Ein westdeutscher Exportkaufmann berichtet uns das folgende Erlebnis:

Wir hatten in den vergangenen Monaten zweimal das Vergnügen, unseren holländischen Großabnehmer, der gleichzeitig viele Überseemärkte mit unseren Waren versorgt, hier in Deutschland zu begrüßen. Da sich inzwischen bei der Abwicklung der Geschäfte, einige wichtige Fragen einstellten, die schnellstens mündlich geklärt werden mußten, versuchten unsere Freunde, kurzfristig die-Einreisegenehmigung zu erhalten, was prompt daneben gelang.

Nun waren wir auf beiden Seiten der Grenze so optimistisch, an eine Möglichkeit zu einem kurzen Gedankenaustausch an der Grenze zu glauben. Wir verabredeten daher telegraphisch und telephonisch durch unsere Handelskammer eine Zusammenkunft an einem Schlagbaum in Westfalen. Dort sahen wir uns auf eine Entfernung, die selbst einen kurzen mündlichen Gruß nicht ermöglichte und winkten uns zu. Den Holländern fehlten einige Stempel; sie fuhren zurück, in die nächste Kreisstadt und Waren nach fünfzig Minuten wieder am Schlagbaum. Sie passierten ihn und wollten uns gerade begrüßen, als man sie höflich aber energisch zum englischen Grenzoffizier bat. Wir wissen, nur, daß die Holländer fast eine Stunde auf den Engländer einredeten, daß man uns sehr höflich aber, unmißverständlich auffordern ließ, uns mindestens 500 Meter zurückzuziehen und daß die Holländer sich über ihren Schlagbaum zurückzogen, ohne ein Wort mit uns gesprochen zu haben."

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Soweit die Zuschrift. Der englische Grenzoffizier war sichtlich durch seine Instruktionen gebunden, die diesen kleinen Grenzverkehr nicht erlauben. Aber könnte nicht diese Richtschnur etwas entspannt werden, wenn in Fällen wie diesem berechtigte Interessen und keine persönlichen Bedenken bestehen und die Beamten jenseits des Schlagbaums die Kompetenz zu freier Entscheidung haben?