Mit einem Gesetz der britischen, amerikanischen und französischen Militärregierungen wurde in Westdeutschland die Geldreform durchgeführt. Berlin, ist in die Währungsreform nicht einbezogen worden.

Die sowjetischen Besatzungsbehörden haben den Interzonenverkehr, in beiden Richtungen eingestellt. Der Kraftwagen- und Grenzgängerverkehr über die Zonengrenze wurde nur in Richtung von Osten nach Westen gestoppt. Diese Maßnahme wurde damit begründet, daß die Bevölkerung und die Wirtschaft der Ostzone gegen die schädlichen Auswirkungen der westlichen Währungsreform geschützt und eine Desorganisierung des Geldwesens verhindert werden soll. Der Güterverkehr wurde von den Sperrmaßnahmen nicht betroffen.

Marschall Sokolowski richtete an die Militärgouverneure der drei westlichen Besatzungszonen, gleichlautende Schreiben, in denen er "die separate Währungsreform als einseitigen und ungesetzlichen Beschluß" bezeichnete, der die Spaltung Deutschlands vollende. Im Hinblick auf Berlin erklärte Sokolowski, daß internationale Abkommen über die Viermächteverwaltung ganz Deutschlands existierten, von denen das Abkommen über die Verwaltung Berlins nur einen Teil darstelle. In Berlin, das wirtschaftlich ein Teil der sowjetischen Besatzungszone sei, könne es nicht zwei verschiedene Währungen geben.

Die drei Westmächte haben beschlossen, die Reparationslieferungen demontierter deutscher Industrieanlagen an die Sowjetunion, fortzusetzen. Für die Sowjetunion werden sich jetzt allerdings veränderte Verhältnisse ergeben, da alle Ansprüche an Dreimächteausschüsse gerichtet werden müssen, in denen die Sowjetunion nicht vertreten.ist. Der von den USA stark befürwortete Vorschlag, daß die Demontagen entweder ganz eingestellt oder auf die von den Westmächten gebrauchten Fabrikanlagen, beschränkt werden sollten, wurde von Großbritannien und Frankreich abgelehnt.

Aus Kreisen der amerikanischen Militärregierung wurde bekanntgegeben, daß in Kürze mit der Bekanntgabe eines Besatzungsstatuts für Deutschland zu rechnen sei.

Die sowjetische Verwaltung hat zwei neue Parteien in der Ostzone, zugelassen. Dies sind die National-Demokratische Partei und die Demokratische Bauernpartei. In Korrespondentenberichten wurde die National-Demokratische Partei als die "Partei des kleinen Nazis" bezeichnet.

Bei den WashingtonerVerhandlungen über den Abschluß, der Marshall-Plan-Verträge zwischen den 16 europäischen Empfängerstaaten und den USA halben sich Schwierigkeiten ergeben. Nach Reuter sollen die 16 europäischen Staaten eine vereinigte Front gegen bestimmte Punkte des amerikanischen Vertragsentwurfes gebildet haben. Der französische Botschafter in Washington wurde von seiner Regierung angewiesen, der amerikanischen Regierung nochmals vor Augen zu führen, daß die vorgesehenen Bedingungen für Frankreich unannehmbar seien.