Bei der Umbildung, des englischen Kabinetts hat Lord Pakenham das Kontrollamt für Deutschland und Österreich mit dem Posten eines Ministers für die zivile Luftfahrt vertauscht; das Amt selber ist nicht wieder besetzt worden. In der britischen Zone ist diese Nachricht mit Bedauern vernommen worden. Es galt dem Fortgang von Lord Pakenham, der immer gern gesehen war und herzlich begrüßt wurde, wenn er aus England zur einem seiner häufigen Besuche eintraf; es galt auch der Tatsache, daß er keinen Nachfolger erhalten hat. Dies wurde im englischen Parlament von der Regierung damit begründet, daß Außenminister Bevin schon seit einiger Zeit genötigt, gewesen. wäre, sich persönlich von Besatzungsmitgliedern> Bericht, erstatten zu lassen, weil die Verwaltung der britischen Zone immer stärker zu einer Frage der britischen Außenpolitik geworden sei. Das werde sich auch in nahe Zukunft nicht ändern, und daher sei es besser, die Verwaltung direkt dem Foreign Office zu unterstellen. Mag dies so richtig und notwendig sein, wie es will, so bleibt es doch vom deutschen Standpunkt zu beklagen, daß jene persönliche Note in den Beziehungen zwischen der englischen Regierung und der britischen Zone nunmehr fortfällt Ein Botschafter, der in einem Land. akkreditiert ist, kann sehr viel dazu beitragen, daß die Beziehungen zwischen zwei Völkern sich gut entwickeln, um so mehr ist dies der Fall, wenn es sich um einen Botschafter des guten Willens handelt, einen homo bonae voluntatis, wie Lord Pakenham es war. Spannungen, die in einem militärisch besetzten und verwalteten Land nur zu leicht eintreten, können im persönlichen Verkehr schnell gelöst werden. Es ist nicht sosehr, was geschieht, als das Gefühl, verstanden zu werden, was diese gute Atmosphäre schafft. In den nächsten Monaten schwere infolge der Westdeutschland sehr schwere Zeiten für Westdeutschland kommen. Gerade dann wird uns vielleicht ein englischer Botschafter des guten Willens fehlen, Tüngel