Eine Uraufführung in Celle

Da tagen in einer Villa bei Paris wieder einmal die Vertreter der vier Großmächte, indeß im Erdgeschoß ihre vier Chauffeure eines plötzlich unter ihnen erscheinenden jungen (im übrigen, was sie erst am Schluß erfahren, geistesgestörten) Mädchens wegen in eifersüchtigen Streit geraten. Gemeint mit diesem Mädchen ist wahrscheinlich Europa. Die witzige Idee zu diesem Stück stammt von einem österreichischen, heute in Stockholm lebenden Schriftsteller, der seinen wirklichen Namen hinter Georges Rolland verbirgt. Sein Stück allerdings schließt – zum Unterschied von der Wirklichkeit leider – mit einer Verständigung sowohl der vier Herren als auch ihrer Chauffeure, und wurde kürzlich ungeachtet seiner heute ein wenig geminderten Aktualität im Residenztheater Celle unter der die Situationskomik gut herausarbeitenden Regie Ernst G. Schiffners uraufgeführt. Von den Chauffeuren war die Darstellung des russischen durch Lothar Rollauer in Wort und Geste – zweifellos auch der Rolle nach – am wirksamsten. Der Beifall war anhaltend und herzlich. (Die Erstaufführung in Wien wurde seinerzeit vom Alliierten Kontrollrat verboten.) No.