Die Empfehlungen der Sechsmächtekonferenz in London sind von den Regierungen Großbritanniens, der USA und der Beneluxstaaten angenommen worden. Das französische Kabinett hat die Empfehlungen dem auswärtigen Ausschuß der Kammer zugeleitet, der sie mit einer Stimme Mehrheit angenommen hat. Außenminister Bidault verteidigte das Kompromiß von London in einer großen Rede vor dem französischen Abgeordnetenhaus,

General de Gaulle erklärte in einer Rede in Nevers, daß das Londoner Abkommen über Deutschland die französische Bevölkerung von der Schwäche der Regierung Schumann überzeugt, habe. Die Kommunistische Partei Frankreichs ließ Plakate anschlagen, in denen gegen den Beitritt der französischen Regierung zum Londoner Abkommen Protest erhobe wird.

Der Bewilligungsausschuß des amerikanischen Senats hob die Kürzung in der Europahilfe des Marshall-Plans, die das Repräsentantenhaus vorgenommen hatte, nahezu vollkommen wieder auf.

Präsident Truman warf dem republikanisch beherrschten Kongreß in einer Wahlrede vor, er habe ein Steuergesetz und andere Gesetze erlassen, die nur den wohlhabenden Schichten zugute kommen.

Das Veto des Präsidenten Truman gegen das Gesetz über erweiterte Altersrentenzahlungen wurde von Senat und Repräsentantenhaus überstimmt.

Der Amerikanische Senat nahm das Gesetz über die allgemeine Dienstpflicht an. Die Vorlage wird jetzt dem Repräsentantenhaus zugeleitet und soll noch vor den Kongreßferien verabschiedet werden. In das neue Gesetz ist ein Zusatz aufgenommen worden, nach, dem die Rekrutierung von 25 000 antikommunistischen Polen, Tschechen und anderen Flüchtlingen aus dem Gebiet hinter dem Eisernen Vorhang gestattet werden soll.

In den nächsten beiden Jahren sollen auf Senatsbeschluß 202 000 heimatlose Europäer in die USA einwandern dürfen.