Auf einer Tagung der Armbrustschützen in Köln, deren Wiederzulassung Kardinal Frings bei der Militärregierung erreicht hat, betonte der Bundesmeister die Ablehnung alles Militärischen und die stete geistige Wehrbereitschaft der Bruderschaft gegen den internationalen Kommunismus neben dem Dienst an der katholischen Sache.

(Aus einer Tageszeitung)

Zur Zeit haben wir Deutsche nicht sehr viel – aber eines haben wir nach wie vor: den festen Glauben, daß wir Dinge tun können, die anderen nicht möglich sind. So sind wir immer gewesen, und daher stammt denn auch die einzigartige Beliebtheit, deren wir uns, in Krieg und Frieden, überall erfreuen.

Es gibt sonst in der Welt, unbeschadet der politischen Grundeinstellung, zwei Auffassungen über den Militarismus: dafür und dagegen, zwei klare Fronten. Uns aber ist es vorbehalten, die große beglückende Synthese zu schaffen, den militärischen Antimilitarismus, den antimilitärischen Militarismus. Die Kölner Armbrustschützen, denen endlich ihre heiligsten Rechte, ein braver Schütz zu sein, zurückgegeben worden sind und damit auch ihr Pfeil, ihr Bogen und ihr Vogel, auf den sie schießen dürfen, haben den tiefsten Sinn eines kämpferischen Pazifismus klar erkannt: sie erklären sich als geistig wehrbereit, in der Oberzeugung, daß alles auf den guten Willen ankomme. Aber gleichzeitig – und das ist eine speziell deutsche Finesse, die welschen Gedankengängen nicht ohne weiteres zugänglich sein wird – lehnen sie alles Militärische ab, und weil sie gerade im Zuge sind, geloben sie auch Dienst für die katholische Sache, Weniger tut’s nicht.

Die intellektuell entarteten wie auch Vaterlandslosen Gesellen entweichen verschüchtert in die Ecken der Humanität, wo sie hingehören; die Übermacht ist gewaltig, alle guten Kräfte der Nation, sind wieder einmal mobilisiert und zusammengefaßt: die für den Krieg, die gegen den Krieg, und die für beides. Da fehlt nur noch, daß sich auch die in sowohl proletarischer als auch freiwilliger Einmütigkeit verbundenen, ebenfalls streng pazifistisch ausgerichteten Bogenschützen der Ostzone spontan in die Armbrust werfen. Mögen sie dann wenigstens ihr Geschoß auf denjenigen Körperteil des Bundesmeisters richten, der auf-spaßhaften Schießscheiben ein Herz zu zeigen pflegt. P. Chr. Baumann