"Wir hallen nidht viel von der offenen Hand, von der persönlichen Fühlungnahme oder von iero tenscUicin n Element- im Berufsleben. Dato kres schon zu spat . Ein Rfesenunteraaehmen isf eigentlich zu groß, um menschlich su sein , Aus Henry Fcrd "Mein Leben und Werk". "Wenn wir das Problem der menschlichen B<aiehungen in der industriellen Produktion, lösen " Jcönncn, werden wir nach meiner Auffassung ebenso groBe Fortschritte in der Verringerung Jej Unkostea während der nächsten 10 Jahre machen wie wir sie in dem vergangenen viertelja1hu idert durch die Entwicklung der mediatiischen Massenpioduktion erreicht haben " Henry Ford II, in einer Ansprache Anfang 1946. TE diesen Äußerungen von Großvater un d Enkel r über die Bedeutung des mensohlichea Faktors in ter industriellen Massenproduktion kommen zwei IWelten zum Aasdiuck, zwischen denen nur etwa SVs Jahrzehnte liegen. Henry Ford, der zähe Selfmademan, der Fanatiker der Arbeit, der nach dem (Willen seines Vaters Farmer werden sollte, aber tvon Kindheit n das größte Interesse für maschinelle Dinge zeigt? schrieb seine Worte nach dem rten Weltkrieg in seinem Buch "Mein Leben und Werk". Er konnt& damals voll Stolz auf ein Werk "dhauen, das er trotz vieler Widerstände nach einen Ideen und Prinzipien aufgebaut hatte. Rückchläge, an deaen es such nicht fehlte, deprimierten ihn nicht, sondern spornten ihn von neuem zu noch größeren Leistungea an. Da Fließ- und Monagebandsystem, das er am 1. April 19J3 in Gang eetzte und mit dessen Hilfe die Leistung bei gleicher Ärbeiterzahl aijg&fahr auf das Dreifache gesteigert Wurde, boten die Voraössetzong für die f5urchfülirun g seiner Industrie, Lohn- und Sozial> folitik, die er immer wieder in die Forderung~zufcammenfaßte: Massenproduktion eine leistungsfähigen, aber einfachen Fahrzeuges bei nöglichst wenigen Typen, Herabsetzung der Uikosten, billige Preise und hohe Löhne. Ford sah sehr, genau die zahlreichen sozialen Probleme, die die industrielle, Konzentration mit ihrer Zusammenjalfeag großer Atfaeitermaseen mit sich brachte md die Bach irgendeiner Lösung drängten. Aber er wollte als Herr im Hause" auf seine Art damit fertig werden, vor allem durch hohe Löhne und Gsw inabcteiligungen der Aibeiter und Angestellten. Dabei ließ r —gewissermaßen in Übertreibung !es patriarchalischen Prinzips — zeitweise durch Aufsichtspersonen sogar das häusliche Leben sner, Arbeiter beobachten, um festzustellen, was de snt ihrem, hohen Einkommen anfingen , Wie er die "internationalen Bankers" ablehnte nd ihnen keinen Einfluß auf seine geschäftlichen und industriellen Dispositionen einräumte — zu Boanztransaktionen zog er die "Wafereet" allerdings heran —, so beteiligte er sich auch nicht an Abmachungen, die von Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerorganisationcn getroffen wurden. Er wollte mit seinen Arbeitern und Angestelben ohne die Zwischenschaltung von Gewerkschaften, die er ablehnte, auskommen und erkannte nickt oder nicht genügend, daß get&de die Massenproduktion mit ihren vielen sozialen Folgen das Entstehen vnd d§n Ausbau der Gewerkschaften nach sici zog. Man hätte annehmen sollen, daß Ford als Gegengewicht gegen die Ablehnung uad Aäbwehr jtder Einfluß" nähme von außen ich die Pflege der menschlichen Beziehungen innerhalb seiner zahlreädeö und bunt susammengesetzten Belegschaft hätte lesonders §ngekgen sein lassen. Aber auch hier harte äs wieder seine eigene Meinung. Zwar legte er asf Aufklärung seiner Belegschaften Wert, aber andrerseits hielt er nach seinen eigenen Worten "Ve rsamin " hingen zur Herbeiführung eines, guten Einvernehmens zwischen den einzelnen Persönlicafeiten oder Abteilungen für ganz überflüssig". Jeder sollte allerdings wissen, was im Ihn herum in seiner nächsten Umgebung vor sich ging.

Äber v nicht aE seine Pläne nad Anschauungen liefen sicli in die Tat pnsei2en. Wie Henry Ford 311 den dreißiger Jahren, von den Verbrauchern gezwungen wtd<j ecm wesentliches wirtschaftliche Grundprinzip aufzugeben, nämlich das einfachste Fahrzeug zu billigen Preisen zum Verkauf zu bringen, und N r Vielnsclir Esdieiaander- "mehrere Modelle herawbtachte, so erlebte er W41 iJi seiner Sozialpolitik wohl die größte Enttäuschung, als Dreiviertel seiner Belegschaft fir den Beitritt zu den Industriegewerkschaften- stimmt?.

Die Entwicklung echreiiet fort. Zeiten und Verhältnisse ändert sich und die Menschen mit ihnen. Der Enkel denkt ander ak der Großvater, So ist es auch bei Henry Ford lt, wie r in den USA genannt wird. Während der Großväter erst feit 4Q Jahren eine erfolgreiche LauübaJitf begann", trat der Enkel mit 28 lehren, 1945, n die Spitze der . Ford Motor Company, Eschdem sein Vater Edsel Ford im Jahre 1943 gestorben war und der Begründer der Werke nochmals kurze- Zeit die Geschäftsführung übernommen hatte; Ford senior starb 1947, im Alter von 84 Jahren. Mit Henry Ford II kam ®uA ein frischerer Zag in die Leitung der- Ford Gesellschaft, hn Gegensatz zu seinem Großvater wendet er dem Faktor "Mensch" inner halb der industriellen Massenproduktion seine ganz" besondere Aufmerksamkeit z, wobei sein Entwicklungsgang: da Stadium der Technik und de? Soziologie von Einfluß sind. In seiner Industrielind Sozialpolitik kt er den Erfordernissen der Zeit ehr a üfgeschlossen, er macht sich auch melir als ein Großyater, der im gewissen Sinn etwas von einer Bastleraatur an eich hatte, die Erfahrungen. anderer Betriebe ZB Nütze und sieht vor allem in der Politik der JyieBscheaffiJhruag einen wesentlichen Schlüssel für die industrielle "und die gesamte WeitereafewicSdung <fes amerikanischen Volkes und dessen Wohlstände. AfflÄika elbsf ist, durfch die gestiegenen Einkommen z einem "neuen Markt geworden, der ebenso wte die veränderten Pro äuktioms- und Äbsattethältnfeee in der Welt de? genauesten Beobachtung nd Analyse bedarf, Hoch der Auffassung de jtwgeia Tord genfigt es nicht snehs, nur- hofie Ldhne zu zahlen sd eine kurze Arbeitszeit BH guten leistungen am verlangen, , 0ndern die" ärbeitende n Menschen- mfeen auf vielen """Gebieten- ohßö>BtsyoEäiandung mensdildcE betreat uid s oJ äls dilwe rsi g, Mitarbeiter; heran, gebildet werden; Weil diese Politik für den- Alieiter ridAngetellfen; ebenso von Vorteil ist wie ffir ; das Werfe üftd dasGedeihen des Landes Auf vitflen Wegen : sucht Heurf Ford II, der na ® rlich aiich keine, Patentlösung zur. Hand hat", diesem- Ziel nlnerzukoitimen. Er fordert, sane "Mitarbeiter zu RückäuSerungen wbe raktuMleBetriebs- lind PrpduiticrtKproräeine ä ttf C; laßt ; bestimmte Fragen in Form von;Fragefbogeii : beantworten und nimmt sel bst zu wichtigen fgen;SteIIung.

: In- einer soidi ea"Aiis)!!rache ;(The. Ghaüenge of Hurttsn JBngineennig, die er Ahfang 1946 in dety Ge_sefceliäft ton Äu toniobilirigenieuren hjelt ; bß ; tonte er, daf die Massearproduktion- dieser nicht" als.

: Selbstzweck, sondem als Mittel- zum Zweck: ansieht"— föf ein ; freies Volk" in der, Friedejiszeit das Weffaeug sei, um fortgesetet ÄiehrBrzeHgnisse OTimmer geringerea ,Kosten und 211 herabgesetzten , "ferkaafspreisen her zustelleji: aad dadurch, den Lbensstandärd za beben.

; FJH die. Massenproduk tion sei die Maschine: nur der eineFaktor, der , andere sei der ;MBSchi & wies daraufhin, daß durch Streiks und zurSck gegangene Arbeitsleistung nicht nur der; emzeliie, sondern auch dk Betriebe, und die gesamt. Wirtschaft grofie Einbußen erleiden (Vbii :1927 bfe :J941 gingen in denLfS d;rch Streife; allf in 216 Millionen Arbeitstage ver- ; Iore4 öd bei Ford vvaien in der Zeit von 1941 bis 1 945 über 770 illegale, Streiks zu verzeichnen ) ;Wie aher können solche Verluste veAindert oder wenigstens vermindert werden? Ma ch dei AiifJasäiaig von Ford Junior durch die SchaffuHg besse , rer menschlidher. Beiziehungen zwfecfen Unternehliiern wrd Anheitern, wobei er den Unternehmungen die Initiative, undden- Gewerksehaften !n Anfce tracht ihrer großen:Macht eine besondere Verantwortung Zuspricht per KÄTapf gegeneinäödei tniäss beseitigt werden; aber nicht; dur h" die Gesetz geBung, nicht durch Zwang oder dergleichen, son dem auf dein "Wege, der Fjziehung, des" Sichversteihejiiwollens, dejr Verflandlungeji und der Schiedsgerichte. An der" KöBst der industriellen Führung — eines Problems, wri dessen Lösung man sich ia ;:.

allen Industrieländern bemüht — müßten sich beid Parteien Unternehmer und Arbeiter, beteiligen ,. Gegenseitige Unterrichtuug und ein Gedankenaü, tausch könnten die Vertrauensgrundlage schaffen nd fördern, wozu za hlreiclie moderne technisch Hilfsmittel zur Verfügung ständen "Informierte Arbeiter sind produktiver als nicht Informierte SNadi diesen Grundsätzen handelt Foid junior ia der Praxis. Es- wird sich zeigen, welchen Beitrag er, eine Mitarbeiter und seine Gesellschaft zur Lösung des sozialen Problems, der Frage der. B" triehsdemokratie und einer neuen, industriellen Ordnung leisten werden. Die Ergebnisse sind nicht nur für die Verhältnisse in den USA von Bedeutung, sondern für alle Industrieländer, auf di ja das "System Ford" in verschiedener Stärke ansstrahlte , Auf seiner Europareise besuchte Henry Ford H. sm 2 uad 3, März dieses Jahres auch das Köln Ford Werk; er Mir den zehntausendsten Lastkraftwagen (seit Wiederaufnahme der Arbeitete Mal 1945) vom Montageband und verstand es ckbä> durch seine gewinnende Art schnell einen Kontakt mit den Arbeitern uad eine selbätveKtändlica angenehme Atmosphäre herzustellen (In dea Kölner Ford Werken sind seit 1931 bis zum Saßt des Krieges 235 778 Wagen gebaut werden ) In dem Frage- und Antwortepiel mit Vertretern: 4at Presse ließ Ford seine nüchterne wirtschaftlich Auffassung erkennen. Ir glaubt nicht, daß in ekr nächsten Zeit ein größerer Export deutscher KztSffafeneuge in Frage kommt. Die Aufnahme der Massenproduktion von Kleinwagen in Europa hil. r für richtig. Die Vereinigten Staaten wtocfis keine kleinen Wagen bauen, um sie nach Etsrc$> za exportieren. Der Amerikaner sei nach wie W für einen großen, geräumigen Wagen, An den WaMspfush, den Henry Ford I einonff to dem Kölner Werk anbringen ließ, urde wlb rend dieses- Besuches seines Enkels öfters erinnerti hettt hat er eine noch größere Bedeutung ak vor achtzehn Jahren, und zwar für die gesamte deutsch Wirtsdhaft und das deutsche, Volk. Er fiwteti "Trotzdem vorwärts I" , Johannes Schaf