Jeder studiosus rerum politicarum hört in den ersten Semestern über Wert und Unwert der Statistik. Aber das Übel der Zahlenspielerei – mit Pseudostatistik läßt sich alles beweisen oder widerlegen – scheint heute weniger denn je ausgerottet. Beispiels. "Der Erfolg – Erste deutsche Exportmesse 1947 – Ergebnisse, Erfahrungen, Wertungen." Auf 112 Seiten werden Zahlen jongliert: Umsätze der Länder der Doppelzone; Abschlüsse der Länder und die analogen Bestimmungsländer; Zahl der Anländer; welches Land kaufte für wieviel aus welchem deutschen "Land"; wer besichtigte wieviel Stände; welche Branche setzte wieviel um; und so weiter mit Tabellen, Schaltbildern und viel Papieraufwand... Wen interessiert das eigentlich? Warum geht man nicht ins Konkrete: tatsächliche Aufträge; stornierte Aufträge; Preise? Wie sieht der neue Weg zum Kontraktabschluß aus?

Es muß gesagt werden, daß die hannoversche Messe AG in ihrer Propaganda, wozu doch auch diese "Erfolgsmeldung" zu rechnen ist, bei großem Aufwand nicht immer eine glückliche Hand hat; was nicht besagen soll, daß sie ansonsten es an Einfühlungsvermögen und Schwung fehlen ließe. So traf sie mit ihren Ausländerwünschen (leider wurden hierauf ganze 38 Zeilen verwandt) ins Schwarze. Die Einkäufe schlagen intensivere Auslandswerbung vor, persönlichen Kontakt zwischen Ex- und Importeur, frühzeitige Ausgabe des nächsten Katalogs und des Ausstellerverzeichnisses, radikale, Änderung des Exportverfahrens, Patentschutz und Geldreform. Wie wäre es, diese "Ausländerpsychologie" auszubauen und den deutschen Exportinteressenten zur Verfügung zu stellen? Damit könnte, dem mangelnden Kontakt nach draußen zum Teil abgeholfen werden. W–n.