Im Laufe der nächsten fünf Wochen wird die JEIA Wirtschaftsbesprechungen für die Doppelzone mit den Vertretern Dänemarks, der Schweiz, Norwegens, Italiens, Belgiens und Indiens in Frankfort aufnehmen. Handelsbesprechungen mit Polen, Portugal und der Tschechoslowakei werden ebenfalls erwogen.’

Eine dänische Wirtschaftsdelegation ist nach Frankfurt abgereist, um erneut Besprechungen über einen Handelsvertrag mit der Doppelzone aufzunehmen. Von dänischer Seite wird eine Ausfuhr im Werte von 100 bis125 Mill. Kronen nach der Doppelzone angestrebt. Davon soll ein Teil zur Abzahlung der dänischen Dollarschulden für erhaltene Ruhrkohle verwendet werden

In den ersten vier Monaten des Jahres 1948 hat die JEIA Verträge über die Einfuhr von Rohstoffen und Fertiggütern im Werte von 222,2 Mill. $ abgeschlossen. An der Spitze stehen; Baumwolle- und sonstige Textilien (74 Mill.), Güter für das Bergarbeiter-Programm (24 Mill.), schwedische Eisenerze (16,5 Mill.) und Häute und Felle (10 Mill. $).

Auf der Mailänder Messe konnten die 85 vertretenen deutschen Firmen bisher Geschäftsabschlüsse über rund 35 000 $ tätigen.

Im Jahre 1947 wurden aus der französischen Besatzungszone 1,6 Mill. t Holz nach Frankreich ausgeführt.

Für die zusätzliche Versorgung der Ruhrbergarbeiter ist zwischen der JEIA und Großbritannien ein Abkommen über die Lieferung von Textilwaren im Werte von 2 Mill. $ abgeschlossen worden. Es handelt sich um Frauenkleider und – Frauenmantel. 1,6 Millionen Meter Seidenstoffe, die auf Anordnung der Militärbehörden an die Bevölkerung der Doppelzone ausgegeben werden sollen, lagern in Krefeld. Die Seide wurde im Auftrag der Militärbehörden für den Export gewebt, konnte aber im Ausland nicht abgesetzt werden.

Eine erste Lieferung von 18prozentigem Bier wurde auf dem Gelände der Paulana-Salvator- und – Thomas-Brauerei München nach – den USA verladen. Insgesamt soll Exportbier im Werte von 800 000 $ geliefert werden. Für die aufgewandte Gerste werden Soja-Bohnen im gleichen Kalorienwert eingeführt werden.