Zu Salzbrunn, in Schlesien, bin ich geboren, in Hamburg habe ich zum ersten Male das Licht der Welt, das Licht der weiten, breiten, großen Welt erblickt." So bekannte, gelegentlich einer Hamburger Festvorstellung seines ,,Fuhrmann Henschel", der Dichter im September 1922. Und in der Tat spielen zwischen Gerhart Hauptmanns Lebensgeschichte und Werk auf der einen Seite und der (wie der Dichter, sie damals nannte) ,,Hansa- und See-Empore" auf der anderen mannigfaltige Beziehungen. So vielfältig sind diese Bezüge, daß aus ihrer, Erforschung ein ganzes Büchlein entstehen konnte, das unter dem Titel "Gerhart Hauptmann Hamburgensis" von Richard Hermes, Hamburg, verlegt Wurde und Dr. Willy Krogmann zum Verfasser hat, dessen mit ebensoviel philologischem Spürsinn wie liebevoller Verehrung durchgeführter Darstellung neun Wiedergaben von Bildern Ivo Hauptmanns unterstützend zur Seite stehen.

"Daß ein Mensch" wie Hauptmann lebt, man gelegentlich zu ihm sprechen, seine Antwort hervorrufen kann, ist, wenn man reif wird, es zu fassen, ein herrliches, tief bewegendes Phänomen." Im Sinne, dieser brieflichen Äußerung von Hugo von Hofmannsthal bilden Liebe und Verehrung die Quellen auch jener sieben Reden zu Hauptmanns Gedächtnis, die, im Auftrage des Kreises der Freunde, Hans von Hülsen innerhalb einer Reihe ,,Gerhart-Hauptmann-Schriften" im Verlag Deutsche Volksbücherei Goslar herausgegeben hat. Man trifft hier Gerhart Pohls und Johannes R. Bechers Ansprachen am Sarge, Ivo Hauptmanns Gedenkworte und die Rede von Frank Thieß, die bei der Hamburger Gedächtnisfeier im Juli 1946 gehalter wurden, sowie drei Vorlesungen an den Universitäten Heidelberg, Erlangen und Würzburg von Hans von Hülsen. C. W. Behl und Felix A.Voigt Zweierlei schlingt sich leitmotivisch durch mehr oder weniger sämtliche Stücke des besonders über die Alterswerke und den unpublizierten Nachlaß manche neue Nachricht vermittelnden Bandes. Zum einen unterläuft den Rednern immer wieder ein: Art Vergleich zwischen dem Sterbejahr Hauptmanns 1946 und dem Todesjahr Goethes 1832, insofern, sie Aufnahme und Wirkung beider Todesmeldungen in Beziehung bringen. Zum anderer reihen sie fest sämtlich Gerhart Hauptmann ein unter die "Klassiker", der deutschen Literatur: als "letztes Glied", wie etwa Thieß formuliert, "einer. Kette, die von Leasing, Goethe, Schiller, Hebbe, Stifter, Keller bis zu ihm führt". H. M.

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Per Daniel Amadeus Atterbom: Menschen und Städte. Bei Hans in Hamburg.

Einer der Protagonisten der romantischen Schuh in Schweden und der Begründer der schwedischer Literaturhistorie war Atterbom. Erst nach seinen Tode im Jahre 1855 wurden seine Reiseerinnerungen aus Deutschland, Italien und Österreich an die Öffentlichkeit gegeben, die eine Reihe prägnanter Porträts aus den Jahren 1837 bis 1819 umschließen. In der vorliegenden, auf Grund der Übersetzung Franz Maurers von Christel Matthias Schröder bearbeiteten Neuausgabe begegnet man neben vielen anderen Beethoven und E. T. A. Hoffmann, Caspar David Friedrich (als einem "Metaphysikus mit den Pinsel") und Henrik Steffens, Schleiermacher und Tieck, Schelling und Hegel, Friedrich. Schlegel und Franz. Xaver von Baader, Savigny und Oehlenschläger, Rückert und Ludwig Gotthard Kosegarten. Wie ungemein frisch und unbestechlich ist doch der Zublick des schwedischen Gastes nicht nur auf den Zuständen, sondern auch auf deren menschlichen Repräsentanten!