Es ist sicher ein vorschnelles" Wort, das fee!iau<ptet, die britische Labour Party sei in ihrer y KJerlahrigerrAmtszeit noch, nicht zqm "regieren" . Sie- habe fortwährend "sozialisieren".

müssen. Immerhin — man wird an dieses Wort er ifliiert, wenn von: dem National Health Service Act ;£>4<? die Rede ist, der am 5. Juli des Jahres in Kraf ftritt, Für die Öffentlichkeit bedeutet dieses Da;um, daß fortan jeder Engländer auf Grund einer erhöhten Steuerzahlung automatisch versichert ist; für die Är?:te, daß jeuer Doktoi, der sich darauf einläßt, zum lobnempfangenden Beamten des Staates wnd. An der Spitze des neuen staatlichen Gesundheitsdienstes steht dei Gesundheitsmmister mit einem Beirat als oberster Planungsstelie. Det Staat soll das Monopol aber alle Krankenhäuser erhalten, die Pnvatpiaxis so gut wie abgeschafft weiden. Die Veisicheiten sind zu kostenloser Behandlung jeder Art,kostenloser. Medizin und kostenlosem Krankenhausaufenthalt berechtigt. Dies alles setzt allerdings praktisch eines voiaus: die Mehtzahl der Ärzte muß dem Regieiungsplart beitreten. Ob sie das wäll, wiid eine Gcheimabsttramung der Atzte beweisen, deren Ergebnis noch vor Ende des Mojpats zu erwarten ist. Wenn sich dabei über 13 000 von 21 000 Ärzten gegen den National Health Service Act ausspiechen, dann isl die BMA ( Bntnh Metiical Aisociatiw), die die durch das Gesetz besonders betroffenem praktischen Äri? te vertritt, en t-schlössen, den " Actof Patttamut" zu boykottieren,; is träte, die groteske Situation-eisi, daß zwar;jede! Engländer seine, Versicherung zahlt, trotzdem aber " einen ihn behandelnden Privatarzt- honorieren vmüßte, weil einfach nicht genug Kassenarzt vor Händen sind In der Unterhawdebatte vom 9. Februar verteidigte Gesundheitsrniriister Bevan die vier strittig en: Punkte cles Gesetzes das; Verbot ypri Kauf itnd : Ve iiäaf einer Praiis vor) eteerfl Arzt an" den Anderen, ein jährliches! Grundgehalt für- jeden Arzt in Höhe vojra 300. Pfund, das mögliche Verbot; gegen einen Aizt, sielt in einem " öberdöktorten Bezirk niederzulassen urtd das Ungenügende Appellationsrecht eines Artstes im : Faife seiner JEnt ; lasn g aus dein staatlichen Dienst ÄHe"fier, Maß nahmen, bedeuten eine ,- Beschränkung der indivi duellen Freiheit " Zu Punkt l, dessen Diskussion die Gemüter, besonders erregt, erklärte Bevan das Verbot sei erforderlich, uni den " Kauf und Verkauf von " Patienten über ihren Kopf hinweg "zu"unterbinden; eine Bemerkung, die selbst die zurückhaltend? Times veranlaßte, au schreiben, solcheWorte verrieten eine ;& ip ybn Vorurteil, die für einen Gewdheitsminister gefährlich ist",. Zur Ausführung des Gesetze ist Minister. Bevan.eine, außergewöfialich 1 scharfe Waffe in die Hand gegeben;worden. Jeder ; Arzt; der sich bis zum5 Juli bereit erklärt, seine Praxis sozialisieren zu lassen, erhält eine Entschädigung. Biese wird später nicht mehr gezahlt werden " So seßen sich die 1; Ätzte vor eine bittere, Alternative gestellt; denn gelingt der. Sozialisis rungspkn, so wird nach seinem (n kra fttreten kaum , noch jemaricj Interesse zeigen,eine, nicht gerade außergewöhnlich,gutgehende:" Privatpraxis zu kaufen., Und mancher Arztdei heute protestiert, müßte dann, später seine Praxis ohne jede. Entschädigung abgeben.

Außer vielen sa ehlichen Gründen vertritt die BMA noch eine politischeForderung. Für sie ist ein staatlicher Gesundheitsdienst mitMinister Bevad als oberste Instanz, einem Mann, der zu den Fuhiern des linken Flügels der Sozialisten gehört, unannehmbar. Die persönliche Kontroverse zwischen der Leitung der BMA und ihm hat in d!em jetzigen Stadium des Geschehens beieits eine solche Schärfe angenommen, daß sie zuweilen den Boden der fairen Gegnerschaft zu verlassen scheint und vor allem die Hoffnung auf eri Kompromiß, wk ihn Pailament und Piesse beschworen, fast völlig zunichte macht. Dabei wird die Notwendigkeit 4er Einfühlung von berechtigten Verbesserungen ioi Gesundheitswesen n sich von allen beteiligten Parteien anerkannt. Die neuen MaßnahmenJtctöcfr scheinen vielen Engländern Weit über dieses l3el. hinaus zu schießen. Jeder Kassenarzt, ohne Rüdesieht ob alt oder jung, eikhren oder nerfaihrei;" begabt oder unbegabt, wird dem Gesetzentsprechend gleich honoiiert werden (15s öcTjJri Patient). Die Patienten ihrerseits wer den, so sagt man, bald merken, ck ß die schematüächÄBeliandlaög weit oberflächlicher als jede private ist undwerfen versuchen, Qualität durch Quantität su ersetzen; Sie werden dann ebendreimal statt einmal zur Behandlung köinnren. Dadurch, wiederum wird das Sprechzimmer noch voller, die Konsultation noch oberfläehücher werden. Die Leistung, des Arztes aber das hat in anderen Ländern und nicht zuletzt in Deutschland das Beispielvon unzähligen Kassen , ärzteir bewiesen, wird rapide sinken, weil ihin jeder Aijsporn zur Leistung "jede Verantwortung, und jede Privatinitiative genommen worden ist. Die Ärzte Werden zu Beamten, und die Patienten stehen, jenseits des Schalters "Die englische Öffentlichkeit ist sich :dieser Gefahren dutdhatis bewußt. Zugleich, spielen, bei ihr aber noch aridere, entscheidende Momente mit: Die , Empfindlichkeit, gegen jede: Bedrohung, der persön liehen Freiheitund die Abneigung, gegeri jeglidieastaatichen Eingriff in die duKh Tradition geheiligten Rechte. Ma nchä Industrien, äss; Transport wescn und: maschinelle:oder auch" mechanisch. Ar beit mag sozialisiert :werden. Mait hat Steh d®ntt "abgefunden— die Mehrheit hatte. Labcmr gewählt Bei der Soziallsierung emes freien Berrfes, dazu eines akademischen aber, ist das etwas anderes , Die Sympathien der Öffeatlichkei t gehören Ä5n "doctors" "Der Kampf, desvÄrzte" — so schrieb Tinte and Tide — ist ein Teil des allgemeinen Kampfes sich" die Freiheit des Eiazelnen iiivdiesem Lände:zu erhalten " Werden die englischen Ärzte 1: