Der Zufall wollte es "daß, als Wolf Renan starb, sein Gcrst aus einer Partitur lebendg wurde, die nicht von ihm selbst, sondern von Arthm Grüber stammte Soll man also von natürlicher" oder, unnatürlicher Vatertdiait "sprechen? Für das duftige Oichesterkleid ha taußerdera Strauß "Ro6cnkav alier" die Vorlage gespendet, auch Wagneis "Mei6tersinger" Hei!xrkeit Uang aus der Ferne an, und die historisierenden Floskeln dei nen Schlusse Weiteren, mit Vojksliedtontfi jeschmuckten Opern teo Blechs ebenso anmutig klingen hören Seltsam, für Arthur Grübet, der auf so gut voigebahnten Wegen t>em<! Begabung Bewies haben <he letzten iwei Jahrzehnte Musikgeschichte nicht stattgefunden An seinem Taknt ist dennoch kein Zweifel. Ein att round Jalent — dergestalt freilich, daß einem, der ein Beispiel rar den Begrift "Kapell meister Mifeik" wünschte, an Hand dieser Oper "Trotz wider Trotz" alles Gewünschte demonstriert werden könnt. Gleichsam ein zungenfertiges Taknt die Partitur kichert, lacht, tanzt, quirlt dahin, flirtet sozusagen mit dem, Hörer, redselig "und geeehwind So ruht sich diese Mitflk zu wenfg aus, sie rennt davon ins Leere. Carl Spittejer Jiat eich chon gewundert, daß Mozarts Jjeruhrntes "Champagner Lied" aus "Don Gicnranm" zwai kalisclie Geschwätzigkeit ausaitete. So hatte man den Eindruck: diese Partitui hat iich (obwohl wie nian erfahrt, mehi als ein Jahrzehnt auf die Nicdeischntt verwendet wurde) s o rasch selbst geschrieben, daß der Komponist kaum folgen konnte. Auch das Textbuch schueb Gruber selbst. Dabei f folgt die Handlung dein Stoft des altspanwdiea wirksamen Mitteln der ComHtedia dcllArte einer Widerspenstigen Zähmung durch Mißachtung zeigt. Nun es ist eine stillschweigende Vereinbarung : Gründen der Typ def CvtmtitÄia ileHAtte tiotz ihrer fragt nach dr Langweile, die danngewohiiLch auf dem Fuße folgt? Keiner f — Keiner? Das Publikum der Urautluhumg in der Hamburger Staatsoper hatte danach gefragt, wäre dre "Inszenierung Günther Rennens- nicht ratsächlich äußerst interessant gewesen In der meisteiruft gestalteten Atmosphäre der Bühnenbilder von Alfred Siercke brachte er das Kunststück feitig darste 1ferisdien Wirbelwind zu entfesseln, den er bi zur Turbulenz steigerte; wobei ihn wiederum der Komj>oijis<t von ekr Stelle aus, an die er gehörte — nämlich am Kapeilmeisteipult — exakt und zielbewußt, wennglehh auch hwi ein vvenig gewichtlos, klug unterstützte. Die Sanger taten das Ihiige dazu, vor allem Caila Spletter, die so glockenrein sang wie sie fflnptig spielte. Riehard Holm, ein manchitta! geradezu faszinierender Tenor, tind loäbannes Draht, en vollblutiges Temperaraent, das kb gesanglich und darstellerisch auszutoben wußte. . So Tvonnte es denn nicht fehlen, daß das Auditörum men Erfolg feierte — inen schnellen, nicht das Gedächtnis belastenden und dennoeh unen ei standjichen un<5 in diesen Grenzen auch berechtigten Erfolg Kurzum- Es wäre kein Versäumnis, diese Opes nicHt zu hoien, iver sie abei horte vund sah)hatte eineu netten Abend. Josef Maieui