Die Zeiten, wo der Mensch sein Eigentum verliert, die Jahrhunderte der Barbarei, da alles zugrunde geht, werden. immer durch Kriege vorbereitet und bringen in ihrem Gefolge Hungersnot und Entvölkerung. Der Mensch, der nichts vermag, als durch seine Anzahl, der ohne Vereinigung mit andern keine Stärke besitzt, und nur durch Frieden glücklich lebt, – der Mensch ist unsinnig genug, zu seinem Unglück die Waffen zu ergreifen, sich seinen Untergang zu erkämpfen. Gereizt von unersättlicher Begierde und geblendet von dem noch unersättlicheren Ehrgeiz, entsagt er den Empfindungen der Menschheit, gebraucht alle Kräfte gegen sich selbst und zerstört sich in der Tat. Wenn nun die Tage des Mordens und Blutvergießens vorüber sind und der Dunst von Ehre zerflattert ist, so sieht er mit traurigen Blicken die Erde verwüstet, die Künste begraben, die Völker geschwächt und zerstreut, sein eigenes Glück zugrunde gerichtet und seine wirkliche Macht zerstört.

Georg Forster (1754-1794)

(Aus: "Ein Blick in das Ganze der Natur",)