Zu einer Zeit da die Alliierten nodi gemeinsame !ntchBe6tingen fa&tea, wurde in Potsdam "zui pmokratiskrucg Deutschlands" die Durchführung filier Bodenreform beschlossen. Seither sind m Entliehen Zonen entsprechend Gesetze lassen worden, di, j nach Temperament undNeigung 4er jeiweiligen Besatzungsmacht, entweder politisch, Wirtschaftlich oder sozial begründet wurden. PraktischeErfahrungen liegen bishei nur in der Ostzone ves, wo das Gesetz bereits 1945 durchge c wurde, also- sich mittlerweile schon zwe §is Ernten ubeisehen lassen. Für die Einte 1947 Assen zunächst noch die amtlichen Schätzungen genügen, die gewöhnlich etwas zu optimistisch sind. Danach ergibt ein Vergleich der Ernteresultatevor und naA der Bodemeform auf Grund amtlichen Zahlenmaterials folgendes Bjld" Angesicht dieser Tatsachen, hat der Präsident Hoemle vor eia paar Tagen in einem Aufruf an Äe Bevölkerung in Stadt uad Land gefordert, alle Verfügbaren Traktoren und die letzten Vorräte und jtkstlnde zur Verfügung zu stellen um die Fruhsbestelluiig planmäftg durchführen zu könne He Werde hatten Tcein Futter mehr, ja es sei weäfelhaft, ob- genügend Saatgut vorhanden waie an gewisser Rückgang war nach dem Zusammen uuch Deutschlands, allenthalben uiivermeidliea. Auch in den Westzonen haben die Einteertiäge um gd bis 25 v H nachgelassen, aber der Rückgang oai 50—60 v. H in der Ostzone ist zweifellos zu inem wesentlichen Teil auf die planlos und übersftikzt durchgefühlte Bodenrefoiin zurtickzwfuhien Von der Potsdaaier bis EUI Londonei Konferenz TOBI Morgenthau- bi zum Maishall Plan hat Sidi manches geändert Die ,britische und amerikanische Zonenverwaltung ist vereinheitlicht worden- und der Anschluß dei französischen Zone voigesehen, MJ auf diese Weise eine einheitliche Wirtschaftspolitik im westlichen Gebiet zu gewährleisten. Auf fest allen Gebieten ist eine Anglejchung beieits erfolgt, und mittlei weile in Gestalt des Fiankfurter Wirtschaftsrates eine zentrale deutsche WirtschaftsWelle errichtet worden Angesichts der. Tatsache daß die Ernährungssituation auch in den WestZonen utime mehr zur Kernfiage wird und gerade Aee Problem düngend eänei zeutialen Steuerung telaif ist es daher unverständlich, daß ira Westen kerne Veiemheidicbung der Agrarreform Gesetzgebung mindestens für de Bizone voigenomnien , wird. Und noch iwbegi elf lieber ist es, daß sogar innerhalb der bntischefi Zone je nach der politischen Mehrheit m den Läitderpariamenten ganz XCKthiedene Gesetzentwürfe voibeeitet wordea ind Niedersadisen hat beispielsweise das Gese tz nter Zugrundelegung einer Höchstgrenze für den Einzelbetrieb von 150 ha oder 2OOOOO RM Einietswert dkkutieit wahrend das schleswignolsteinische Pailament die zweite und dntte tesung auf dr Basis von 100 ha oder JOOOO RM Iinheitsweit duichfuhit.

Wenn man sah die außeioidentlidie Bedeutung der Agrarreform vor AwgeBrTiält, die auf Gene- tionen hinaus die Strwktui der deutschen Landwirtschaft festlegt, dann eischeint es absolut untragbar, die Entscheidung ubei diese Fragen in die Länderebene zu verlegen und sie dort zu einer Prestigefrage weltanschaulicher und parteipolitischer Vorurteile weiden zu lassen. Die Landwirtschaft kt heute mehr denn je die Lebensgrumdlage des deutssien Voikes, denn in dem Maß, m dem es gelingt, 4 Produktion zu steigein, wachsen die Möglichkeiten die Industrie auszubauen uad Deutschfand durch eigenen Export wieder lebensfähig ru machen. Nie ist dfe Landwirtschaft von so entscheideaderBedeutung für das Schicksal Deutschlands gewesen wie heute. Die Bodenreform aber ist au Maßjtahme viel einschneidender als berspielsweise die Sozialisifrong gewisser Industrien, iienn ist sie einmal d nrdigeWhrt so hat man- damit eine Richtung rfngeschlagea, die die Vörfcswirtschalt, sowohl agrar- wie handelspolitisch in ganz bestimmter Weise festlegt Die gilt für den gnindsätrltdheti Beschluß eberuo wie Ist die Art seirej rungsbestinMnungerit Eine solche Ittechließung hatte daher nui von einer Zeatialstelle die gleichzeitig die zukünftige Handel- und Agrarpolitik zu verantworten uad zu leiten hat, getioffen werden können. Da dies Instanz in Gesta t des Wirtschafterates aber eben erst geschaffen werdet ist muß ihr mindestens da Recht emgeiaunt werden, die einzelnen Landesgesetze wntei eaheitlidient Gesichfepunkt zu kooidmieien Die Frage, ob die Hochstgienze für dn einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb 150 ha oder nui 100 ha betragen darf, ist deswegen von so großer Wichtigkeit, weil, je kiemer die Betridweinhevten zugeschnitten werden, um so größer der Bedarf am zusätzliche Lebenstmttelimporten vor außerhalb wird In einer Untersuchung des wiitsdiaffliehen Institute der Gewerkschaften fui die bittische Zone (Bund Verlag, Köln)wiid nachgewiesen daß "dürofi Aufsiedekng, der landwirtschaftlichen Großbetriebe die Produktivität dei Landwirtschaft zweifellos sinken wird"; weil, so aigumentieren lie Gewerkschaften die gleichen Flächen, die bisher beim Gio8Jbeirieb v im wesentlichen Marktgute! piochtzierten, nun auf Veredeluagswii techaf umgestellt werden. Denn nur dar ist der Kieiabetrieb lebensLhig. Dadurch veehleditertr eictr djf Gesamt Etnifoungsbilanz weil de? Kaloiienverliist bei der Umwandlung von Getreid rtd Kartoffeln, ia tierische Erzeugnisse sehr groß tot. Außeidem weist die Untersuchung darauf hin, eSaö dt "Erfassung" im Gioßbetrieb sehr viel leichter ist, daft der Eigenvefbrauch des Kleinbetriebs sei viel höher und auch in beeng auf die Verfütteraag ganz raikontiollierbar ist, und daS aas all diesen Granden "im Endergebnis auf den Sledlungsftächcn kaum mehr VeredelüngeerzcugnisGe 6ir den Markt anfallen als bishet, dagegen wesentlich weniger Marktfiüche als von den Groftbetriebsflachen abgeliefe t wuiden" Das Gesetz über die Agrarrefoira und sera DurAruhraßgjsbesrfinmung wird vermutlich die bedeutungsvollste Frage sesa, über die die neuen deutschen Politiker während ihier Amtszeit zu beschließen haben Es wäre erfrewliA, wenn diesem Problem von serten der verantwortlichen Zentralveiwaltung auch nur soviel Aufmerksamkeit zugewandt" wurde, wie den Tagesfragea, der Personalpolitik; den KompeteH2sereitigktea und dem Ksrtoftelkrteg- MarToa Güfin Dönhoff