen; Vorläufig deutet jedoch alles darauf hin, daß Professor Vktgn R j, te 4 1