Nach der Aktion, der Industrie- und Handelskammern der deutschen Seestädte auf baldige Wiederaufnahme des Walfanges haben nun auch die Gewerkschaften zu diesem Problem Stellung genommen. In einer Broschüre erschienen im "Verlag Freie Gewerkschaft", Hamburg) erhebt Dr. C. O. Hillmer die Forderung, den deutschen Walfang von der beschränkenden Anordnung Nr. 37 des Kontrollrats auszunehmen und uns den Neubau von Walfangmutterschiffen und Fangdampfern zu erlauben. Dem soll jetzt, seitens der Hamburger SPD, ein besonderer Werbefeldzug zur Wiederaufnahme des deutschen Walfangs folgen. Ihren Auftakt fand die Aktion mit einer Werbeveranstaltung, zu der die Arbeitsgemeinschaft Fischwirtschaft der SPD Hamburg eingeladen hatte. Experten des deutschen Walfanges, der Hochseefischerei, der Fischindustrie, Vertreter des Senats der Hamburger Bürgerschaft und der Gewerkschaften waren erschienen. Der Sprecher der SPD richtete an alle Kreise des deutschen Walfangs die Bitte zur engen Zusammenarbeit. Nur so sei es möglich, den augenblicklichen Zustand, der uns in der Rolle als "moderner Lazarus" sieht, zu überwinden und in Selbsthilfe die empfindliche Fett- und Eiweißlücke zu verringern. Beachtenswert war immerhin die Feststellung des SPD-Redners, daß der Walfang allein eine Angelegenheit der Privatwirtschaft sei und man auf diesem Gebiet Sozialisierungsfragen ablehne. ww.