"Nun, geben Sie ihm drei Rubel", flüsterte der Torhüter.

"Ich gab schon zwei."

"Geben Sie noch."

Woldirev kehrte zum Tisch zurück und legte auf das offene Buch noch einen grünen Schein. Der Beamte zog wieder das Buch zu sich und begann darin zu blättern. Plötzlich, wie zufällig, hob er den Blick zu Woldirev. Seine Nase fing an zu glänzen, wurde rot und runzlig beim Lächeln.

"Ach, Sie wünschen?" fragte er.

"Ich hätte gern Auskunft in meiner Sache ... ich bin Woldirev."

"Sehr angenehm! In der Sache Gugulin? Sehr wohl! Was brauchen Sie denn sozusagen?"

Woldirev erläuterte ihm seine Bitte. Der Beamte belebte sich, als hätte ihn ein Wirbelwind erfaßt. Er gab die Auskunft, ordnete die Anfertigung der Kopie an, reichte dem Bittsteller einen Stuhl, und alles dieses in einem Augenblick. Er sprach sogar vom Wetter und fragte nach der Ernte.

Und als Woldirev ging, begleitete er ihn die Treppe hinunter, freundlich und ehrerbietig lächelnd und den Anschein erweckend, als ob er sich vor dem Bittsteller niederzuwerfen jede Minute bereit sei.

Woldirev wurde es schließlich unbehaglich. Einem inneren Antriebe gehorchend, holte er einen Rubelschein aus der Tasche und reichte ihn dem Beamten. Dieser verbeugte sich fortlaufend lächelnd und nahm den Schein wie ein Taschenspieler, so daß er nur so vorbeiblitzte.

Das sind Menschen! ... dachte der Gutsbesitzer, als er auf die Straße kam, blieb stehen und wischte sich die Stirn.

Aus dem Russischen übersetzt von M. Knappe