Die im November v. J. geschaffene Deutsche Kohlenbergbau-Leitung (DKBL) hat Ihren Organisationsplan Anfang Dezember der britisch-amerikanischen. Kontrollgruppe vorgelegt; eine Genehmigung ist noch nicht erfolgt, wie Generaldirektor Kost in der ersten Sitzung des Beratenden Ausschusses (am 20. Januar) mitteilte. Dieser Ausschuß, der aus je 6 Vertretern der Unternehmungen und der Gewerkschaften besteht sei, wie der Leiter der DKBL betonte, nach den gegebenen Richtlinien nicht in der Lage, die Funktionen zu übernehmen, die normalerweise ein solches Gremium im demokratischen Staat innehabe; so könne es keine Beschlüsse fassen, sondern habe nur beratende Aufgaben. Von den Gewerkschaftsvertretern wurde eine stärkere Einschaltung des Ausschusses in die Geschäftsführung der DKBL gefordert; sie beantragten eine Geschäftsordnung für den Ausschuß, ferner die Mitbestimmung bei der Einstellung leitende Angestellter und bei der Verleihung von Rechtsstellungen sowie eine Abänderung der Bezeichnung "Beratender Ausschuß" in ‚,Kohlenindustriebeirat", wie dieses Gremium. übrigens seinerzeit in den Veröffentlichungen über die Neuordnung des deutschen Kohlenbergbaus auch genannt wurde. Ferner wurde beanstandet, daß die für die Einsetzung der DKBL maßgebenden Anweisungen in einigen Punkten, Einschränkungen oder Abweichungen gegenüber den Washingtoner Beschlüssen (vom September v. J.) zeigten. Die Vorschläge der Gewerkschaften die mit den von der Kontrollgruppe erlassenen Richtlinien nicht übereinstimmen. sollen geprüft werden.

Wie sich aus der Beantwortung einer Anfrage über die Rationalisierung des Felderbesitzes ergab. sind in dem Organisationsplan keine regionalen Aufteilungen innerhalb der Zechenbezirke vorgenommen worden, da die Gesellschaftseinheit aufrechterhalten werden soll. Für die Kohlenzuteilungen zur Deckung des Inlandsbedarfes ist nicht der Bergbau zuständig, sondern die Verwaltung der Wirtschaften Frankfurt; deren Kompetenz erstreckt sich u. a. auch auf die berghoheitlichen Aufgaben.

I. Sch.