Es geschieht nicht erst seil heute oder gestern, daß an den Künstler die kategorische Forderung gestellt wird, er solle sich in seinem Werk "zur Zeit bekennen". Und zwar wird diese Fordefung in dem Sinne erhoben, daß aus dem "Bekenntnis" ein Kriterium für den. Wert oder Unwert der Kunst gemacht wird. Aber von wem geht die Forderung aus und was verlangt sie eigentlich? Immer sind es Fanatiker einer politischen oder, weltanschaulichen Richtung, diedie Kunst mit die er Forderung ihrer Sache dienstbar madheit wollen. Aber der. Gegenstand" der Kunst — sofern sie einen solchen außcrhalb ihres eigenen Gestaltungsstoffsüberhaupt hat oder braucht — ist das ganze Leben, nicht nur da heutige oder irgendein aus dem Ganzen losgelöstes Bruchstück dieser oder jener besonderen Färbung. Von, welcher- Seite der Künstler das Leben sieht, ist ausschließlich seine "Angelegenheit. Die Summe der Anschauungsweisen gleichzeitig lebender Geister und Gestalter ergibt das Bilddes "Zeitgeistes, der also eine Abstnrk:tior; ein "Postenor" ist und somit nicht tni voraus zu, bestimmen. Ganz unsinnig daher, einen Zeitgeist" a priorr zu deklarieren und auf eine , solche Fiktion die gestaftend en Menschen "zu ver pflidjte n , W i r haben stets den Standpunkt vertreten, daß der wahre Künstler seinerseits von der Umweh nichts verlange, als daß sie ihn arbeiten, schaffen lasse, damit er ungehindert seinen Beitrag zur inneren Bereicherung der Gegenvart und zur gei stigen Vorbereitung der Zakunk leisten könne durch sein von jederlei beengeöden Tendenzen unbeschwertes Werk. Nun kommen die" Weltaiischauungsmacher und Politiker und "sagen: "Bekenne dich zu rheineän Systerri!" Haben sie Macht, so stellen sie dies "Verlangen als Ultimätum: "Be kenne dich zu riiir oder ich verbiete dir die Arbeit!" Läßt ihn die Liebe zur Arbeit schwach werden und Konzessionen an das verlangte Bekenntnis madien, sp läuft der Künstler Gefahr, von der nächsten an " die Macht" gelangen4en Richtung , zur Verantwortung gezogen zu werden. Das die Strafe für den Verrat an der Freiheit der Aaf den circtihs vitiom dieser Vergewaltigung i KOäastlers und den Unfag, aas einer bloßen ydrologiscfaen Ijateressenfräge 1- etö""kjJTisti Problem" zu machen wirft der Brief eines adisdhen "Male, Heinz Hinkes, als; "Stoßr auf unseren Re3alctionät!seh geflogen, eia Liebt, Auf dis Behauptung eingehend, das ifcik for<kre die "ielcennarisdie" Tettdera der sdjreifet Hinies: " Wr fordert Kunst urid Künstler? Diejenigen, 0 ctme Kunst das Leben auf dieser; Erde für eise HSik halten. Wafc sägt der, Künstler dazu? latsser Wo sind die Probleme des Künstlers? AchselWicken. Monarchie, :Fas(hisimis, Nazismus, AJiiitHteniw, Komrötmismus geaen alle irgendwie den fled&en Weg: . HöhejtonJct, Krise, Krüppel. Atombomben hüben, Atombomben drüfeen. Und . Was heißt hier- Probleme? Warum Probleme? Damit diejenigen" die nichts Proctaktiyes leisten, ich etwas zu tun haben. Und sei es, daß- sie mehr oder weniger komplizierte Polemiken über Kunst, Sozialismus, Humanität, Freiheit, Liebe ra loiniuBewi sich bemühen, ( Der Künstler experimetj tiert.

Inzwischen. Rein formaiistisi? — Er sticht und Sndet keine Gloriolen für sein Volk UsTd dte Menschheitunserer Tage. Einige behaupten zwärs Jsr experimentiert zur Zeit in rein tedmischeri Pro blemen, wie etwa: Malen ohne Ölfarbe, Pinsel, leitrwand und so weiter. Aber das sind nur "diese Terfiuchten Materialisten" ; Probleme des Künsfilerä? tSfidit zufällig gleitet man immer wieder sif Problemen, die die Politiker ngähen. Sollte der Has nicht hier" im Pfeffer Hegen? Gewisse Politiker die itire Heibideen offenbar aus Mangel an Überzeugungskraft Äidii iurdizBsetzeji vermögen, schreien nun nach dem Künstler. Wa s diese Politiker tatsächlich nicht realisieren können soll der" Künstler v dem Volk ireM? vorgaukeln. AHreligiösen Dingen mag süe Phantasie, des Künstlers sich, wie immer, ent? ifinden. Aber"hier bei der Forderung nach Ten nu verdammt reale Forderungen und swar ran forde ruhgen der Völker aii diePolitiker. Und da ollen gefälligst die Politiker sie erfüllen oder btreten. DenKünstler aber lasse man ruhig, a diesem trügerischen Spielf Die wahren, heutigen Probleme des Künstlers deutete, ich schon ani Sie sind, wie alle unsere "Probleme, ein furchtbares Erbe unfähiger Politiker, fe vorgaben. Künstler zu sein, nämlich Staats ücünsrfer: Matigel ah Ateliers, Material und so fort. lis wäre zu überlegen, ob eidi dem "Kulturbund u demokratischen Erneuerung Deutschlands" hier in produktives Feld eröffnen könnte: Schafftmg iner Künstlerorganisation aul wirklich überparteilicher Basi, die den Künstler vor Materialmangel, Ausbeutung und. Schädigung durch Massen prodtisemea, Dilettanten wnd vor Not im Alter schützt tdjri eventuell Aufträge "aus Industrie, Handel, Staat vermitteln könnte —, wenn wirres nicht uber, iaupt vorziehen sollten, Werdegang Werk im d , leben des Künstlers wie zu allen Zeiten dem Walten eines überpersönlichen Schiicksais, dessen Sinn, wir immer erst hinter her erkennen, getrost BU überlassen x